Burnout

vonKlara Vakaj
Donnerstag, 26. Jänner 2012

Völlig ausgebrannt

  • Erkennen, um es bekämpfen zu können: Die zwölf Phasen des Burnout

 

Das Gefühl innerer Leere, totale Erschöpfung, null Antrieb... Burnout? Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dieser Krankheit? Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger war der erste, der sich wissenschaftlich mit dem Phänomen Burnout befasste. Er formulierte die zwölf Phasen des Burnouts.

Phase 1: Der Zwang sich zu beweisen
Am Anfang steht der Wunsch nach Erfolg. Das ist an sich ja nicht Schlechtes. Deshalb ist es oft auch schwer, die erste Phase des Burnout als solche zu erkennen. Nach und nach wird der Wunsch aber zum Zwang. Der Betroffene stellt übertrieben hohe Erwartungen an sich selbst und versucht sein Ziel verbissen zu erreichen.

Phase 2: Verstärkter Einsatz
Nicht selten hat der Betroffene Angst, die Kontrolle zu verlieren. Daher auch der verstärkte Einsatz. Sorgfalt, Perfektionismus und Engagement bekommen zusehends zwanghaften Charakter. Der Betroffene ist nicht mehr Fähig, Aufgaben abzugeben. Man fühlt sich unentbehrlich, gleichzeitig muss noch schneller und besser gehen.

Phase 3: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
Essen wird als nebensächlich, Pausen als überflüssig angesehen. Der Körper wird vernachlässigt, Schlaf und Privatleben kommen zu kurz. Die Arbeit bestimmt den Alltag, kleine alltägliche Pflichten und Freuden werden als lästig empfunden.

Phase 4: Verdrängung von Konflikten & Bedürfnissen
Der Betroffene merkt zwar, dass etwas nicht stimmt und er eigentlich einen Gang zurückschalten sollte. Dennoch stellt er seine persönlichen Bedürfnisse hinter die Anforderungen des großen Ziels. Er beginnt sich zurückzuziehen. Niemand darf wissen, wie es ihm wirklich geht. Oft entwickelt der Betroffene in dieser Phase auch Süchte.

Phase 5: Umdeuten von Werten
Der Druck ist so hoch, dass Vergangenheit wie Zukunft ausgeblendet werden. Das einzige, was jetzt noch zählt, ist die Gegenwart. Der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Die Phase ist von Desorientierung geprägt, begleitet von einem gestörten Zeitbegriff.

Phase 6: Verstärkte Verleugnung von Problemen
Die persönlichen Bedürfnisse werden immer stärker vernachlässigt. Dies nimmt der Betroffene aber kaum wahr. Er leugnet seine Probleme - nicht zuletzt, um sich selbst vor der Wahrheit zu schützen.

Phase 7: Rückzug
Das Gefühl von Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit wird immer stärkeer. Abgesehen davon werden die Gefühle, die der Betroffene wahrnimmt, immer schwächer. Er zieht sich vor sich und der Welt zurück.

Phase 8: Beobachtbare Verhaltensänderung
Der Rückzug verstärkt sich weiter. Jegliche Zuwendung wird als Angriff empfunden.

Phase 9: Depersonalisation
Der Betroffene verliert den Zugang zu seiner eigenen Persönlichkeit und damit auch die letzte verbliebene Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Er lehnt seinen Körper und die gesamte eigene Person ab.

Phase 10: Innere Leere
Der Betroffene fühlt sich nutzlos und ausgezehrt. Das Gefühl der inneren Leere ist kaum zu ertragen. Häufig kommt es in dieser Phase auch zu schweren Phobien und Panikattacken. Um all dies auszuhalten, empfindet er den schwachen Wunsch aufzutanken. Möglicherweise versucht er sich mit Drogen und Aufputschmittel zu behelfen.

