Fall Kührer

vonNEWS/Martina Prewein
Mittwoch, 8. Februar 2012

Ein gewaltsamer Tod

  • NEWS: CSI-Fahnder gehen nach neuesten Erkenntnissen von einem Verbrechen aus

 

Am 4. Februar ist Julia Kührer beerdigt worden, jetzt gibt es neue Erkenntnisse über den Tod des Mädchens. Wie NEWS exklusiv erfuhr, gehen CSI-Fahnder davon aus, dass das Mädchen einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Es war ein würdevolles, ein herzzerreißendes, ein erschütterndes Begräbnis. Hunderte Menschen waren am 4. Februar zum Friedhof von Pulkau gekommen, um Julia Kührer auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

„Der Täter soll sprechen …“
Rührende Fürbitten bei der Messfeier, von Freundinnen des Mädchens. Tröstende Worte des Pfarrers, gerichtet an die verzweifelte Familie der Verstorbenen. Und zuletzt eine harte Anklage des Geistlichen – gegen „das Böse“. Gegen den Menschen, der wisse, warum und wie die Schülerin zu Tode gekommen ist: „Der Täter verbirgt sich hinter einer Maske. Er soll endlich den Mut finden, die Wahrheit zu sagen.“

Fünf Jahre, fünf lange Jahre, seit dem 26. Juni 2006, hatte Julia als vermisst gegolten. Bis am 30. Juni 2011 auf einem Grundstück in Dietmannsdorf in einem Erdkeller ihre sterblichen Überreste entdeckt wurden. Der Besitzer des Anwesens, Michael K., 50, der zum Zeitpunkt des Verschwindens der 16-Jährigen in Pulkau eine Videothek betrieben hatte, kam daraufhin sofort in Untersuchungshaft; aus Mangel an Beweisen musste er aber bald wieder in die Freiheit entlassen werden.

Der „Fall Kührer“ – wird er für immer ungeklärt bleiben? Haben sämtliche Untersuchungen, die in den vergangenen Monaten an Julias Skelett, an dessen Auffindungsort, in den vier Autos, die der 50-Jährige einst, 2006, benutzt hatte, und in seinem Haus tatsächlich keine verwertbaren Fakten zu der Causa ergeben?

„Kein natürlicher Tod.“
Wie NEWS exklusiv erfuhr, liegen der Justiz seit kurzem mehrere Gutachten vor, die darauf schließen lassen, „dass die 16-Jährige“, wie Gerichtsmediziner Wolfgang Denk in einer „zusammenfassenden Expertise“ schreibt, „unter Berücksichtigung der Begleitumstände und der minimalen Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Todes einer Gewalttat zum Opfer gefallen“ sein dürfte. Ein Resümee, begründet auf den Analyseergebnissen mehrerer namhafter Sachverständiger, die im Zuge umfangreicher Nachforschungen im Labor und in dem Erdkeller in Dietmannsdorf nun eindeutig beweisen können:

■ Die 16-Jährige hatte in den Wochen vor ihrem Tod keinerlei Drogen konsumiert. In ihren Knochen wurden lediglich Spuren von Koffein und Nikotin gefunden.

■ Tests am Gebiss der Schülerin ergaben: Sie starb „in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu ihrem Verschwinden“; die Ermittler gehen daher jetzt „mit absoluter Sicherheit“ davon aus, dass das vermutete Verbrechen an ihr bereits in den Nachmittagsstunden des 27. Juni 2006 geschehen ist.

■ Fest steht weiters: Julia wurde an einer „bis dato unbekannten Örtlichkeit“ getötet, in der Folge „mitsamt den Habseligkeiten, die sie bei sich trug (Tasche, Bücher etc.), in eine blaue Decke verpackt und in den Eingangsbereich des Erdkellers – unterhalb des Stiegenabgangs – verbracht, wo die Leiche bald darauf mit Heizöl oder Diesel-Benzin übergossen und die brennbare Flüssigkeit mittels eines ,Molotow- Cocktails‘ entzündet“ worden sei, „wodurch es aber nicht zu einem vollständigen Verbrennen der Weichteile kam“.

■ „Kurz danach, innerhalb von 14 Tagen, wurden die zumindest noch zu einem Teil mit Weichteilen bedeckten Skelettstrukturen in die Endlage“, in den hintersten Winkel des Kellers, 150 Meter weit in das Geröll hinein, „verschafft und dort mithilfe einer Schaufel (die an der Toten postmortale Verletzungsspuren hinterließ) unter Erde und Ziegelsteinen begraben.“

Anklage gegen Michael K.?
„Irgendjemand“, so ein Ermittler, „hat also viel Mühe darauf verwendet, Julias Tod zu verschleiern. Was sehr für die These, dass das Mädchen einer strafbaren Handlung zum Opfer gefallen ist, spricht.“ Für die Behörden gilt nach wie vor Michael K. als Hauptverdächtiger in der Causa. Wie aus Justizkreisen zu vernehmen ist, überlege die Staatsanwaltschaft bereits eine Anklage gegen ihn. Schon demnächst wird übrigens noch ein Gutachten zu dem Kriminalfall erwartet: Experten sind gerade dabei, zu überprüfen, ob eine Faser, die in einem der Fahrzeuge des Mannes sichergestellt wurde, von der Decke stammt, in welche einst die Leiche des Mädchens gewickelt worden war.

Mehr spannende Chronik-Geschichten lesen Sie im NEWS 06/12!

8.2.2012 15:40
Autor:NEWS/Martina Prewein
Maika, 17. 02. '12 13:57
Ermittler gehen von einem Verbrechen aus..
Wovon denn sonst bitte?? Selbst wenn das seit 5 jahren vermisste Mädchen eines natürlichen Todes gestorben wäre, mußte sie irgendjemand in eine Decke gewickelt, weggebracht und verbrannt haben.
Ist das ein Verbrechen oder nicht?