Estibaliz C.

vonNEWS/Martina Prewein
Mittwoch, 25. Jänner 2012

Getötet, mit je drei Schüssen

  • NEWS liegen aktuelle Ergebnisse vor: Opfer von hinten in die Köpfe gefeuert

 

Neue Ermittlungsresultate in der "Causa Esti": Ihren mutmaßlichen Opfern wurde von hinten in die Köpfe gefeuert, wie NEWS exklusiv berichtet. Und eine Polizistin ist Zeugin der Verteidigung.

Alles kompliziert. Nachdem Estibaliz C. am 10. Jänner unter ominösen Umstanden, gleich nach der Geburt, ihr Baby weggenommen wurde – bleibt die rechtliche Situation des Neugeborenen weiterhin unklar.

Roland R., der Vater des Buben, von der Maßnahme genauso überrascht und entsetzt wie seine Verlobte, hat in den vergangenen Tagen, wie er sagt, „in Windeseile“, seine Wohnung „so kindgerecht als möglich umgestaltet“; Wickeltisch, Babybadewanne, Gitterbett, und noch vieles mehr beschafft. Hilfreich an seiner Seite: Angela C., „Estis” Mutter, die bereits vor knapp zwei Wochen von Barcelona nach Österreich reiste, um ihren zukünftigen Schwiegersohn bei der Versorgung von Roland junior zu unterstützen.

„Seine Mama ist bei ihm...“
„Der Kleine ist entzückend“, berichtet die 58-Jährige, „rund um die Uhr kümmere ich mich um ihn; gebe ihm seine Fläschchen. Wiege ihn im Arm. Und auch, wenn ich weiß, dass er meine Worte noch nicht versteht – erkläre ich ihm dauernd, dass seine Mama immerzu in Gedanken bei ihm ist; dass sie ihn unendlich liebt.“

Estibaliz C.: Sie will ihren Sohn bei sich haben; ihn stillen dürfen. Der Streit um das Baby – ist also längst nicht zu Ende. Die Anwälte der „Eiswitwe” werden nicht müde, „zum Wohle des Kindes, im Sinne der Menschenrechtskonvention, eine zumindest vorübergehende Unterbringung des Buben bei seiner Mutter in der Haft; eine geteilte Obsorge, in Absprache mit Roland R.“ zu erwirken. Aber selbst der „gesetzliche Zustand“ des 48-Jährigen ist ja „unsicher“: Das Jugendamt übertrug ihm schließlich bislang bloß „vorläufig” die Pflege für das Baby.

Bewilligt wurden indes Besuche des Mannes mit Roland junior bei der Mordverdächtigen. Derartige Visiten dürften allerdings frühestens ab Ende Jänner stattfinden: „Unser Sohn wirkt”, so der Großhandelskaufmann, „derzeit noch sehr zerbrechlich, daher werde ich ihn erst, wenn sein Kinderarzt ,grünes Licht‘ dazu gibt, in die Justizanstalt Josefstadt bringen. Was Esti versteht, da ihr, genauso wie mir, nichts mehr am Herzen liegt – als die Gesundheit des Babys.”

Angela C.: Auch sie hat mittlerweile die Erlaubnis erhalten, ihre Tochter hinter Gittern zu sehen; wann es zu einem Treffen kommen wird, ist jedoch offen, da ein Gespräch der Frauen von einem Spanisch-Dolmetscher bewacht werden muss. Abseits des Dramas um das Baby der „Eiswitwe“ – gibt es juristische Neuigkeiten zum „Fall Estibaliz C.“: Seit kurzem liegen der Justiz nämlich neue Polizeiprotokolle, sowie die Obduktionsbefunde und die ballistischen Gutachten zu der Causa vor.

