AUA-Proteste
Flugpersonal gegen Sparpläne
- Mehr als ein Drittel des fliegenden Personals protestiert gegen Kürzungen

·Proteste bei der AUA
Belegschaft wehrt sich gegen Strukturänderungen - Flugbetrieb beeinträchtigt
·AUA zittert vor Konkurs
Ab 29. Februar droht großer Streik - Gewerkschaft lehnt neue Verträge ab
·GRAFIK: Überblick AUA-Personalstand
Zahl der Mitarbeiter und Veränderung zu 2009
Aus Protest gegen den vom Vorstand geplanten Spar-Kollektivvertrag haben am Donnerstag mehr als 750 Piloten und Flugbegleiterinnen der AUA eine Betriebsversammlung am Flughafen Wien-Schwechat abgehalten. Das war mehr als ein Drittel des fliegenden Personals der österreichischen Lufthansa-Tochter. Bord-Betriebsratschef Karl Minhard spricht von einem "massiven Zeichen" des Protests.
Die Belegschaft fürchtet, dass das AUA-Management - entgegen aller Beteuerungen - in seinem drastischen Sparplan sehr wohl Kündigungen plant. In der heutigen Betriebsversammlung war von 500 Mitarbeitern im fliegenden Personal die Rede, wie gegenüber der APA verlautet.
AUA-Vorstand bestreitet Kündigungen
Der AUA-Vorstand hat Kündigungen in den letzten Wochen mehrfach in Abrede gestellt. AUA-Chef Jaan Albrecht hat allerdings in einem Schreiben an die Mitarbeiter gestern Mittwoch unmissverständlich festgehalten, dass die AUA in der heutigen Form nicht überlebensfähig sei. Und er drängte auf zügige und grundlegende Entscheidungen. Viel Zeit sei nicht mehr.
Kahlschlag unakzeptabel
Für die Arbeitnehmervertretung ist ein Kahlschlag beim Personal unakzeptabel. Man wolle ein verbindliches Zukunftskonzept. "Der Ball liegt beim Vorstand", sagte Minhard heute zur APA. "Das vorliegende Papier wird nicht verhandelt. Es muss also was Neues her. Wir sind zu vernünftigen Zugängen bereit. Aber wir werden sicher keine Vorleistungen erbringen."
Das Management sei mit der Belegschaft wegen neuer Verhandlungstermine oder Verhandlungsgrundlagen bisher nicht in Kontakt getreten. Bis Ende Februar aber wollte der Vorstand erste Ergebnisse. "Ich mache mir langsam Sorgen. Wenn sie so weitermachen, wird Zeit verrasseln, ohne dass etwas weiter geht", so Minhard.

