Wiener Stadthalle
Michelin-Fledermaus enttäuscht
- Dialoge vom Band und wenig Kreativität quälen die Zuschauer bei der Batman-Premiere.

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Dialoge vom Band und wenig Kreativität quälen die Zuschauer bei der Premiere.
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Die "Batman live"-Premiere in der Wiener Stadthalle war alles andere als ein großer Erfolg: Der Applaus des Publikums am Ende der Vorführung war eher verhalten. Trotz zehn Millionen Produktionskosten und aufwendiger Kostüme konnte die Show nicht überzeugen. Farblose Darsteller und gesprochene Dialoge vom Band enttäuschten die großen Erwartungen der Zuschauer.
Batman ist eigentlich ein düsterer Antiheld, der in den 60er Jahren durch eine schrille TV-Serie zum kunterbunten Kinderspaß mutierte, später durch Comic-Legenden wie Neil Adams und Frank Miller in den Heften rehabilitiert und dessen Geschichte zuletzt von Regisseur Christopher Nolan erstmals originalgerecht auf die Leinwand transferiert wurde. "Batman live" ist weder düster noch überzeichnet schrill, sondern ziemlich seelenloses Variete - es wird am Seil geschunkelt, der Joker vollführt altbackene Zaubertricks, vor jedem Kampf gibt es einen langatmigen Stellungstanz.
Keine Kreativität und langwierige Entfesselungskünste
Der "Dunkle Ritter" erinnert in seinem Kostüm eher an das aus der Reifenwerbung bekannte Michelin-Männchen oder - im besten Fall - an seinen Comic-Kollegen Hulk (nur in Grau statt Grün). Er fliegt behäbig an zwei Seile angeschnallt, von denen er sich vor jedem weiteren Schritt erst einmal befreien muss. Mit Nebel und Pyro-Effekten hätte man das gut kaschieren können, aber dazu wäre Kreativität notwendig gewesen, die man bei "Batman live" vermisst. So plätschert auch die Handlung, in die man krampfhaft alle Superschurken der Fledermaus integrierte, in der wenig actionreichen Inszenierung dahin.
"Bring mir einen Drink, sonst komm ich in die Mauser", quakte der Pinguin. Das haben sich wohl auch zahlreiche Erwachsene im Publikum gedacht. Und die Kinder? Ob sie im rasanten Videospiel-Zeitalter mit Kampfszenen im gefühlten Zeitlupentempo zu begeistern sind, bleibt die Frage. Spannender ist da schon die Batman-Inszenierung aus Lego, die Fans des Superheldens vor Kurzem präsentierten.

