Indien
"Keine Zirkuspferde"
- VIDEO nackter Jarawa-Frauen, die für Touristen zum Tanzen gezwungen werden, empört

"Wo ist das Essen?", "Tanzt jetzt, na los jetzt", rufen Polizisten den teilweise unbekleideten Jarawa-Frauen zu. Ein beschämendes Touristenvideo von den Andamanen-Inseln sorgt nach seiner Veröffentlichung für Empörung bei Zusehern und Menschenrechtsorganisationen.
"Menschen-Safaris"?
Die scheinbar erzwungene Tanzdarbietung der zum Teil nackten Frauen soll durch Schmiergeld an einen Polizisten ermöglicht worden sein. Die Organisation Survival International, die sich für den Schutz indigener Völker einsetzt, sprach von einem "Menschen-Zoo", der den Touristen offenbar gefalle. Die Jarawa seien "keine Zirkuspferde, die auf Befehl Kunststücke aufführen". Die Organisation hatte vor einigen Monaten mehreren indischen Reiseveranstaltern vorgeworfen, "Menschen-Safaris" zu organisieren.
Minister: "widerlich"
Gemäß der indischen Gesetzgebung zum Schutz von Ureinwohnern ist es verboten, die Jarawa zu fotografieren oder Kontakt zu ihnen herzustellen. Der Minister für indigene Völker, Kishore Chandra Deo, bezeichnete den Vorfall als "widerlich" und kündigte Maßnahmen an. Das indische Innenministerium forderte einen Bericht an.
Polizei: veraltetes Video
Die Polizei der Andamanen leitete Ermittlungen ein, erklärte aber, es handele sich um ein "wahrscheinlich sechs oder sieben Jahre altes Video". Damals hätten sich die Jarawas noch unbekleidet gezeigt, heute würden sie in der Öffentlichkeit dagegen bekleidet auftreten.
Auch der auf den Inseln tätige indische Anthropologe A. Justin äußerte die Vermutung, dass die Bilder veraltet sein könnten. Vor dem Tsunami von 2004 hätte man die Jarawa noch zum Tanzen zwingen können. Danach habe es eine Politik weitreichender Autonomie mit einem Minimum an Einflussnahme gegeben. Seitdem habe sich einiges verbessert.
"Observer": Touristen "füttern" Ureinwohner
Im Bericht des "Observer" hieß es, ein Reporter der Zeitung habe vor einiger Zeit gesehen, wie Touristen Ureinwohnern am Straßenrand Bananen und Kekse zugeworfen hätten. Örtliche Händler hätten den Touristen gesagt, wie viel Bestechungsgeld sie der Polizei für einen Tagesausflug zu den Jarawa zahlen müssten.
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