Gesundheit & Psyche

vonapa/red
Montag, 30. Jänner 2012

Trauer bricht das Herz

  • Risiko eines Herzinfarkts nach Verlust eines geliebten Menschen 21 Mal höher

 

Im Volksmund heißt es, der Verlust eines geliebten Menschen bräche einem das Herz. Nun fanden US-Wissenschafter heraus, dass an der Redeweise - leider - mehr dran ist, als bisher vermutet: Personen, in derem engen Umfeld ein Mensch stirbt, haben ein bis zu 21 Mal höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Am höchsten ist das Risiko am Todestag selbst. Doch auch in der ersten Woche der Trauerzeit ist es immerhin noch sechs Mal höher und geht im Lauf eines Monats nur langsam zurück. Das berichten die Forscher von der Harvard Medical School und der School of Public Health in Boston im Wissenschaftsmagazin "Circulation: Journal of the American Heart Association".

Trauer, Stress und Bluthochdruck
Die Wissenschafter befragten knapp 2.000 Patienten, die zwischen 1989 und 1994 einen Herzinfarkt erlitten hatten, zu den Todesfällen in ihrem Umfeld. Am deutlichsten zeichnete sich der Zusammenhang zwischen Todesfall und Herzinfarkt bei jenen ab, die schon zuvor herzkrank waren. Als Gründe für das steigende Infarktrisiko nannten die Forscher erhöhten Blutdruck, eine zunehmende Zahl von Stresshormonen und eine stärkere Blutgerinnung. Hinzu kommen oft Schlaf- und Essstörungen sowie die Einnahme von Medikamenten in nicht vorgesehener Weise.

Beistand wichtig
"Todesfälle gehören neben der Diagnose schwerer Krankheiten, Scheidung und Eheschließung zu den größten Stresssituationen im Leben. Je nachdem, wo ein Mensch körperliche Dispositionen hat - etwa bei der Verdauung, beim Schlaf oder beim Herz - steigt bei diesem Gefühlschaos das Risiko eines Zusammenbruchs", erklärt die Trauerpsychologin Christine Pernlochner-Kügler gegenüber "pressetext.at". Die Experten betonen, wie wichtig es für den Betroffenen ist, in dieser Phase jemanden zu haben, der für ihn da ist.

30.1.2012 10:31
Autor:apa/red