Luftfahrt
Fliegen sicher wie nie
- Passagiere, die 2011 Langstreckenflug gebucht hatten, kamen zu 100 % lebend an Ziel an

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Im vergangenen Jahr sind so wenig Menschen im zivilen weltweiten Luftverkehr umgekommen wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die meisten Unglücke mit tödlichem Ausgang ereigneten sich den Zahlen zufolge auf Regionalstrecken von unter 500 Kilometern. Russland sei laut "Aero International" neue "Kopfschmerz-Region".
Fliegen war im vergangenen Jahr nach Branchenangaben so sicher wie noch nie. Dies berichtete das Luftfahrt-Magazin "Aero International" in seiner jüngsten Ausgabe und bezieht sich damit auf die Sicherheitsbilanz 2011 des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC*. Im Jahr zuvor waren noch 829 Flugzeuginsassen ums Leben gekommen.
Erstmals kein "Großunfall" mit mehr als 100 Toten
Erstmals seit 1964 habe es in der kommerziellen Luftfahrt zudem keinen "Großunfall" mit mehr als 100 Toten gegeben, betonten die Experten. Die große Mehrheit der Unfälle ereignete sich mit Flugzeugtypen, die seit Jahren nicht mehr gebaut werden. Einen traurigen Altersrekord habe im August eine Antonow AN-12 in Russland aufgestellt, die bereits 48 Jahre alt gewesen sei.
Kurzstrecken am unfallreichsten
Die meisten Unglücke mit tödlichem Ausgang ereigneten sich den Zahlen zufolge auf Regionalstrecken von unter 500 Kilometern. "Anders ausgedrückt kamen Passagiere, die 2011 einen Langstreckenflug gebucht hatten, zu 100 Prozent lebend an ihrem Ziel an", analysierte das Magazin. Als Ursache sehen die Autoren neben immer ausgefeilterer Technik vor allem "bessere Flugüberwachungssysteme an Bord der Flugzeuge sowie die Etablierung einer effektiveren Sicherheitskultur in mehr und mehr Ländern dieser Welt".
Sorgenkind Russland
Während die frühere Problemregion Afrika in Sachen Flugsicherheit aufholte, erwies sich nach diesen Angaben vor allem Russland als Problemzone. Dort starben im vergangenen Jahr bei sechs Abstürzen 112 Menschen: "Eine besorgniserregende Bilanz".
Europa am sichersten
Europa bleibt nach JACDEC-Auswertung trotz mehrerer Zwischenfälle am Boden die sicherste Luftverkehrsregion. Allerdings mahnen die Autoren vor einer "seit Jahrzehnten tickenden Zeitbombe": Beinahe-Kollisionen von Flugzeugen am Boden und in der Luft. Besonders an Flughäfen mit hohem Verkehrsaufkommen und gekreuzten Start- und Landebahnen lauere Gefahr. Die Zahl der Beinahe-Unfälle sei kaum spürbar gesunken.
Qantas nicht mehr sicherste Airline
In der JACDEC-Liste der 60 sichersten Airlines wurde der jahrelange australische Spitzenreiter Qantas erstmals von der japanischen All Nippon Airways (ANA) von der Spitze verdrängt. Als Grund gibt das Büro eine Änderung seines Sicherheitsindexes durch die Aufnahme neuer Kriterien an, aber auch eine Kette schwerer Zwischenfälle bei Qantas.
*Das deutsche Luftfahrt-Unfalluntersuchungsbüro JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Center) in Hamburg ist eine weltweit angesehene Institution mit globaler Datenbank. Das Büro arbeitet mit den führenden Luftfahrtbehörden der Welt zusammen.
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