Schuldenkrise

vonapa/red
Donnerstag, 2. Februar 2012

ESM kommt nun fix im Juni

  • Vertrag für dauerhaften Rettungsschirm unterzeichnet. Derzeit noch 500 Mrd Euro

 

Nach langem Tauziehen ist der Vertrag für den permanenten Euro-Rettungsschirm (ESM) endlich am Donnerstag unterzeichnet worden. Der Vertrag kann nun von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Der ESM soll im Juli in Kraft treten, sobald er von genug Mitgliedstaaten ratifiziert wurde, deren Verpflichtungen 90 Prozent des Kapitals ausmachen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten den ESM-Vertrag am Montag bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel gebilligt.

Der dauerhafte Rettungsschirm soll nach dem derzeitigen Stand eine effektive Darlehens-Vergabekapazität von 500 Mrd. Euro haben. Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen allerdings bei ihrem nächsten Gipfel Anfang März diese Summe nochmals überprüfen, um die "Brandmauer" gegen die Staatsschuldenkrise in der Eurozone allenfalls weiter zu erhöhen.

Österreich steuert 2,2 Mrd. Euro bei
In Summe geben die 17 Euro-Staaten Zusagen in Höhe von 700 Mrd. Euro ab, Österreich im Umfang von 19,4838 Mrd. Euro. 80 Mrd. Euro zahlen die Staaten direkt in fünf jährlichen Raten in den ESM ein, Österreich rund 2,2 Mrd. Euro. Die Staaten können ihre Raten aber auch schneller einzahlen. Das im Unterschied zum derzeitigen Euro-Rettungsschirm EFSF direkt eingezahlte Kapital soll das Vertrauen der Finanzmärkte erhöhen.

Faymann will Zusammenlegung
Bundeskanzler Werner Faymann (S) hat am Montag seine Forderung nach Zusammenlegung des EFSF und des ESM bekräftigt. Zusammen mit den restlichen Geldern aus dem EFSF würden beide Rettungsschirme auf eine Kapazität von etwa 750 Mrd. Euro kommen. Finanzministerin Maria Fekter (V) hatte vergangene Woche erklärt, sie halte diese Idee für konsensfähig.

ESM könnte angepasst werden
Laut dem ESM-Vertrag soll das anfängliche maximale Darlehensvolumen des ESM auf 500 Mrd. Euro "einschließlich der ausstehenden EFSF-Stabilitätshilfe festgesetzt" werden. "Die Angemessenheit des konsolidierten maximalen Darlehensvolumens des ESM und der EFSF wird jedoch vor dem Inkrafttreten des vorliegenden Vertrags neu bewertet werden. Falls dies angebracht ist, wird es ab Inkrafttreten des vorliegenden Vertrags ... durch den Gouverneursrat des ESM angepasst", heißt es in dem Vertrag.

Dem Gouverneursrat kommt eine entscheidende Rolle zu. Anders als beim EFSF sollen Beschlüsse in dringenden Fällen nicht mehr so leicht durch ein Veto eines kleinen oder mittleren Euro-Landes blockiert werden können. Der Vertrag sieht vor dass für Beschlüsse eine qualifizierte Mehrheit von 85 Prozent reicht, falls die Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) zu dem Schluss gelangen, dass eine dringende Entscheidung über eine Finanzhilfe erforderlich ist, wenn die finanzielle und wirtschaftliche Tragfähigkeit des bedroht ist. Konkret bedeutet dies, dass Deutschland, Frankreich und Italien - deren Beitragsschlüssel jeweils über 15 Prozent liegt - Beschlüsse blockieren können. Der österreichische Beitragsschlüssel zum ESM ist mit 2,7834 Prozent festgesetzt. Finnland (1,7974 Prozent Stimmgewicht) hat sich eine Ausnahme dazu ausbedungen und muss nicht einzahlen, wenn es überstimmt wird.

2.2.2012 20:19
Autor:apa/red
mundl66, 03. 02. '12 10:44
Der Witz "Rettungsschirm"
In da Finanzwöd ganz normal (?) das a Negerant mehr Zinsen zahlt. Da Negerant is aber a gutes Geschäft für die ganzen Spekulanten drum hilft man ihm imma nur a bissal, weu wenn der sich erfangt is er ja ka gutes Gschäft mehr.
Von dem ganzn Rettungsschirm ham die klanan Bürger mitsamt de hungernden Kinder in Griechenland gar nix ausser no mehr Einschränkungen und Entbehrungen. Profitier´n dan wida de Spekulanten und oft a die die des ganze Fiasko angerichtet ham.

bei der Kake fliegen die Schmeissfliegen, bei die Leich´n de Aasgeier und bei -/+ Finanzen de Parasitspekulantn =(
brabus, 02. 02. '12 18:21
20 Milliarden bzw 2,2Mrd Rate
Und woher nimmt Österreich das Geld ? Etwa gar durch neue Kredite die unsere Schuldenlast noch höher steigen lassen oder dürfen wir es uns vom Mund absparen? Wie vertrottelt ist das denn ?
vardka013@hotmail.com, 02. 02. '12 23:06
Re: 20 Milliarden bzw 2,2Mrd Rate
komm...gibs auf...zahlen sind ned dein ding...du verstehst es einfach nicht

nicht einmal den text kannst du erfassen...die 2,2 mrd sind keine rate...diese werden in raten bezahlt

es steht außerdem, dass es 5 jährliche raten gibt...wie viel wären 2.2 mal 5?...sicher keine 20...da muss man ned groß nachrechnen -.-...das hätte dir vlt auffallen solln

eine andere frage an dich, du genie: was glaubst du würde es den österreichischen steuerzahler kosten ohne einen EFSF bzw ESM?...hast du dir das schon mal überlegt?

seh es als eine art versicherung...die kasko für dein auto hältst du doch auch ned für unnötig, oder? (der vergleich hinkt...ich weiß...aber ich weiß nicht wie ich es dir sonst klar machen soll)
Rasso, 03. 02. '12 05:27
Re: 20 Milliarden bzw 2,2Mrd Rate
Aber nur eine Versicherung für die anderen Ramschstaaten - die wir bezahlen.
brabus, 05. 02. '12 18:51
Re: 20 Milliarden bzw 2,2Mrd Rate
@Vardka, lesen: Österreich steuert 2,2 Mrd. Euro bei
In Summe geben die 17 Euro-Staaten Zusagen in Höhe von 700 Mrd. Euro ab, Österreich im Umfang von 19,4838 Mrd. Euro. 80 Mrd. Euro zahlen die Staaten direkt in fünf jährlichen Raten in den ESM ein, Österreich rund 2,2 Mrd. Euro. Die Staaten können ihre Raten aber auch schneller einzahlen. Das im Unterschied zum derzeitigen Euro-Rettungsschirm EFSF direkt eingezahlte Kapital soll das Vertrauen der Finanzmärkte erhöhen.
Österreichs Zusage sind 19,4Mrd (ich hab auf 20 Mrd aufgerundet weils am Ende ohnehin immer mehr ist) und 2,2Mrd werden cash einbezahlt, egal ob in 5 Raten oder nicht, Wir haben weder das Geld für die Einzelrate noch die Summe von 2,2 Mrd in der Kaffeekassa übrig. Heißt also: neue Kredite, neue Schulden. Jetzt verstanden ?