Estibaliz C.
Getötet, mit je drei Schüssen
- NEWS liegen aktuelle Ergebnisse vor: Opfer von hinten in die Köpfe gefeuert

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Neue Ermittlungsresultate in der "Causa Esti": Ihren mutmaßlichen Opfern wurde von hinten in die Köpfe gefeuert, wie NEWS exklusiv berichtet. Und eine Polizistin ist Zeugin der Verteidigung.
Alles kompliziert. Nachdem Estibaliz C. am 10. Jänner unter ominösen Umstanden, gleich nach der Geburt, ihr Baby weggenommen wurde bleibt die rechtliche Situation des Neugeborenen weiterhin unklar.
Roland R., der Vater des Buben, von der Maßnahme genauso überrascht und entsetzt wie seine Verlobte, hat in den vergangenen Tagen, wie er sagt, in Windeseile, seine Wohnung so kindgerecht als möglich umgestaltet; Wickeltisch, Babybadewanne, Gitterbett, und noch vieles mehr beschafft. Hilfreich an seiner Seite: Angela C., Estis Mutter, die bereits vor knapp zwei Wochen von Barcelona nach Österreich reiste, um ihren zukünftigen Schwiegersohn bei der Versorgung von Roland junior zu unterstützen.
Seine Mama ist bei ihm...
Der Kleine ist entzückend, berichtet die 58-Jährige, rund um die Uhr kümmere ich mich um ihn; gebe ihm seine Fläschchen. Wiege ihn im Arm. Und auch, wenn ich weiß, dass er meine Worte noch nicht versteht erkläre ich ihm dauernd, dass seine Mama immerzu in Gedanken bei ihm ist; dass sie ihn unendlich liebt.
Estibaliz C.: Sie will ihren Sohn bei sich haben; ihn stillen dürfen. Der Streit um das Baby ist also längst nicht zu Ende. Die Anwälte der Eiswitwe werden nicht müde, zum Wohle des Kindes, im Sinne der Menschenrechtskonvention, eine zumindest vorübergehende Unterbringung des Buben bei seiner Mutter in der Haft; eine geteilte Obsorge, in Absprache mit Roland R. zu erwirken. Aber selbst der gesetzliche Zustand des 48-Jährigen ist ja unsicher: Das Jugendamt übertrug ihm schließlich bislang bloß vorläufig die Pflege für das Baby.
Bewilligt wurden indes Besuche des Mannes mit Roland junior bei der Mordverdächtigen. Derartige Visiten dürften allerdings frühestens ab Ende Jänner stattfinden: Unser Sohn wirkt, so der Großhandelskaufmann, derzeit noch sehr zerbrechlich, daher werde ich ihn erst, wenn sein Kinderarzt ,grünes Licht dazu gibt, in die Justizanstalt Josefstadt bringen. Was Esti versteht, da ihr, genauso wie mir, nichts mehr am Herzen liegt als die Gesundheit des Babys.
Angela C.: Auch sie hat mittlerweile die Erlaubnis erhalten, ihre Tochter hinter Gittern zu sehen; wann es zu einem Treffen kommen wird, ist jedoch offen, da ein Gespräch der Frauen von einem Spanisch-Dolmetscher bewacht werden muss. Abseits des Dramas um das Baby der Eiswitwe gibt es juristische Neuigkeiten zum Fall Estibaliz C.: Seit kurzem liegen der Justiz nämlich neue Polizeiprotokolle, sowie die Obduktionsbefunde und die ballistischen Gutachten zu der Causa vor.
Sechs tödliche Schüsse.
Fazit: Holger H., Estis Ex- Gatte, dürfte Mitte April 2008 getötet worden sein. In seinem Schädel, schreiben Gerichtsmediziner in ihren Expertisen, fanden sich drei Einschüsse. Ein Durchschuss war in der rechten Schläfe eingetreten und aus der linken Schläfe ausgetreten. Zwei Schüsse gegen den Hinterkopf wurden von hinten in enger Nachbarschaft abgegeben. Diesen drei Schüssen sind Hirnverletzungen und damit auch der Todeseintritt zuzuordnen. Bei Manfred H. (der in der Nacht vom 21. auf den 22. November 2010 umgebracht worden sein soll) konnten drei Kugeln im Hinterkopf, sowie ein Streifschuss hinter dem linken Ohr festgestellt werden; genauso wie bei Holger H. wurden die Schüsse allesamt aus zehn bis zwanzig Zentimeter Entfernung abgegeben. Weitere Indizien gegen Esti: Wie Untersuchungen an ihrem Computer belegen sollen, hatte sie im Sommer 2010 im Internet ausgiebig zum Thema Giftmord recherchiert; und in der Folge per Kreditkarte zwei letal wirkende Pflanzensamen bei einem Gartencenter bestellt.
Kein Gift-Beweis.
Keimlinge, durch deren Verabreichung (sollte der Konsument die Einnahme überleben) schwere, irreparable Organschädigungen ausgelöst werden. Defekte, die Rechtsärzte an den (freilich schon stark verwesten) sterblichen Überresten des zweiten mutmaßlichen Opfers der Eiswitwe ausmachten. Toxikologische Untersuchungen diverser Gewebeteile von Manfred H. brachten letztlich jedoch keine Hinweise auf Rückstande der betreffenden Substanzen die Esti, wie sie behauptet, niemals ihrem Lebensgefährten ins Essen gemischt; die sie sich einst lediglich beschafft habe, weil ich vorhatte, damit Suizid zu begehen. Nachdem sie von Seitensprüngen ihres Partners erfahren hatte.
Unsere Mandantin, beteuern die Verteidiger der Frau, ist keine eiskalte Killerin. Wenn sie tatsächlich Holger H. und Manfred H. getötet hat dann sind die Delikte als Explosionen von Affektstaus zu werten. Ausgelöst durch Quälereien und Demütigungen, welche die Frau durch die beiden Männer über Jahre hindurch angeblich habe erleiden müssen.
Er war brandgefährlich.
Schützenhilfe bezüglich derartiger Spekulationen bekommen Estis Advokaten durch die Aussagen einer deutschen Polizistin, mit der Holger H. vor seiner Heirat mit Estibaliz C. liiert gewesen war; die jetzt im Zuge einer Zeugeneinvernahme angab, während ihrer Beziehung mit dem Mann von diesem schwer misshandelt worden zu sein und wegen seiner fürchterlichen Drohungen gegen mich in Todesangst vor ihm gelebt zu haben.
Mitte Februar soll in Barcelona Estibaliz C.s 25-jähriger Bruder Aitor verhört werden. Von spanischen und österreichischen Kriminalbeamten. Die Fahnder glauben nämlich, dass der Psychologiestudent möglicherweise Details über das Verbrechen an Manfred H. wissen und er seiner Schwester beim Zerstückeln und/oder Entsorgen der Leiche geholfen haben könnte. Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod des 47-Jährigen war Aitor C. nämlich wie Nachforschungen bei einer Fluglinie bestätigen für 24 Stunden nach Wien gereist.
In einem NEWS-Interview im Sommer 2011 bestätigte der junge Mann einen Aufenthalt bei der Eiswitwe, im November 2010. Seine Erklärung dafür: Esti hatte mich damals angerufen und um einen ehebaldigen Besuch gebeten. Weil es ihr seelisch so schlecht gehe weil Manfred abgetaucht, sie verlassen hatte. Von einer Sekunde auf die andere...
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