Sechs tödliche Schüsse.
Fazit: Holger H., „Estis“ Ex- Gatte, dürfte Mitte April 2008 getötet worden sein. „In seinem Schädel”, schreiben Gerichtsmediziner in ihren Expertisen, „fanden sich drei Einschüsse. Ein Durchschuss war in der rechten Schläfe eingetreten und aus der linken Schläfe ausgetreten. Zwei Schüsse gegen den Hinterkopf wurden von hinten in enger Nachbarschaft abgegeben. Diesen drei Schüssen sind Hirnverletzungen und damit auch der Todeseintritt zuzuordnen.” Bei Manfred H. (der in der Nacht vom 21. auf den 22. November 2010 umgebracht worden sein soll) konnten „drei Kugeln im Hinterkopf, sowie ein Streifschuss hinter dem linken Ohr festgestellt werden“; genauso wie bei Holger H. „wurden die Schüsse allesamt aus zehn bis zwanzig Zentimeter Entfernung abgegeben.“ Weitere Indizien gegen „Esti“: Wie Untersuchungen an ihrem Computer belegen sollen, hatte sie im Sommer 2010 im Internet ausgiebig zum Thema „Giftmord“ recherchiert; und in der Folge per Kreditkarte zwei letal wirkende Pflanzensamen bei einem Gartencenter bestellt.

Kein „Gift-Beweis“.
Keimlinge, durch deren Verabreichung (sollte der „Konsument“ die Einnahme überleben) schwere, irreparable Organschädigungen ausgelöst werden. Defekte, die Rechtsärzte an den (freilich schon stark verwesten) sterblichen Überresten des zweiten mutmaßlichen Opfers der „Eiswitwe“ ausmachten. Toxikologische Untersuchungen diverser Gewebeteile von Manfred H. brachten letztlich jedoch keine Hinweise auf Rückstande der betreffenden Substanzen – die „Esti“, wie sie behauptet, niemals ihrem Lebensgefährten ins Essen gemischt; die sie sich einst lediglich beschafft habe, „weil ich vorhatte, damit Suizid zu begehen.“ Nachdem sie von Seitensprüngen ihres Partners erfahren hatte.

„Unsere Mandantin“, beteuern die Verteidiger der Frau, „ist keine eiskalte Killerin. Wenn sie tatsächlich Holger H. und Manfred H. getötet hat – dann sind die Delikte als Explosionen von Affektstaus zu werten.“ Ausgelöst durch Quälereien und Demütigungen, welche die Frau durch die beiden Männer über Jahre hindurch angeblich habe erleiden müssen.

„Er war brandgefährlich.“
Schützenhilfe bezüglich derartiger Spekulationen bekommen „Estis“ Advokaten durch die Aussagen einer deutschen Polizistin, mit der Holger H. vor seiner Heirat mit Estibaliz C. liiert gewesen war; die jetzt im Zuge einer Zeugeneinvernahme angab, während ihrer Beziehung mit dem Mann von diesem „schwer misshandelt“ worden zu sein und „wegen seiner fürchterlichen Drohungen gegen mich in Todesangst vor ihm gelebt“ zu haben.

Mitte Februar soll in Barcelona Estibaliz C.s 25-jähriger Bruder Aitor verhört werden. Von spanischen und österreichischen Kriminalbeamten. Die Fahnder glauben nämlich, dass der Psychologiestudent möglicherweise Details über das Verbrechen an Manfred H. wissen – und er seiner Schwester beim Zerstückeln und/oder Entsorgen der Leiche geholfen haben könnte. Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod des 47-Jährigen war Aitor C. nämlich – wie Nachforschungen bei einer Fluglinie bestätigen – für 24 Stunden nach Wien gereist.

In einem NEWS-Interview im Sommer 2011 bestätigte der junge Mann einen Aufenthalt bei der „Eiswitwe“, im November 2010. Seine Erklärung dafür: „Esti hatte mich damals angerufen und um einen ehebaldigen Besuch gebeten. Weil es ihr seelisch so schlecht gehe – weil Manfred abgetaucht, sie verlassen hatte. Von einer Sekunde auf die andere...“

