US-Wahl 2012
Romneys Cayman-Cash
- Republikaner Romney legt Steuererklärung offen - 2011 Einkünfte von 20,9 Mio. Dollar

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Ungefähr 37.000 Dollar - so viel verdient eine US-amerikanische Familie im Durchschnitt pro Jahr. Mitt Romney, der republikanische Präsidentschaftsbewerber, verdient diese Summe in weniger als einem Tag. Das geht aus seiner Steuererklärung hervor, die der frühere Investmentmanager nach heftiger Kritik seiner Rivalen nun veröffentlicht hat. Demnach hat Romney im Jahr 2011 insgesamt 20,9 Mio. Dollar verdient, muss dafür aber nur 15,4 Prozent Steuern bezahlen.
Laut der Steuererklärung, die Romneys der Zeitung "Washington Post" zukommen ließ, nahm der frühere Gouverneur von Massachusetts 2010 insgesamt 21,7 Millionen Dollar (16,7 Mio. Euro) ein, bezahlte dafür aber nur 13,9 Prozent Steuern. Im Jahr 2011 betrug sein Einkommen 20,9 Millionen Dollar - bei erwarteten Steuerabgaben in Höhe von 15,4 Prozent. Der Multimillionär liefert damit deutlich weniger an den Staat ab als sein Kontrahent bei den Republikanern, Gingrich, und als der amtierende Präsident Obama.
Mehr als die Hälfte seiner Einnahmen stammen aus Kapitaleinkünften und Dividenden, die in den USA mit maximal 15 Prozent besteuert werden. "Normale" Arbeiter und Angestellte müssen in den USA bis zu 35 Prozent an den Fiskus abliefern.
Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg verfolgt Romney eine ausgeklügelte Steuerstrategie. Um Abgaben zu sparen, hat der Republikaner Teile seines Vermögens in sogenannten "Blind Trusts" im Steuerparadies auf den Cayman Inseln geparkt. Auch in der Schweiz hatte Romney ein Konto, dieses aber in der Zwischenzeit wieder geschlossen.
"Steuern sind kompliziert"
Romney ist sich der Sprengkraft der Debatte um sein Vermögen durchaus bewusst: "Ich bin sicher, dass sich die Leute weiterhin darüber unterhalten werden. Die Leute sehen mein Einkommen, wie viel Steuern ich dafür bezahlt habe, wie viel ich gespendet habe. Sie sehen, wie kompliziert Steuern sein können", meinte er in der jüngsten TV-Debatte der Republikaner am Montag. Romney erklärt, dass seine Familie seit 2010 auch sieben Millionen Dollar für wohltätige Zwecke gespendet habe, vor allem an die Mormonenkirche.
Die Debatte ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen von US-Präsident Barack Obama, der dafür eintritt, dass Reiche einen "gerechten Anteil" zahlen müssten. Es sei unfair, wenn Millionäre nur 15 Prozent Steuern zahlten, während die Abgaben für Menschen mit einem Jahreseinkommen von 50.000 oder 75.000 Dollar viel höher seien, ließ das Weiße Haus vor kurzem verlautbaren.
Buffett gibt Kongress die Schuld
Einen prominenten Mitstreiter in dieser Sache hat Obama im Milliardär Warren Buffett. Der will aber nicht Romney die Schuld in die Schuhe schieben, sondern dem Kongress, der diese Steuergesetze erlaube. "Er wird nicht freiwillig mehr zahlen als es das Gesetz vorschreibt. Dafür kann ich ihm keinen Vorwurf machen", sagte Buffett am Dienstag.
Romney ist wegen seiner früheren Investmenttätigkeiten in den vergangenen Tagen unter schweren Druck geraten. Seine Rivalen werfen ihm vor, sich als Chef der Firma Bain Capital an Firmen bereichert zu haben. Romney argumentiert hingegen, in seiner Funktion zehntausende Jobs geschaffen zu haben.
Rennen wieder offen
Zuletzt waren im US-Bundesstaat South Carolina Vorwahlen abgehalten worden, die der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Gingrich, klar gewonnen hatte. Damit ist das Rennen um die Präsidentschaftsbewerbung der Republikaner wieder offen.
Bei den Vorwahlen in Florida am Dienstag kommender Woche stimmt erstmals ein bevölkerungsreicher Staat über die republikanischen Bewerber ab. Neben Gingrich und Romney sind noch der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum und der texanische Abgeordnete Ron Paul im Rennen. An dem Urnengang in Florida dürfen nur Parteimitglieder der Republikaner teilnehmen.
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