Energiepreise

vonapa/red
Dienstag, 17. Jänner 2012

Strom und Gas zu teuer

  • Anbieter schrauben Preise unbeirrt in die Höhe. AK will jetzt Klage einreichen

 

Strom und Gas sind viel zu teuer, befindet die Arbeiterkammer(AK) nach ihrem Jahresvergleich der Jänner-Preise bei 12 Gas- und 14 Stromanbietern. "Steigende Großhandelspreise werden sofort oder viel zu hoch weiterverrechnet, sinkende gar nicht oder unzureichend", kritisierte AK-Energieexperte Dominik Pezenka via Aussendung. Seit Jänner 2012 bekämen die Energieversorger überdies Ökostrom billiger, was an den Konsumenten großteils spurlos vorübergehe. Die AK prüft daher Musterklagen.

Im Vorjahr seien die Großhandelspreise für Gas um fünf Prozent gestiegen, die Endkundenpreise jedoch um ein Vielfaches. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden (kWh) zahle um bis zu 150 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) mehr im Jahr.

Wien Energie erhöhte um 28,7 Prozent
Am kräftigsten hat laut AK die EnergieAllianz (EAA) an der Preisschraube gedreht: Wien Energie hat die Gaspreise von Jänner 2011 bis Jänner 2012 um 28,7 Prozent erhöht, die burgenländische Begas um 24,4 Prozent und die niederösterreichische EVN um 21,5 Prozent. Teurer geworden ist es auch bei der Tiroler Tigas (+20,7 Prozent), der Salzburg AG (+16,2 Prozent), der Vorarlberger VEG (+14,5 Prozent, der Erdgas OÖ (+14,2 Prozent) sowie bei Energie Steiermark und Energie Graz (+13,1 Prozent). Die jüngste Anhebung gab es per 1. Jänner 2012 bei der Kärntner Kelag (+18,3 Prozent) und der Energie Klagenfurt (+12,6 Prozent).

Mangelnder Wettbewerb
Die AK ortet am heimischen Gasmarkt nach wie vor mangelnden Wettbewerb und Intransparenz bei der Preisgestaltung. Auch im längerfristigen Vergleich von Juli 2008 bis Jänner 2012 zeige sich, dass sich Großhandels- und Haushaltspreise auseinanderentwickelt haben. Erstere seien dem Index ÖGPI zufolge in dem Zeitraum um 10,3 Prozent gesunken, letztere um bis zu 35,2 Prozent (Wien Energie) gestiegen. Derzeit ist Goldgas der günstigste Anbieter; das deutsche Unternehmen kam vorigen Herbst auf den österreichischen Markt.

Sinkende Strompreise nicht weitergegeben
Auch bei Strom sieht es aus Sicht der Verbraucherschützer nicht viel besser aus. Zwar seien die Großhandelspreise im Jahresvergleich um zehn Prozent gestiegen, im Langzeitvergleich (Juli 2008 bis Jänner 2012) aber laut ÖSPI um 11,8 Prozent gesunken - "nicht für die Konsumenten", rügt die AK. Von Jänner 2011 auf Jänner 2012 haben die Preise am stärksten in Kärnten angezogen (Energie Klagenfurt +8,7 Prozent, Kelag +8,5 Prozent). Moderatere Anhebungen von 3,3 Prozent bis 0,9 Prozent gab bei Bewag, Salzburg AG, IKB, Tiwag und VKW. Gleich geblieben sind die Preise bei Steweag-Steg, Energie Graz, Verbund, Energie AG und Linz AG. Auf die gesunkenen Ökostrom-Verrechnungspreise seit Jänner 2012 hätten einzig die Unternehmen der EnergieAllianz (Wien Energie, EVN, BEWAG) reagiert, die ihre Energiepreise zu Jahresanfang um 3,4 Prozent gesenkt haben.

Durch die neue Verrechnungspreisverordnung, die seit Jahresbeginn in Kraft ist, habe sich der Mehraufwand für Ökostrom deutlich reduziert, und zwar um 0,3 bis 0,35 Cent/kWh. Nach Meinung der AK handelt es sich hierbei um eine Abgabensenkung, die alle Versorger zwingend an die Endkunden weitergeben müssen. Konkret müsste sich Energie um 3 bis 4 Prozent verbilligen, und zwar rückwirkend per 1.1.2012. Falls nicht, will die Kammer vor Gericht ziehen.

17.1.2012 15:59
Autor:apa/red
brabus, 17. 01. '12 17:43
Erhöhte Preise
Diese Preisspielchen dienen doch alle dem gleichen Zweck: dem Aktionär und Investor einen schönen Gewinn zu bescheren. Und wer sind diese Aktionäre und Investoren ? Versicherungen und Banken, die UNSER Geld anlegen damit wir schöne Zinsen bekommen. Wer also keine Kürzung seiner Privatpension will wird wohl mehr zahlen müssen - die Katze beißt sich in den Schwanz. Und in all dem Geldkreislauf fällt genug ab für alle - vom Chef einer EVN bis hin zum Börsenzocker.