Phase 11: Depression
Verzweiflung und Erschöpfung überschatten alles. Oft sind sie die einzigen Gefühle, die der Betroffene noch wahrnimmt. Ihm ist alles egal. Motivation und Initiative sind am Nullpunkt. Der Wunsch nach Dauerschlaf macht sich breit, gleichzeitig hegt der Betroffene erste Selbstmordgedanken.

Phase 12: Völlige Erschöpfung
Die geistige, emotionale und körperliche Erschöpfung nehmen ein lebensbedrohliches Ausmaß an. Der Betroffene hat das Gefühl, sein "Ich" verloren zu haben. Die ursprünglichen Zwänge haben sich aufgelöst. Damit aber auch der Sinn weiterzuleben. Häufig bricht in dieser Phase das Immunsystem zusammen. Spätestens jetzt ist es unbedingt notwendig, sich helfen zu lassen!

Sollten Sie sich in einem oder mehreren Punkten wiedererkennen, suchen Sie sich bitte umgehend professionelle Hilfe!

26.1.2012 09:09
Autor:Klara Vakaj
Bandscheibenpflug, 03. 02. '12 08:26
Folgt auf Rat die Tat ?
Burn out Betroffenen zu empfehlen sich umgehend professionelle Hilfe zu suchen gemahnt den Tipp an den ertrinkenden Nichtschwimmer es einmal mit Schwimmen zu versuchen.

Symptomatisch für unser reparaturlastiges Gesundheitssystem: eine gute Diagnose ist die halbe Therapie, dann noch ab zum Experten...

Ich ersuche um einen zweiten Teil zum Thema, in dem Leute berichten, welche Tricks sie haben kein Burn out zu bekommen, oder wenigstens in welcher der 12 Stationen sich was bewährt hat...
Bandscheibenpflug, 03. 02. '12 08:09
Burn out hört sich eindeutig cooler als Depression an
In dem Beitrag wird keine klare Abgrenzung zum Begriff Depression vorgenommen. Das ist bedauerlich, denn damit wird der gängigen Praxis Vorschub geleistet, letztere gesellschaftsfähiger zu ummänteln. Nicht ausreichend behandelt wird der Schlüsselbegriff "Antriebslosigkeit": Burn out ist nicht ausgebrannt sein, sondern zuerst einmal ausbrennen: mit Vollgas im Leerlauf, aufgekratzt, mit Streßhormonen bis oben hin abgefüllt, aber doch unfähig die hunderten "ich sollte", "man müßte" in die Tat umzusetzen... Der ganz normale Wahnsinn ist offensichtlich keiner Erwähnung wert. Vorsicht, dies in den Bereich des Pathologischen anzusiedeln ! Schließlich machen manche Menschen aus dieser Not wenn schon keine Tugend so denn einen Beruf: Politiker.
Hikingdays, 31. 01. '12 08:08
Vorbeugend etwas tun!
Burn-out entsteht über längere Zeit, ohne das der Zeitpunkt vorhersehbar ist - du möchtest vorbeugend etwas tun?
Es gibt keine bessere Vorbeugung als moderate Bewegung in der Natur!
Du folgst einem selbstgewählten, positiven Bedürfnis - "ich will fit und gesund bleiben".
In der Natur und in Bewegung grenzt du dich von deinem Alltag und deiner Berufswelt ab.
Stresshormone werden abgebaut und zugleich steigt das Selbstwertgefühl.
Unterstützt durch unser Coaching bleibst du aktiv und kannst was für dich tun!

Halte inne - bleibe empfindsam für deine Bedürfnisse. Lege fest - "was dir wirklich wichtig ist im Leben". Schärfe deine sieben Sinne - das sind die Türen für "deine persönliche Glücksmomente".
Wandern wir gemeinsam deiner Belastung davon - HIKINGDAYS - info@hinkingdays.com
sebbie, 29. 01. '12 22:56
meine erfahrung!
ich empfehle hr. prof.dr.christian simhandl, ausgezeichnete erfahrungen!