Causa Grasser
Geld an KHG-Firma
- "profil": Lobbyist Hochegger soll im Jahr 2007 fast 200.000 Euro überwiesen haben

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In der Telekom-Affäre sind nun erneut brisante Details ans Licht gekommen: Der Lobbyist Peter Hochegger soll fast 200.000 Euro an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger verschoben haben, wie "profil" berichtet.
Das frühere Lobbyingvehikel von Hochegger, die Valora Unternehmensberatung und -beteiligung AG, überwies laut "profil" im Jahresverlauf 2007 insgesamt 186.000 Euro an jene fast gleichnamige Gesellschaft, an der seinerzeit auch Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger beteiligt waren: Valora Solutions Projektbegleitung GmbH.
Geld kam wahrscheinlich von Telekom
Dies geht aus Hocheggers Steuerakte hervor. Die Summe wurde in vier Tranchen überwiesen: einmal 100.000 Euro, einmal 50.000 Euro und zwei Mal je 18.000 Euro. Das Geld kam nach Informationen des Nachrichtenmagazins mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Telekom Austria, da diese in den Jahren 2007 und 2008 faktisch der einzige Kunde von Hocheggers Valora AG war.
KPMG untersuchte Geschäfte bereits seit 2008
Wie "profil" außerdem berichtet, hat die Wirtschaftsprüferkanzlei KMPG bereits um den Jahreswechsel 2008/2009 Geschäfte der Telekom mit den Lobbyisten Peter Hochegger und Alfons Mensdorff-Pouilly untersucht. Die Erkenntnisse wurden Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegt, der daraus jedoch keinerlei Handlungsbedarf ableitete. Die Behörden erfuhren erst im Juli 2011 von der Existenz dieses Berichts, und zwar nach Aussagen des ehemaligen Telekom-Managers Gernot Schieszler. "profil" liegt ein mit 18. Juli 2011 datiertes Schreiben des Bundesamts zur Korruptionsbekämpfung (BAK) an die Staatsanwaltschaft Wien vor, in welchem die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Telekom mit den Ermittlern thematisiert wird. Das Büro von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter ließ auf "profil"-Anfrage ausrichten, dass die "Prüfung seitens KPMG keine Beanstandungen ergeben" und KPMG die betreffenden Unterlagen über die Beratungsaufträge zwischenzeitlich der Staatsanwaltschaft übergeben habe.
"profil" veröffentlicht nun auch den im März 2008 geschlossenen Beratervertrag mit Alfons Mensdorff-Pouilly, der dem Lobbyisten 1,1 Millionen Euro einbrachte. Offiziell sollte Mensdorff die Telekom bei Akquisitionen in Osteuropa beraten, tatsächlich dürfte es sich um eine verspätete Provision aus dem Blaulichtfunkt-Projekt "Tetron" gehandelt haben. Die Abschrift der Vereinbarung ist auf www.profil.at abrufbar.
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