Streik in Italien
Italien steht still
- Nach LKW-Fahrern protestieren nun auch Bahn-, Flug- und Nahverkehr.

·Verkehr liegt lahm
Straßenblockaden und Demos: Auch österreichische Frächter sind betroffen.
Das Land steht still: Die Streiks in Italien weiten sich aus. Nach den LKW-Fahrern betrifft der Ausstand auch den Bahn-, Flug- und Nahverkehr. 24 Stunden geht nichts mehr. Protestiert wird gegen die neuen Sparpläne der Regierung. Betroffen sind auch Reisende aus Österreich und Deutschland. Die ÖBB reagierte bereits mit Ersatzbussen.
Die ÖBB bieten anlässlich des bevorstehenden Streiks zum Teil Ersatzbusse an. Streiks geplant hat auch das Boden- und Flugpersonal aller italienischen Airlines - mit Ausnahme der Alitalia, da hier bereits eine Einigung bei der Verhandlung über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter an Bord erreicht wurde. Auf den römischen Flughäfen Ciampino und Fiumicino ist ein vierstündiger Arbeitsausstand geplant. Außerdem kam es am Freitagvormittag in den Städten wegen des Streiks der Bediensteten im Nahverkehr zu erheblichen Verspätungen.
Monti unter Druck
Mit dem Arbeitsausstand wollen die Gewerkschaften gegen die Kürzungen der staatlichen Finanzierung der Nahverkehrsgesellschaften protestieren, die von der Regierung Monti im Rahmen des neuen Sparpakets beschlossen wurden. Die Gewerkschaften befürchten dadurch gravierende negative Auswirkungen auf den Bereich des öffentlichen Verkehrs.
Autobahnen sind weiter blockiert
Die Fernfahrer setzten am Freitag zum letzten Tag ihren am Montag begonnen Protest fort. Der Lkw-Streik legte Süditalien lahm. Mehrere Regionen bekamen die Folgen der Straßenblockaden der Fernfahrer besonders stark zu spüren. Für die Agrarbranche ist durch den Protest ein Schaden von 150 Millionen Euro entstanden. In vielen Tankstellen war kein Treibstoff mehr zu finden.
Die Auswirkungen des Lkw-Streiks belasteten auch zunehmend Norditalien. EU-Kommissa Tajani machte auf die Regierung Monti Druck für ein sofortiges Ende des Protests. "Unterbrechungen im freien Umlauf der Waren ist im EU-Raum verboten", mahnte Tajani.

