Tourismus
Urlaub ist uns heilig
- Einige Österreicher wollen 2012 sogar mehr ausgeben als im Vorjahr

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Von der Euro-Krise und anstehenden Sparpaketen lassen sich die Österreicher ihre Urlaubspläne nicht durchkreuzen. Anstatt heuer auf ihren Urlaub zu verzichten, seien sie sogar bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen und mehr auszugeben, teilte der Präsident des Verbands ausländischer Fremdenverkehrsbüros (Corps Touristique) und Direktor des Rumänischen Tourismusamtes, Simion Giurca, mit. "Wir erwarten für 2012 eine Reiseintensität auf Normalniveau." Die Auslandsreisen sollen sogar um mehr als 3 Prozent steigen.
Der Trend zu Kurzurlaubsreisen wird sich den Einschätzungen zufolge fortsetzen - nach der Devise "öfter, aber dafür kürzer". Im Sommer 2011 erhöhte sich die Zahl der Urlaubsreisen laut Statistik Austria um 5,4 Prozent auf 6,5 Millionen - dabei legten die 2,3 Millionen Kurzurlaubsreisen mit einem Plus von 11,3 Prozent deutlich kräftiger zu als die 4,2 Millionen Haupturlaubsreisen mit einem Zuwachs von nur 2,4 Prozent.
Österreich als Lieblingsdestination
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verringerte sich gegenüber dem Sommer 2010 von 6,6 auf 6,3 Nächtigungen. Heuer werden die Urlaube laut Corps Touristique höchstwahrscheinlich erstmals unter die Sechs-Nächte-Grenze fallen. Längere Urlaube gönnten sich hauptsächlich gut situierte Senioren und Menschen mit viel Geld.
Am liebsten verbringen die Österreicher ihren Urlaub im eigenen Land - im Sommer des Vorjahres wurden 44,6 Prozent der Urlaubsreisen in Österreich verbracht - ein Anstieg um 8,8 Prozent gegenüber 2010. Die Kurzurlaube im Heimatland kletterten um 16,9 Prozent auf 1,6 Millionen.
Die Österreicher fahren laut Corps Touristique aber auch gerne in die Nachbarländer - vor allem nach Italien, Kroatien und Deutschland, aber auch Spanien und Griechenland. Die Reisen ins Ausland erhöhten sich um 2,8 Prozent auf 3,6 Millionen. Der Anteil der Fernreisen schrumpfte gegenüber dem Jahr davor von 7,8 auf 5,2 Prozent.
Mehrheit reist mit Pkw
Auch bei steigenden Spritpreisen fahren die Österreicher weiterhin gerne mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Im Sommer 2011 reisten mehrheitlich (51,1 Prozent) im eigenen Pkw an, 18,9 Prozent mit dem Flugzeug. Die Nachfrage nach Fernreisen hängt stark vom Flugangebot und dem Preis ab. Doch auch hier ist laut Corps Touristique eine leichte Steigerung zu erwarten.
Der klassische Sommerurlaub verliert an Bedeutung. Die Konzentration auf die Monate Juli und August entzerre sich allmählich. Die Reisetätigkeit verteile sich immer mehr auf das gesamt Jahr - mit Schwerpunkt auf die Periode Mai bis September. Doch auch die Wintermonate profitieren den Angaben zufolge von dieser Entwicklung.
1968/69 wurden noch 61,5 Prozent der Haupturlaubsreisen im Juli und im August gemacht, 2010 waren es nur noch 35,9 Prozent. Jede dritte Haupturlaubsreise fällt mittlerweile in die Wintersaison (Oktober bis März) - 1966/69 waren es erst 11,8 Prozent. Die Zahl der Haupturlaubsreisen in den Wintermonaten hat sich seit 1969 von 267.600 auf 3,1 Millionen mehr als verzehnfacht.
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