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25.1.2012 14:42
Autor:NEWS/Martina Prewein
technik01, 27. 01. '12 21:54
Entschuldigung
aber wer so kaltblütig 2 Menschen killt - 2 Menschen in Teile zerlegt (würg) und diese auch noch einbetoniert - hat jegliches Recht auf Verständnis verwirkt. Die Medienwirksame "Esti" sollte man da schnellstens ablegen, denn so eine Handlung ist mit nichts entschuldbar und sollte auch medial dementsprechend nicht verharmlost werden.
laa_thaya22, 25. 01. '12 16:31
Wer denkt an die Mütter der erschossenen Männer?
Natürlich soll sie ihr Kind nicht zusich bekommen. Hat sie darauf Rücksicht genommen das die Mütter der erschoßenen Männer ihre Söhne vermissen? Der neue von ihr hat ja Glück das sie erwischt wurde, sonst wäre wahrscheinlich er nach 2 Jahren der nächste gewesen.
Oder glaubt er das er was besonderes für sie gewesen ist? Die Frau ist geistig krank und ihr gehört auf keinen Fall ein Kind. Kein Mensch hat das Recht einen anderen das Leben zu nehmen. Wenn die Männer nicht in Ordnung waren hätte sie das anders lösen müssen.
War-Lord, 25. 01. '12 13:17
Aha...
Ich bin wirklich froh, dass wir Österreicher und Österreicherinnen keine anderen Sorgen haben... da kann ich ja beruhigt schlafen gehen!! Abschließend möchte ich noch kurz einen Senf dazu geben: "Hunde, wollt ihr ewig leben?!" ...Meine Nachbarin ist auch gestern tot umgefallen, da hat mein nicht so ein Trara veranstaltet...Aber scheinbar gibt es momentan ja sonst nix zu berichten, weil unsere Regierung berät ja auch noch immer...ist aber eigentlich auch nix Neues, weil ich glaub die tun schon die letzten 3 Jahre beraten und bis jetzt ist noch nix geschehn, außer dass wir denen ein nettes Gehalt fürs Nixtun gezahlt haben...
laa_thaya22, 25. 01. '12 16:34
Re: Aha...
Was arbeitest du eigentlich? Und wurde deine Nachbarin auch erschossen? Das Menschen sterben ist normal, aber nicht durch eine andere Hand. Mich wunderts das du dir die Zeit nimmst einen Artikel zu schreiben, wo dich das doch gar nicht interessiert!
mfg Laa_thaya
mmeinung, 25. 01. '12 11:38
Wieviele Kinder müssen ohne ihre Eltern aufwachsen
und da macht man so ein Gschisti Gschasti weil diese Frau ihr Kind nicht bei sich haben darf (im Gefängnis). Auch der ORF muß noch auf diesen Zug aufspringen....
leben2012, 25. 01. '12 13:35
Re: Wieviele Kinder müssen ohne ihre Eltern aufwachsen
Ich bin ganz Ihrer Meinung. Und wenn in der ORF-Sendung bedauert wird, dass dem Kind das Recht auf Muttermilch genommen wird, kann ich nur sagen: Viele Mütter haben gar keine Muttermilch. Auch ich gehörte zu denen und mußte meine Kinder mit Ersatzprodukten aufziehen. Außerdem finde ich, das Kind 3 Jahre bei der Mutter zu belassen und dann ihr wegzunehmen ist für das Kind sehr traurig und für die Mutter. Immer unter der Voraussetzung, Ihre Haftstrafe dauert länger als 3 Jahre.
Es ist außerdem unverständlich, dass man sich um diese Frau so annimmt. Wo bleibt das Mitgefühl für Mütter die es auch sehr schwer haben ohne einen derartigen Verdacht auf sich geladen zu haben.
freud0815, 25. 01. '12 14:49
Re: Wieviele Kinder müssen ohne ihre Eltern aufwachsen
auch unsere kinder konnten nicht gestillt werden und wurden alle 3 gross-die ersatzprodukte sind für das kind sicher nicht so schädlich als im knast aufzuwachsen. ich nehme einmal an, dass mütter die ihre kinder bei sich haben bessere bedingungen haben und genau das soll erreicht werden. für frauen die wegen kleineren delikten sitzen, finde ich das durchaus ok-zb steuerhinterziehung oder sowas, dinge wo kein mensch sterben oder physisch verletzt wurde. hier geht es um mord und meiner meinung nach leichenschändung und es sollte extrem hart bestraft werden. die ganze familie wird hier bescheid wissen und den plan der beseitigung mit geschmieded haben-dies sollte untersucht werden und ggf die mittäter bestraft werden (in spanien bitte)