Malediven
Malediven: Spa-Puffs?
- Islamisten vermuten Bordelle in Hotels. Regierung reagiert mit Wellness-Verbot.

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Ein Wellness-Verbot und das ausgerechnet auf den Malediven? Die Befürworter des garantierten Tourismuskillers sitzen ausgerechnet auf den eigenen Inseln: Islamisten vermuteten hinter Spa- und Massageeinrichtungen in Hotels Bordelle bzw. Sex-Tourismus. Die Regierung hebt das Verbot nach eingehender Prüfung wieder auf.
Nicht nur die angeblich "versteckten Bordelle" in den Spas und Massagesalons sind den islamistischen Protestanten schon lange ein Dorn im Auge, sondern auch das Servieren von Alkohol und Schweinefleisch. Am 23. Dezember 2011 folgten heftige Proteste. Staatspräsident Mohamed Nasheed ging den Forderungen der Masse an Silvester nach und ordnete die Schließung der Wellnessbereiche in über 100 Hotels an.
Definitiv keine Bordelle
Nach einer gründlichen Prüfung der Frage, ob Hotel-Spas auf den Malediven als Bordelle missbraucht werden, hat die Regierung des Inselstaates das Verbot der Wellnessbereiche wieder aufgehoben. "Wir haben festgestellt, dass sie völlig einwandfrei sind und dass es sich um Bereiche handelt, in denen Familien hochwertige Behandlungen bekommen können", erklärte Nasheed. "Wir können sie also wieder öffnen."
Hotel hielten sich nicht an Wellness-Verbot
So sollte das neue Tourismusjahr 2012 mit einem Aufschrei in der Hotellerie beginnen. Ob jedoch auch nur ein einziges Spa geschlossen wurde, ist nicht dokumentiert. Fast alle Hotels meldeten während der Schließungsanordnung Normalbetrieb.
Der Tourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen auf den aus 1192 Inseln und Inselchen bestehenden Malediven. Das Land ist vor allem ein Ziel von Luxus- und Hochzeitsreisen. Im zu Ende gehenden Jahr wurden nach offiziellen Angaben rund 850.000 Touristen gezählt. Der Islam ist auf den Malediven Staatsreligion. Noch vor wenigen Tagen hatte Staatschef Mohammed Nasheed allerdings bei seinen rund 330.000 Landsleuten für eine tolerante Religionsauslegung geworben.
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