Peru
"Lasst uns in Ruhe"
- Indianer in Peru leben in freiwilliger Isolation. "Helfer" musste wegen Kontakt sterben.
·Abenteuer Amazonas
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Die Mashco-Piro sind eines von ungefähr 100 unkontaktierten Völkern weltweit - und das wollen sie auch bleiben. Erst kürzlich wurde ein Mann getötet, der versucht hatte, Kontakt zu den freiwillig isoliert lebenden Indianern herzustellen.
Nicolás "Shaco" Flores hieß der Mann, der nach seinem tragischen Tod (November 2011) von seinem Freund und Anthropologen als "freundlicher, mutiger und kluger Mann" beschrieben wurde. Glenn Shepard: "Shacos Tod ist eine Tragödie. Er glaubte, dass er den Mashco-Piro helfen würde."
Flores bezahlte mit dem Tod
Flores wurde in der Nähe des Manú-Nationalparks durch den Pfeil eines unkontaktierten Indianers getötet. Er hatte seit fast 20 Jahren Essen und kleine Geschenke für eine kleine Gruppe Mashco-Piro Indianer ausgelegt. Seine Methoden, Kontakt mit dem scheuen Volk aufzunehmen, waren jedoch fragwürdig. 1982 entführten sie einen Mann und dessen jugendlichen Sohn, um sie von einem zivilisierten Leben zu überzeugen. Die beiden verweigerten jegliches Essen, Wasser und Geschenke. "Lasst uns in Ruhe" sollen die einzigen Worte der Mashco-Piro gewesen sein.
Traumatisiert durch Fitzgerald-Massaker
Wenn man die Geschichte der Mashco-Piro kennt, ist das keineswegs verwunderlich. Der brutale Kautschuk-Raffer Fermin Fitzgerald (Filmemacher Werner Herzog ließ das Grauen im Jahre 1982 im Kinski-Film "Fitzcarraldo" wieder aufleben) ließ Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur Hunderte von Urwaldbäumen fällen, sondern riskierte auch planmäßig das Leben von Hunderten Indios. Seitdem meiden die Mashco-Piro jeglichen Kontakt mit der Außenwelt.
Aus Lebensraum vertrieben
Doch in letzter Zeit kommt es laut Survival, die sich für die Rechte indigener Völker einsetzt, zu vermehrten Kontakt mit der Zivilisation. Kürzlich konnte die Organisation sogar detaillierte Luftaufnahmen veröffentlichen. Es wird vermutet, dass illegale Holzfäller sowie tieffliegende Helikopter der naheliegenden Öl- und Gasprojekte die Indianer aus ihrer Heimat im Wald treiben.
Schutzlos vor Infekten
Dieser Kontakt ist sowohl für die Indianer als auch diejenigen gefährlich, die sich ihnen nähern wollen. Unkontaktierte Völker sind sehr verletzlich gegenüber Kontakt mit Außenstehenden, da ihr Immunsystem nicht auf eingeschleppte Krankheiten eingestellt ist. Und die Indianer wiederum, machen nicht nur durch den tragischen Tod von "Shaco" Flores deutlich, dass sie in Ruhe gelassen werden möchten.
Regierung leugnet Existenz unkontaktierter Völker
Survival setzt sich dafür ein, dass das von den Indianern bewohnte Gebiet für Touristen geschlossen und eine Warnung an lokale Bewohner herausgegeben wird. Vor genau einem Jahr gingen die von Survival veröffentlichten Luftaufnahmen einer gesunden unkontaktierten Indianergemeinde aus Brasilien um die Welt.
"Bild hinterlässt mehr Eindruck als tausend Studien"
Die neuen Bilder aus Peru sind die detailliertesten Aufnahmen, die es bisher von unkontaktierten Indianern gibt. Sie sollen gewährleisten, dass die Behörden wachgerüttelt werden und ihre indigenen Völker beschützen. Survival: "Ohne den Beweis dass es unkontaktierte Völker gibt, wird die Welt sie nicht unterstützen. Ein Bild hinterlässt mehr Eindruck als tausend Studien."
Weiterführende Links:
Hier können Sie eine Petition zum Schutz indigener Völker in Peru unterschreiben
Blog von Glenn Shepard über die Mashco-Piro
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