Costa Concordia

vonapa/red
Sonntag, 29. Jänner 2012

Jetzt rollt die Klageflut

  • Passagiere klagen US-Eignerfirma. 460 Mio. Dollar Schadenersatz gefordert
 

Nicht nur dem Kapitän der "Costa Concordia" drohen schwere Konsequenzen, noch viel schlimmer dürfte es für die Besitzer des verunglückten Kreuzfahrtschiffs werden: Sechs Passagiere haben in den USA Klage gegen die Schiffseignerfirma Carnival eingereicht. Insgesamt fordern die Kläger, die aus den US-Staaten Florida und New York sowie aus Italien stammen, Schadenersatz in der Höhe von 460 Millionen Dollar, was fast 348 Millionen Euro entspricht. Es dürfte der Auftakt zu einer regelrechten Klageflut werden.

Die Klageschrift wurde in Miami in Florida eingereicht, weil Carnival dort ihren Sitz hat. Es handelte sich den Angaben zufolge nicht um eine Sammelklage. Eine solche hatte ein anderer Anwalt der sechs Kläger, Mitchell Proner, am Samstag vergangener Woche angekündigt.

Eine erste Sammelklage im Namen aller Besatzungsmitglieder und Passagiere war ebenfalls am Freitag in den USA eingereicht worden. Sie richtet sich ebenfalls gegen Carnival und ihre italienische Tochterfirma Costa Crociere. Die "Costa Concordia" war am Abend des 13. Jänner mit 4.200 Menschen an Bord vor der italienischen Toskana-Insel Giglio auf Grund gelaufen, Leck geschlagen und gekentert. Bisher wurden 17 Leichen geborgen, 16 Menschen werden noch vermisst.

Weitere Opfer gefunden
Unterdessen stießen die Taucher im überfluteten Bereich des sechsten Decks auf die Leiche einer Frau, teilte am späten Samstagabend ein fünftes deutsches Todesopfer bestätigt.

Außerdem ist eine weitere Leiche identifiziert worden. Nach Angaben der Präfektur der italienischen Stadt Grosseto vom Samstagabend handelt es sich um das peruanische Besatzungsmitglied Erika Fani Soriamolina. Damit sind nunmehr 16 der 17 Toten identifiziert. Es handelt sich um fünf Deutsche, vier Franzosen, drei Italiener, zwei Peruaner, einen Ungarn und einen Spanier. 16 weitere Insassen werden laut der auf der Internetseite der Präfektur veröffentlichten Liste noch vermisst.

Ölabpumpen verzögert sich
Wegen schlechten Wetters sind unterdessen die Vorbereitungen zum Abpumpen des Treibstoffs des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" unterbrochen worden. Wie der italienische Zivilschutz am Samstag mitteilte, stellten die Techniker ihre Arbeit wegen hohen Wellengangs ein und kehrten in den Hafen der Insel Giglio zurück. Mit dem Abpumpen hätte am Samstag begonnen werden sollen, dies dürfte sich nun wegen des schlechten Wetters um einige Tage verzögern. An Bord des Wracks befinden sich noch rund 2.400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Insel zu verseuchen drohen.

29.1.2012 08:45
Autor:apa/red