Flugbranche
Malev stellt Betrieb ein
- Liquiditätsprobleme: Ungarns staatliche Fluglinie bleibt nach 66 Jahren am Boden

·Spanair vor der Pleite
Alle Flüge am Wochenende abgesagt: 23.000 Passagiere von Pleite betroffen
Die ungarische Fluggesellschaft Malev hat den Betrieb eingestellt. Dies gab Malev-Generaldirektor Lorant Limburger auf der Webseite des staatlichen Unternehmens bekannt. "In diesem Sinne steigen seit dem 3. Februar, 06.00 Uhr, nach 66-jährigem fortwährenden Betrieb, keine Malev-Flugzeuge mehr auf", hieß es. Am Montag hatte die Regierung Konkursschutz über die Malev verhängt.
Meldungen über den nahenden Konkurs hätten infolgedessen die Liquiditätsschwierigkeiten der Malev verschärft, schrieb Limburger. Lieferanten hätten "von einem Tag auf den anderen" auf Voraus-Inkasso bestanden. Die Lage der Fluggesellschaft sei dadurch "unhaltbar" geworden. Die Direktion des Unternehmers habe deshalb entschieden, den Betrieb einzustellen.
Nach Informationen des Internet-Portals "index" hätte die Malev am Freitag eine Reiseticket-Versicherung im Wert von 30 Mio. Euro abschließen müssen. Dieses Geld habe aber nicht mehr zur Verfügung gestanden. Die ungarische Regierung hatte bereits am Dienstag einen Fonds im Wert von umgerechnet 6,8 Miillionen Euro für die Entschädigung von gestrandeten Malev-Passagieren eingerichtet.
Orban: "Neustart ist möglich"
Der ungarische Ministerpräsident Orban erklärte in seinem wöchentlichen Rundfunk-Interview: "Ein Neustart ist möglich, wenn wir uns einigen können." Einzelheiten nannte er nicht. "Zu einer Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts gehört eine gut funktionierende, nationale Fluggesellschaft", sagte er lediglich. Für die Malev würden allerdings "die Investoren nicht Schlange stehen".
Die Fluggesellschaft hatte seit Jahren mit Finanzierungsschwierigkeiten gekämpft. Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission entschieden, dass der ungarische Staat mehrere Millionen Euro zurückzahlen muss, die er von 2007 bis 2010 zur Unterstützung der Malev aufgewendet hatte. Seit dem Brüsseler Entscheid stellte die Regierung jegliche Hilfe an die Malev ein.
Die Airline beschäftigt insgesamt 2.600 Mitarbeiter. Sie transportiert jährlich rund drei Millionen Passagiere.

