Made in China
Keine Sau will Hallstatt
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Künftig müssen Chinesen nicht mehr die weite Reise nach Österreich auf sich nehmen, um mit Fotos unserer Kultur ihre Verwandten zu beeindrucken. Es reicht eine Reise in die südlich gelegene Provinz Guangdong: Dort wird in Kürze eine perfekte Nachbildung unseres Weltkulturerbe-Orts Hallstatt fertig gestellt. Einziges Problem bei dem kostspieligen Bau: Niemand möchte im chinesischen Klon wohnen.
Das könnte vielleicht daran liegen, dass Guangdong statt frischer Bergluft für seine Mega-Industrie und in weiterer Folge für hohe Luftverschmutzung bekannt ist. Eine Grund dafür, dass die Käufer ausbleiben, könnte aber auch der horrende Preis sein, für den die österreichischen Nachbildungen ausgeschrieben werden: Umgerechnet kosten die bunten Häuser-Klone am Seeufer zwischen 240.000 und 600.000 Euro. Also mehr, als eines der Originale hierzulande kosten würde.
Und was sagt man im "echten" Hallstatt dazu?
Bürgermeister Alexander Scheutz erzählt NEWS.AT im Interview: "Die Einwohner von Hallstatt sind weniger empört, als erstaunt, wie schnell der Bau von statten geht. Im Juni 2011 war die Rede von dem Bau, nun soll es schon fast fertig gestellt sein." Ob das chinesische Hallstatt mit dem echten in Oberösterreich mithalten kann? "Nein, auf keinen Fall. Da gehört eine gewachsene Struktur dazu, unseren Ort gibt es seit tausenden Jahren. Da gehört die Struktur dazu, die Vereine, ein Ortsleben, dass man dieses Flair bekommt." Im März sind Scheutz und seine Frau, sowie ein Musikquintett eingeladen, nach China zu kommen und wird NEWS.AT danach von seiner ungewöhnlichen Reise berichten.
Was nachgebaut wurde
Die seitenverkehrte Hallstatt-Kopie soll Geschäfte, Restaurants und Freizeitbetriebe beherbergen, rundum entstehen Ein- und Mehrfamilienhäuser in luxuriösem Stil. Nachgebaut wird die evangelische Kirche, das Hotel "Grüner Baum", der Marktplatz mit seinen umgebenden Häusern, die Dreifaltigkeitssäule, der Badergraben und sogar der Hallstätter See - der allerdings nicht maßstabsgetreu (er wird nur ein Fünftel so groß). Auch die Integration der Salzburger Getreidegasse weicht vom Original ab.
Rechtlich okay?
Rechtlich gesehen ist an einer Nachbildung nichts auszusetzen, stellt sich im Gespräch mit Hans-Jörg Kaiser von ICOMOS Austria, einer Unterorganisation der UNESCO heraus. Im Interview mit NEWS.AT erklärte er: "Prinzipiell ist es legal, Gebäude zu fotografieren und nachzubilden. Bloß wenn es um das Innere, um das Vermessen geht, muss der Hauseigentümer seine Zustimmung geben." Für ihn habe die China-Version mit dem echten Hallstatt kaum etwas zu tun: "Es ist eher der Versuch eine Kopie."
Weiterführender Link:
Reporter Simon Parry der britischen "DailyMail" sah sich als potentieller Käufer getarnt im Asien-Hallstatt um. Zum englischen Artikel.
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Hier sehen Sie die Stadt Huizhou in der chinesischen Provinz Guangdong auf Google-Maps.
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