E-Zigarette
Heiß umstritten
- Gesunde Alternative zur herkömmlichen Zigarette oder gefährlich? NEWS.AT fragte nach.

·Auto ohne "Tschick"?
Schadstoffkonzentration ist im Auto wesentlich höher als in jedem anderen Raum
Das Thema E-Zigarette lässt zurzeit die Wogen hochgehen. Die einen preisen sie, die anderen verdammen sie. Und der Konsument, der, um dessen Wohl es eigentlich geht, ist verständlicherweise vollends verwirrt. Stellt die E-Zigarette nun eine gesunde Alternative zum herkömmlichen Glimmstängel dar? Oder schadet sie dem Konsumenten gar? NEWS.AT fragte nach.
Die E-Zigarette besteht aus einem Akku, einem elektrischen Verdampfer und einem Aroma-Depot. Während das Depot den Filter mimt, bildet der Akku den vorderen weißen Teil der Zigarette nach. An der Spitze befindet sich eine LED-Lampe. Die soll die Glut einer echten Zigarette imitieren. In das Gerät wird eine auswechselbare, mit Flüssigkeit - sogenannten Liquids - befüllte Kapsel eingesetzt. Es gibt sowohl nikotinhaltige als auch nikotinfreie Liquids, die Zug um Zug inhaliert werden. Anders als bei der herkömmlichen Zigarette nimmt der Nutzer keinen Teer auf. Es werden keine Substanzen verbrannt. Folglich wird die E-Zigarette auch nicht geraucht, sondern gedampft.
Gefährlich oder gesund?
Prof. Bernd Mayer, Leiter des Bereichs Pharmakologie und Toxikologie an der Uni Graz, zeigt sich empört über die Verunglimpfung der E-Zigarette. Natürlich muss sie mit Bedacht verwendet werden. So sollte das elektronische Äquivalent zur Zigarette etwa ausschließlich von Rauchern benutzt werden. "Keinesfalls verwendet werden dürfen nikotinhaltige Depots von Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit, Jugendlichen, Nicht- oder Gelegenheitsrauchern sowie Personen mit Dermatosen oder schweren Herz-/Kreislauf-Erkrankungen", warnt er in einem Gutachten, das er über die E-Zigarette von Liquidshop S.L. verfasst hat. Klar. Hier geht's ja auch um Nikotin. Und das ist schädlich, egal in welcher Form man es zu sich nimmt.
Ungeprüft am Markt
Dennoch hält er die E-Zigarette für eine gesunde Alternative zur herkömmlichen Zigarette. Und das auch dann, wenn der Nutzer von einem nikotinhaltigen Depot Gebrauch macht: "So viele Schadstoffe kann die E-Zigarette gar nicht enthalten, dass sie so schädlich ist wie eine Zigarette." Prof. Michael Kunze, Vorstand des Public Health Institute an der Medizinischen Uni Wien, ist anderer Meinung: "Es gibt keinerlei wissenschaftliche Befunde, die belegen, dass die E-Zigarette eine weniger gefährliche Alternative ist. Man kann daher nicht sagen, sie sei ungefährlich. Man weiß auch nicht, was beim Verdampfen der Flüssigkeit in der Lunge geschieht."
Prof. Kunze betont, ebenso wie Prof. Mayer, die Notwendigkeit eines Zulassungsverfahrens: "In Österreich ist die Regelung klar. Sobald Nikotin im Spiel ist, handelt es sich um ein Medikament. Und als ein solches muss die E-Zigarette geprüft und zugelassen werden." Ein Zulassungsverfahren ist laut Prof. Kunze bisweilen aber noch ausständig. Ebenso wie wissenschaftliche Studien, anhand derer man Aussagen über die Folgen des Konsums von E-Zigaretten machen kann. Diese können noch Jahre auf sich warten lassen. Ganz abgesehen davon, dass entsprechende Studien einen enormen Aufwand darstellen und Unmengen an Geld fordern.
Gefahr für Passivraucher?
Und wie sieht es mit den Passivrauchern aus? Stellt die E-Zigarette für sie eine Gefahr dar? Prof. Mayer ist davon überzeugt, dass die E-Zigarette für Passivraucher unbedenklich ist: "Die einzige Gefahr wäre das Nikotin. Und das bleibt in der Lunge des Rauchers." Auch diese Aussage kann Prof. Kunze nicht unterschreiben. Zu den Auswirkungen auf Passivraucher meint er: "Das weiß man nicht. Dazu gibt es noch keine Langzeitstudien". Zum jetzigen Zeitpunkt weiß man weder ob die E-Zigarette abhängig macht noch ob sie sich tatsächlich zur Raucherentwöhnung eignet. In einem Punkt sind sich die beiden Experten aber einig: Das Beste ist es natürlich, weder herkömmliche noch E-Zigaretten zu rauchen.
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