Ursula Strauss

vonapa/red
Montag, 16. Jänner 2012

"Oame Leit" zwischen Suff & Pfusch

  • Star-Kommissarin in Nöstlinger-Collage über Gemeindebau im Rabenhof zu sehen
 

Diese Frau ist derzeit aus Österreichs Kultur-Landschaft kaum wegzudenken. Star-Ermittlerin Ursula Strauss erzielte vor einer Woche als Angelika in "Schnell ermittelt" wieder Top-Quoten und ist die liebste TV-Kommissarin der Nation. Jetzt ist sie auch noch live im Theater zu sehen. Sie gibt am morgigen Dienstag im Wiener Rabenhof in einem Christine Nöstlinger-Collage ihr Bühnen-Comeback.

"Ihre Geschichten hab' ich als Kind verschlungen. Ihre Gedichte hab' ich sehr spät entdeckt." In "Iba de gaunz oamen Leit" von Christine Nöstlinger im Wiener Rabenhof steht Austro-Star Ursula Strauss nach drei Jahren wieder auf der Theaberbühne. Zuletzt war die 37-jährige Melkerin in "Jedem das Seine" von Silke Hassler und Peter Turrini zu sehen.

Gemeindebau-Figuren
Für den Abend haben Matthias Jodl und Anatole Sternberg eine Collage aus drei zwischen 1974 und 1987 erschienenen Nöstlinger-Gedichtbänden geschaffen. "Es sind dabei vier sehr unterschiedliche Figuren entstanden, die alle im Gemeindebau leben", erzählt Strauss im und schwärmt von der hohen Musikalität der im breiten Wienerisch geschriebenen Texte, die in dieser "Elektronikoper" von der Musik Wolfgang Schlögls ("Sofa Surfers") noch unterstützt werde.

Ganz ohne Sozialromantik
Dabei soll es aber nicht um ein Wienerlied-Revival gehen, sondern darum, die "gaunz oamen Leit" im Gemeindebau ganz ohne Sozialromantik dabei zu zeigen, wie sie sich heute "genauso zwischen Suff, Pfusch und der schieren Verzweiflung in nüchternen Momenten durchs Leben wursteln wie eh und je", wie es in einer Ankündigung heißt.

Strauss flüchtet sich ins Trinken
Ursula Strauss spielt "eine reichlich dem Alkohol zugetane Frau, die mit den Kindern überfordert ist und sich in ihren vielen einsamen Momenten ins Trinken flüchtet". Mit dabei auch Christian Dolezal, Gerald Votava und Ingrid Burkhard, die als Mundls Gattin in der TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" reiche Mundart-Erfahrung sammeln konnte.

"Schnell ist noch lange nicht fad"
Strauss, die für "Vielleicht in einem anderen Leben" von Elisabeth Scharang beim Österreichischen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin nominiert ist, hat "großen Spaß" daran, im Rabenhof eine deutlich andere Figur auf die Bühne stellen zu können als die toughe Chefinspektorin. Nach dieser Staffel ist mit "Schnell ermittelt" voraussichtlich Schluss. Nicht ganz: Strauss freut sich auf zwei 90-minütige Fernsehfilme rund um die geschiedene Mordkommissionsleiterin und ist neugierig auf die neuen Möglichkeiten, die sich für ihre Rolle dabei ergeben. "Denn die Figur ist mir noch lange nicht fad", betont sie.

Strauss-Kochbuch kommt
Doch es habe schon bisher für sie ein Leben abseits von Angelika Schnell gegeben, sagt die Schauspielerin. "Ich habe daneben immer auch andere Projekte gemacht." Davon kann man sich auch im kommenden Frühjahr überzeugen: Ende Mai erscheint im Residenz Verlag ein Strauss-Kochbuch. In "Mir schmeckt's - Mein kulinarisches Familienalbum" wird sie über Generationen in der Familie Strauss gesammelte Rezepte vorstellen.

Service:
Christine Nöstlinger: "Iba de gaunz oamen Leit"
Bühnenfassung: Matthias Jodl und Anatole Sternberg
Regie und Bühne: Anatole Sternberg
Musik und Komposition: Wolfgang Schlögl
Rabenhof Wien
Premiere: 17. Jänner, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 20., 21., 27., 28. Jänner
Karten: 01 / 712 82 82, www.rabenhoftheater.at

16.1.2012 11:56
Autor:apa/red

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