WKR-Ball
Nach Demo: Polizei in der Kritik
- Neun Verletzte und 20 Festnahmen. Aktivisten angeblich von Ballbesucher attackiert
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Einige Gegner der Veranstaltung sollen den Tatbestand der Verhetzung erfüllen
·Geheimer Rechtswalzer
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·WKR-Ball sucht Bleibe
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·Uniform verboten
Verteidigungsminister Norbert Darabos verweigert die nötigen Bewilligungen
·WKR-Ball delogiert
Betreibergesellschaft verbannt WKR-Ball der Burschenschafter aus der Hofburg
Bei den Demonstrationen gegen den WKR-Ball sind am Freitag 20 Demonstranten festgenommen und neun Personen verletzt worden. Heute gab es Kritik an der Polizei - und zwar von beiden Seiten: Ballorganisator Guggenbichler bemängelt, dass die sichere Zufahrt der Ballgäste nicht gewährleistet gewesen sei. Die ÖH hingegen wirft der Polizei vor, sich auf die Seite der Burschenschafter geschlagen zu haben.
Nachdem die Protestaktion am Heldenplatz aufgrund technischer Probleme frühzeitig beendet worden war, zogen einzelne Gruppen durch die Innenstadt und hinderten Ballbesucher auf ihrem Weg in die Hofburg. Es kam auch zu mehreren Sachbeschädigungen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 2.500 Personen an der Kundgebung gegen den Burschenschafterball teil. Die Demo-Organisatoren sprachen von bis zu 10.000 Menschen.
Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kritisiert den Umgang mit den Demonstranten generell: "Die Polizei schlägt sich eindeutig auf die Seite der Burschenschafter. Dass ein erleichterter Zugang zur Hofburg wichtiger gewertet wird als ein legitimer Protest, ist empörend." SOS Mitmensch berichtet in einer Aussendung am Samstag davon, dass Aktivistinnen von einem Ballbesucher mit Pfefferspray attackiert worden seien. SOS Mitmensch zeigt sich über "das Nichteinschreiten" der Polizei "befremdet".
Deutscher mit Sprengsatz erwischt
Im ersten Bezirk wurde ein Deutscher mit einem Sprengsatz in Dosenform aufgegriffen. Außerdem gab es einen "Brandanschlag" auf das Vereinslokal der Burschanschaft Bruna Sudetia. Laut Polizei wurden insgesamt neun Personen leicht verletzt, es handelte sich dabei um fünf Beamte, drei Ballgäste und einen Demonstranten.
Ballorganisator Udo Guggenbichler kritisiert die Einsatzkräfte und spricht von einem "demokratiepolitschen Skandal", denn die Polizei habe eine gesicherte Zufahrt der Ballgäste zur Hofburg nicht gewährleisten können. Dessen ungeachtet sei der Ball "ein wunderbares Fest für Freiheit und Demokratie" gewesen.
Einschreiten musste die Polizei auch auf dem Ball - aufgrund des von Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) verhängten Uniform-Verbots für Bundesheer-Angehörige. Zumindest von einem Gast wurden die persönlichen Daten aufgenommen, er muss nun mit Konsequenzen wie etwa einer Geldstrafe rechnen.
Eklat um Ball-Ehrenschutz
Für Aufregung sorgt auch der Ehrenschutz für den umstrittenen Ball durch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Die ÖH spricht gar von einem "Skandal". Töchterle führte im Programmheft die Riege des "Akademischen Ehrenkomitees" an, war aber selbst nicht anwesend. Der Ehrenschutz wurde offenbar ausdrücklich genehmigt: Man sei im Besitz einer dementsprechenden schriftlichen Erlaubnis, betonten die Ballorganisatoren.
Nach Bekanntwerden der Tatsache hatte Töchterle angekündigt, die Sache aufklären lassen zu wollen. "Das war keinesfalls die Intention des Ministers", betonte seine Sprecherin auch am Samstagvormittag. "Wir können das derzeit nicht nachvollziehen und bemühen uns um rasche Aufklärung", kündigt sie an.
Nach ihm angeführt waren außerdem der Präsident der Österreichischen Universitätskonferenz, Heinrich Schmidinger, sowie der Rektor der Montanuniversität Leoben, Wilfried Eichlseder. Auch Schmidinger kann sich nicht erklären, warum sein Name im Programmheft aufscheint: "Ich distanziere mich davon und kann mir das nicht erklären", so der uniko-Präsident am Samstag.
