Österreichischer Tatort

vonapa/red
Freitag, 3. Februar 2012

Der blutigste "Tatort" bisher

  • 14 Leichen bei "Kein Entkommen" mit Harald Krassnitzer am Sonntag

 

Am Sonntag wird es blutig im ORF: So viele Leichen wie beim österreichischen "Tatort" gab es noch nie. Damit ist er der "leichenreichste" in der mehr als 41-jährigen Geschichte der Krimireihe. Das hat die Fanseite "tatort-fundus.de" ausgerechnet. Bisheriger Rekordhalter mit 14 Leichen war im Jahr 2004 der Bremer "Tatort: Abschaum" mit Sabine Postel (als Inga Lürsen), in dem es um Satanismus ging. Damals gab es Proteste, der Krimi sei zu brutal.

Der im Februar und März vor einem Jahr von Fabian Eder und Lukas Sturm nach einem Drehbuch von Eder in Wien gedrehte "Tatort" erweist sich zumindest klimatisch als hoch aktuell: In der grauen, frostigen Bundeshauptstadt tobt die Grippewelle und setzt auch in den Reihen der Polizei reihenweise Beamte außer Gefecht. Von Knoblauch bis Ingwer scheint jeder ein Hausmittel zu haben. Auch Chefinspektor Eisner ist schwer bedient, stellt sich jedoch direkt vom Krankenbett aus in den Dienst, als es zu einem offenkundigen Auftragsmord an einem kurzfristig als Fahrer einer Reinigungsfirma eingesprungenen Studenten kommt.

Kriegsverbrechnern auf der Spur
Schon bald wird klar, dass der Anschlag jenem Angestellten gegolten hatte, der eigentlich auf dem Dienstplan gestanden war. Josef Müller stellt sich kurz darauf der Polizei und bittet um Schutz: Als Mirco Gradic war er vor seiner Flucht nach Wien Mitglied der nationalistischen "Sveti Tigar". Innerhalb kürzester Zeit sehen sich Eisner und Fellner nicht nur mit Kriminellen konfrontiert, die ihr blutiges Handwerk im Balkankrieg der 1990er Jahre gelernt haben, sondern auch mit Kollegen, die im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen auf einen großen Fang hoffen.

"Ich rede nicht von Morden, sondern von Leichen. Das hört sich vielleicht kleinkariert an, ist aber im 'Tatort' nicht dasselbe", erklärte Francois Werner (38), Betreiber der "tatort-fundus"-Webseite am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. "Wir zählen 'aktive' Leichen, also die, die während der Handlung zu Leichen werden und nicht die, die in der Geschichte Erwähnung finden oder früher gestorben sind."

Der österreichische "Tatort" an diesem Sonntag trägt den Titel "Kein Entkommen". Der ORF-Krimi mit Harald Krassnitzer (als Moritz Eisner) und Adele Neuhauser (Assistentin Bibi Fellner) handelt von den langen Schatten des Balkankrieges bis ins heutige Wien. Francois Werner betont: "Die Anzahl der Leichen sagt nicht immer etwas über die Brutalität des Filmes aus!" Nach ARD-Zählung ist es "Tatort" Nummer 827.

3.2.2012 15:00
Autor:apa/red
voelki, 06. 02. '12 11:39
Tatort
Einer der besten Tatort Folgen seit langer Zeit. Herr Krassnitzer und Frau Neuhauser sind ein kongeniales Duo.

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