Thomas Gottschalk

vonTanja Böhm
Dienstag, 24. Jänner 2012

Neue Show gestartet

  • Gelungener Einstand, der aber durchaus noch einige Luft nach oben offen lässt
 

Knapp zwei Monate nach seiner allerletzten "Wetten, dass..?"-Show ist Thomas Gottschalks neue Sendung "Gottschalk Live" in der ARD gestartet. Die Quote beim Einstand passte, generell ist das Format jedoch noch verbesserungswürdig.

Angekündigt war "Gottschalk Live" als Sendung, die sich mit aktuellen Themen aus Kultur, Entertainment, Wirtschaft, Politik und Zeitgeschehen beschäftigt, die Tagesgespräch sind. Wer sich dabei exklusive, tiefgreifende Diskussionen zu brisanten Theman erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht, denn Gottschalk blieb in seiner ersten Sendung leider eher an der Oberfläche.

Zunächst machte sich Thomas Gottschalk über den Bericht einer deutschen Illustrierten lustig, die seinen in Armut lebenden Cousin in Polen ausfindig gemacht haben wollte. In gewohnt lässig-lockerer Manier wusste der Moderator diese Story aber zu entkräften. Von einer Klage sieht er ab, scherzte Gottschalk.

Trennung von Heidi und Seal
Ein Thema der Sendung war naturgemäß die Trennung Heidi Klum und Seal. Gottschalk, der das Topmodel in den 90ern in einer von ihm moderierten RTL-Show entdeckt hatte, spekulierte, dass die Ehe wohl am beruflichen Ehrgeiz der beiden gescheitert ist. Wenn beide Partner so sehr nach Erfolg streben, könne das nicht gutgehen, meinte Gottschalk, der die Trennung bereits kommen gesehen haben will.

Anstatt offen aus dem Nähkästchen zu plaudern, zog es Gottschalk, der das Paar auch privat gut kennt, und somit bestimmt Insider-Informationen zu bieten hätte, allerdings vor, sein Bedauern über das Scheitern der Beziehung zu bekunden. Hier hätte sich der Klatsch-affine Zuschauer mehr erwartet.

Redaktion wird mit einbezogen
Dass kein Live-Publikum anwesend ist, stört absolut nicht. Gottschalk konzentriert sich dafür auf die Interaktion mit seiner Redaktion, bei der er seine wahre Stärke auspielen kann. Im Vorfeld einstudierte Gags funktionieren bei ihm in der Regel nicht, gehen teilweise sogar ziemlich in die Hose. Umso erfrischender sind hingegen seine spontanen Gespräche mit den Mitarbeitern.

Als absolut unpassend erweisen sich die zahlreichen kurzen Werbepausen, die immer wieder den Sendungsfluss stören und Gottschalk völlig aus dem Konzept bringen. Hier sollten sich die ARD-Verantwortlichen künftig etwas einfallen lassen.

Bully als erster Stargast
Als erster Stargast nahm Schauspieler und Regisseur Michael "Bully" Herbig in Gottschalks "Wohnzimmer" Platz. Die von ihm mitgebrachten Hausschuhe sollten die Stimmung auflockern, doch auch wenn die Chemie stimmte: wirklich tiefgründig wurde das Gespräch, das sich vor allem um Bullys aktuelle Filmprojekte drehte, leider nicht. Doch das kennen wir auch schon von "Wetten, dass..?". Auch dort schien es oftmals so, als wären die Gespräche mit den anwesenden Promis für Gottschalk nur ein notwendiges Übel.

Dennoch kündigte Thomas Gottschalk für die nächste Sendung mit "Kaiser" Franz Beckenbauer und Schauspieler Armin Rohde gleich zwei Stargäste an. Bei 30 Minuten Sendezeit bleibt da aber wohl nicht mehr viel Platz für tagesaktuelle Themen. Man wird sehen, wie sich die Show, bei deren Einstand 4,34 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen saßen, weiterhin entwickelt. Die erste Ausgabe war vergnüglich, aber nichts Besonderes. Kurz gesagt: Hier ist noch ordentlich Luft nach oben.


Weiterführender Link:
Gottschalk Live

24.1.2012 13:15
Autor:Tanja Böhm