Jägerball 2012

vonapa/red
Dienstag, 31. Jänner 2012

Zünftiges Treiben in der Hofburg

  • 6.600 Besucher gingen auf die Pirsch - Mensdorff-Pouilly warnt vor selbst Erlegtem
 

Dirndl und Lederhose, Jagdhornbläser und ausgestopfte Tiere vor der Bühne: Traditionell zünftig ist Montagabend der 91. Jägerball in der Wiener Hofburg über die Bühne gegangen. Mehr als 6.600 Gäste haben bei der restlos ausverkauften Veranstaltung vom Redoutensaal bis in die Spanische Hofreitschule gefeiert. Unter die Besucher mischte sich heuer zwar nur wenig Society-Prominenz, Vertreter aus Politik und Wirtschaft zeigten sich allerdings erneut als Stammgäste.

Sein Engagement als Jäger beschafft dem ehemaligen Vizekanzler Josef Pröll (V), der erst vor kurzem zahlreiche schwarze Schweine erlegt hat, im April seine nächste Wahl, nachdem Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad sein Amt als niederösterreichischer Landesjägermeister nach mehr als 20 Jahren in jüngere Hände gelegt hat. "Ich mache das sehr gerne, ich bin ja ein leidenschaftlicher Jäger", meinte Pröll im APA-Gespräch. Revierkämpfe wie einst in der Politik sind jedoch nicht zu erwarten: "Ich freue mich, dass ich ohne große Suche einen Nachfolger gefunden habe, der die Sache sicher hervorragend und wahrscheinlich besser als ich machen wird", meinte Konrad, der vergangene Woche in seiner Heimat ein Wildschwein geschossen hat.

Graf Ali und das Rebhuhn
Vor den Tücken des selbst Erlegten warnte Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, der gemeinsam mit Ehefrau und Ex-VP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat kam: "Ich habe erst gestern ein Rebhuhn erlegt, aber in Spanien, weil es hier ja nicht mehr erlaubt ist. Das schmeckt viel besser, aber man muss aufpassen, dass man beim Essen die Schrotkörndln nicht zwischen den Zähnen hat."

Dompfarrer Toni Faber, der selbst vor Jahren den Jagdschein gemacht hat, bringt kaum Erfahrung mit: "Ich habe noch zu wenig Zeit gehabt dafür, aber die Zeiten der Muße werden kommen." Verständnis mit der Handvoll Demonstranten, die alljährlich lauthals vor der Hofburg protestieren, hat Faber bedingt: "Ich habe schon oft versucht mit ihnen zu sprechen, aber sie haben relativ wenig Geduld beim Zuhören und mehr Engagement beim Schreien."

Reiler war begeistert
Selbst noch nie auf der Jagd, dafür sehr interessiert an Flora und Fauna war die ehemalige Miss Austria Christine Reiler. Am Jägerball, der heuer unter der Patronanz des Burgenlandes stand, freute sie sich, ihre Tracht ausführen zu können: "Jede Frau, die Dirndl trägt, schaut einfach gut aus. Gott sei Dank ist das in den letzten Jahren wieder modern geworden." Tanzlehrer Thomas Schäfer-Elmayer erklärte, dass am Ball der Waidmänner keine speziellen Regeln gelten würden, denn "gutes Benehmen ist immer unverändert gleich und positiv" gefragt.

Ebenfalls unter die Gäste mischten sich Life Ball-Organisator Gery Keszler sowie die Moderatorinnen Barbara Karlich und Kati Bellowitsch. Aus den Reihen der Politik gaben sich Umweltminister Niki Berlakovich, Justizministerin Beatrix Karl (beide V), Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) sowie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und der Kärntner FPK-Obmann Uwe Scheuch ein Stelldichein. "Krone"-Chef Christoph Dichand kam mit Ehefrau und "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand , "profil"-Herausgeber Christian Rainer mit Schauspielerin Franziska Weisz und "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner in Begleitung von Moderatorin Katrin Lampe.

31.1.2012 11:07
Autor:apa/red