US-Streitkräfte

vonapa/red
Freitag, 27. Jänner 2012

Osamas Killer sind wieder da

  • Navy Seals befreien in Somalia zwei Geiseln aus der Gewalt von Piraten

 

Sie beenden, aber sie retten auch Leben. Die Navy Seals waren im letzten Jahr für den Tod von Osama bin Laden verantwortlich, nun haben sie in Somalia zwei Geiseln aus der Gewalt von Piraten befreit. Die US-Bürgerin Jessica Buchanan und der Däne Poul Hagen Thisted, die für eine dänische Hilfsorganisation arbeiten, sind von den US-Elitesoldaten an einen sicheren Ort gebracht worden. Die beiden waren im Oktober in der Stadt Galkayo in der halb-autonomen Region Galmudug verschleppt worden, wo sie für eine dänische Minenräum-Organisation arbeiteten.

"Dies ist eine weitere Botschaft an die Welt, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika gegen jede Drohung gegen unsere Landsleute wehren werden", erklärte US-Präsident Barack Obama. Zwar gehen die USA und auch Frankreich strikt gegen somalische Piraten vor dem Horn von Afrika vor, die dort Handelsschiffe kapern, die Besatzungen als Geiseln nehmen und Millionen Dollar Lösegeld erpressen. Auf somalischem Gebiet sind solche Militäreinsätze jedoch ungewöhnlich, zumal selten Piraten hinter der Verschleppung von Ausländern an Land stecken.

Alle Geiselnehmer getötet
Das US-Militär teilte mit, alle neun Geiselnehmer seien getötet worden. Militärhubschrauber hätten die Soldaten zu dem Piraten-Lager in der Nähe von Haradheere gebracht, einer großen Basis im Zentrum des Landes. US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, kein US-Soldat sei bei dem Einsatz ums Leben gekommen.

Der dänische Außenminister Villy Sövndal hatte zuvor erklärt, die US-Regierung habe sich wegen des schlechten Gesundheitszustands einer der beiden Geiseln für den Militäreinsatz entschieden. Dieser bereite aber nicht zwangsläufig den Weg für ähnliche Einsätze. Der Gouverneur der Region Galmudug, Mohamed Ahmed Alim, sagte Reuters, er danke den USA für ihren Einsatz. "Die Piraten haben den Frieden und die Moral in der ganzen Region zerstört. Sie sind eine Mafia." Alim hielt sich in Hobyo, einem Piraten-Lager nördlich von Haradheere, auf, um über die Freilassung eines am Samstag verschleppten US-Journalisten zu verhandeln.

Die Elite der USA
Die Navy Seals sind die Elite der US-amerikanischen Streitkräfte, sie gehörten zu den ersten Truppen, die im Oktober 2001 ihren Fuß auf afghanischen Boden setzten. Sie sind formell der Marine (Navy) unterstellt, operieren aber nicht nur auf See und Unterwasser, sondern auch an Land und in der Luft (United States Navy SEa, Air and Land Teams).

Die Seals, englisch auch für Seehunde, werden hauptsächlich für Kommandoeinsätze und besonders schwierige Missionen eingesetzt und pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA. Bis heute erlaubt die nur rund 3.500 Mann starke Truppe keine Frauen in ihren Reihen.

In Afghanistan führten die Navy Seals einige heikle Einsätze für die Truppen der US-geführten Koalition durch. Dazu gehörte auch eine Attacke auf den Höhlenkomplex von Zhawar (Sawar, Shawar) Kili nahe der Stadt Kandahar, wo sich Taliban-Truppen verschanzt hatten. Die Seals waren laut Berichten auch an der Verhaftung des Taliban-Führers Said Wali Khairkhwa beteiligt, der seit 2002 in dem US-Lager in Guantanamo festgehalten wird. Über Einsätze der Seals ist gemeinhin wenig bekannt, da sie meist als geheim eingestuft sind.

Im Zweiten Weltkrieg gegründet
Gegründet wurde die Einheit während des Zweiten Weltkriegs, um die schwierige Landung der alliierten Truppen in der Normandie vorzubereiten. Die Seals bestanden darum zu Beginn hauptsächlich aus erfahrenen Kampftauchern, die vor der Landung der US-Truppen Minen vor der Küste räumen und Küstenbefestigungen zerstören sollten.

Ab den 1960er-Jahren kam auch eine weitere Rolle als Spezialtruppe für Guerilla-Einsätze hinter feindlichen Linien hinzu. In dieser Rolle traten die Seals erstmals während des beginnenden Konflikt in Vietnam in Erscheinung. Später waren sie auch an US-Missionen in Grenada, Panama und im Golf-Krieg beteiligt.

27.1.2012 21:30
Autor:apa/red