Wetter
Es wird noch kälter
- Temperatursturz soll sich am Wochenende fortsetzen - Weitere Kältetote in Osteuropa

·Europa zittert
Mehrere Tote im Osten - Temperaturen fallen auch in Österreich auf ein Rekordtief
·Angst vor der Kälte
Mann in Niederösterreich ist erfroren - Ansturm auf Wiener Notschlafstellen
·So wird das Wetter!
Immer top-aktuell: Die Prognosen für heute und die nächsten Tage
Zwei Todesopfer in Österreich, um einige mehr in Osteuropa, die Lage angesichts der Kältewelle ist eigentlich schlimm genug. Doch es wird noch frostiger, denn: Der Temperatursturz nimmt kein Ende. In den nächsten Tagen soll es noch kälter werden.
Am Samstag und am Sonntag werden die Höchstwerte in Österreich nur zwischen minus 13 und minus 6 Grad liegen, im Flachland wird sich die Lage durch eisigen Wind verschärfen. Extreme Temperaturen erwartet die ZAMG auch für Schifahrer und Snowboarder, mit ganztägig um die minus 20 Grad in 2000 Meter Höhe. Auch zu Beginn der nächsten Woche soll es sehr kalt werden.
Keine alltägliche Kältewelle
Eine derartige lange und heftige Kältewelle ist in Österreich nicht alltäglich. Alexander Orlik, Klimatologe der ZAMG: "Insgesamt dürften wir bei dieser Kältewelle selbst in den Landeshauptstädten auf eine Serie von etwa fünf bis sieben Tagen am Stück kommen, an denen die Temperatur unter minus zehn Grad gesunken ist. Das kommt in Österreich im Schnitt alle fünf bis zehn Jahre vor. Ähnliche Kältewellen gab es 2006, 1996 und 1985. Wobei die Kältewelle 1996 am ehesten mit unserer derzeitigen Frostserie vergleichbar ist, weil 2006 die Temperaturen großteils nicht so ganz tief waren."
Spitzenreiter bei den Landeshauptstädten ist abermals Wien. Auf der 450 Meter hoch gelegenen Jubiläumswarte in Ottakring wurden minus 18,3 Grad gemessen - nur 3,7 Grad mehr als am 2.864 Meter hohen Pitztaler Gletscher. Klagenfurt schaffte es in dieser Rangliste als einzige Landesmetropole mit minus 9,9 Grad nicht über die Minus-Zehn-Grad-Hürde.
Zusätzliche Notschlafstellen
Die frostigen Temperaturen haben in den letzten Tagen auch für einen großen Andrang auf die Wiener Notschlafstellen gesorgt. Die Plätze in den Quartieren von Caritas und Rotem Kreuz wurden zum Teil bereits aufgestockt - trotzdem müssen viele nach wie vor im Freien übernachten. Sozialarbeiter verteilen daher seit Tagen Schlafsäcke und Decken an Obdachlose. Nun hat die Caritas in Zusammenarbeit mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) ein weiteres Winternotquartier eingerichtet. Das Tageszentrum "Haus St. Josef" in der Lacknergasse wird ab dem heutigen Abend als Schlafstätte dienen. Auch die ÖBB haben am Freitag eine Initiative angekündigt, um notleidenden Menschen zusätzliche Schlaf- und Aufenthaltsräume zur Verfügung zu stellen. Eine Übersicht über Spendenmöglichkeiten für Kälteleidende gibt es unter anderem bei der Caritas
Auch viele Menschen mit einem Dach über dem Kopf müssen frieren, warnt die Volkshilfe: "Mehr als 300.000 Menschen in Österreich müssen beim Heizen sparen und können ihre Wohnung nicht angemessen warm halten", heißt es in einer Aussendung. Bei Armutsbetroffenen darf nicht gespart werden, so der Appell an die Regierung.
Immer mehr Kältetote in Osteuropa
Unterdessen hält die Kältewelle vor allem Ost-Europa fest im Griff. Allein in der Ukraine und in Russland sind bereits weit mehr als 100 Menschen erfroren. Sogar aus Rom wurde dichter Schneefall gemeldet, Schulen blieben geschlossen, Straßen waren gesperrt, der Bahnverkehr kam ins Stocken. Die Prognosen für die kommenden Tage verheißen nichts Gutes: es wird noch kälter.
Prekär ist die Situation auch in Polen. In der bisher kältesten Nacht des Winters sind erneut acht Menschen erfroren. Allein in den ersten Februartagen fielen 17 Menschen der Kälte zum Opfer, teilte eine Ministeriumssprecherin in Warschau mit. In vielen Städten betrugen die Temperaturen am Freitag bis minus 30 Grad. Auch tagsüber war nur wenig Erwärmung zu spüren. Besonders bedrohlich war die Lage für etwa 3.500 Einwohner der masurischen Kleinstadt Dobre Miasto, die nach einem Zusammenbruch im örtlichen Energieversorgung weder Heizstrom noch warmes Wasser hatten.
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