Syrien
UNO-Resolution geplatzt
- Blutbad mit über 300 Toten in syrischer Stadt Homs - Veto von Russland und China

·First Lady flieht
Opposition stoppt Autokonvoi. Aufstand rückt immer näher an Damaskus heran.
·Mission impossible
Arabische Liga stoppt Beobachtungsmission aufgrund steigender Gewalt
·Bürgerkrieg droht
Lage sei am Kippen - Konfrontation zwischen Deserteuren und Armee wahrscheinlich
In Syrien sind bei den bisher blutigsten Kämpfen seit Beginn der Proteste gegen das Regime von Präsident Assad nach Angaben der Opposition mindestens 300 Menschen getötet worden. Unterdessen haben Russland und China eine UNO-Resolution erneut mit ihrem Veto in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates in New York verhindert.
Der marokkanische Resolutionsentwurf war bereits der dritte, der sich mit der Syrien-Krise befasst. Moskaus UNO-Botschafter Witali Tschurkin stimmte trotz einer großen Mehrheit gegen einen von Arabern und Europäern unterstützten Entwurf. Auch China legte ein Veto ein. Jede der fünf Vetomächte kann jede noch so starke Mehrheit überstimmen. US-Außenministerin Clinton hat China und Russland scharf kritisiert. "Es ist schwer vorstellbar, dass es nach dem bisher blutigsten Tag in Syrien immer noch jene gibt, die die internationale Gemeinschaft daran hindern wollen, diese Gewalt zu verurteilen", sagte sie in München.
Kurz vor des Sitzung des Weltsicherheitsrates hat Syriens Regime noch einmal brutal zugeschlagen. Ein nächtlicher Angriff des Militärs, der blutigste seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad, forderte nach Oppositionsangaben in der umkämpften Protesthochburg Homs mehr als 300 Tote und über 1000 Verletzte. In Wohnvierteln der Rebellenhochburg waren die ganze Nacht über Panzer-und Mörsergranaten eingeschlagen. Die syrischen Staatsmedien sprachen von einer gezielten ausländischen Medienkampagne und "Lügenmärchen", mit dem bewaffnete Terrorbanden den Sicherheitsrat beeinflussen wollten.
Rücktritt von Präsident Assad gefordert
Angesichts der Berichte über das Blutbad in Homs US-Präsident Obama erstmals seit Ausbruch der Unruhen in Syrien persönlich und ausdrücklich den sofortigen Rücktritt von Präsident Assad gefordert. "Assad hat kein Recht, Syrien zu führen", erklärte Obama am Samstag.
Nicht nur in Homs, sondern auch in anderen Landesteilen weitete das Regime seine Offensive gegen die Opposition unterdessen aus. Die Region um Al-Sabadani an der libanesischen Grenze sei heftig unter Beschuss geraten, sagten Aktivisten. Im Gegenzug kündigte die Opposition Angriffe in der Hauptstadt Damaskus an.
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