Ultrabook
Alles nur ein Hype?
- Neue Notebook-Hoffnung auf preislicher Talfahrt: Status quo inklusive Praxisbeispiel.

·Neue Bedienkonzepte
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Herkömmliche Notebooks haben bald ausgedient, wenn man der heurigen CES Glauben schenken will. Der Trendkompass in Las Vegas schlug heuer nämlich eindeutig Richtung Ultrabooks aus. Mit diesem Spagat, hochkompakte Bauweise und starke Performance zu vereinen, wollen PC-Hersteller die Einbußen durch den Tablet-Boom in Zukunft ausgleichen. Ob Ultrabooks im Nischen- oder eher im Massenmarkt anzusiedeln sind, wird sich erst zeigen.
Den Begriff hat Intel erfunden und markenrechtlich schützen lassen. Als Ultrabook definiert der Chip-Hersteller flache und leichte Geräte, die mindestens fünf Stunden durchhalten und innerhalb weniger Sekunden startklar sind. Keine Überraschung: An Bord muss ein Intel-Prozessor aus der zweiten Generation der Core-Reihe sein.
Gegenwind für Tablet-Boom
"Intel hat höchstes Interesse daran, der Konkurrenz durch das iPad und Android-Tablets den Wind aus den Segeln zu nehmen", sagt der Analyst Rüdiger Spies von IDC - bei mobilen Geräten ist die Intel-Plattform bisher kaum vertreten. Die Aufholjagd lässt sich der Konzern einiges kosten: Er legte einen Fond auf, der mit 300 Mio. Dollar (236 Mio. Euro) die Entwicklung von Design und Komponenten vorantreiben soll.
Auch die PC-Hersteller setzen Hoffnung in die Intel-Schöpfung. Der Absatz ist im vergangenen Jahr um nur 3,8 Prozent gewachsen, weitaus weniger als noch vor einigen Jahren. Und die Gewinnmargen sind schon seit langem extrem niedrig. "Auf dem Notebook-Markt herrscht ein brutaler Verdrängungswettbewerb. Die Hersteller sind gezwungen, auch kleine Marktanteile mitzunehmen", sagt Spies. Ultrabooks seien für viele Käufer "coole Geräte" - auf dieses Segment dürfe kein Anbieter verzichten.
Modell-Flut für 2012 angekündigt
Im Laufe des Jahres kommen 75 Ultrabooks heraus, schätzt Intel. Ob die Geräte es in den Massenmarkt schaffen oder trotz der Modell-Vielfalt in der Nische bleiben, ist offen. Der taiwanesische Hersteller Acer ist vom Erfolg überzeugt: "Das Ultrabook ist mehr als nur eine neue Produktkategorie", sagte Acer-Präsident Jim Wong auf der CES. "Es ist ein neuer Trend, der mobile PCs zum Mainstream werden lässt."
Andere sind da skeptischer. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es für Ultrabooks ein großes Potenzial gibt", sagte Toshiba-Manager Gabriel Willigens. Dies werde sich aber auf kleinere Formfaktoren beschränken. "Ich denke kaum, dass sich 15-Zoll-Ultrabooks behaupten werden." Die traditionellen Notebooks hätten daher weiter ihre Berechtigung. Einen Marktanteil von 40 Prozent, wie von Intel einmal geschätzt, werde die neue Kategorie aber kaum erreichen.
Alles nur Preisfrage?
Eine wichtige Rolle dürfte der Preis spielen. "Wir sind beim Ultrabook mit Preisen um die 1.000 Dollar gestartet, aber es sollte viel billiger werden", sagte Intel-Manager Mooly Eden. "Jeder soll sich ein Ultrabook leisten können."
Zudem will Intel bei künftigen Gerätegenerationen mit neuen Funktionen locken. "Wir entwickeln das Ultrabook Schritt für Schritt weiter", betonte Eden. Künftig können die Geräte statt einer Tastatur ein zweites Touch-Display bekommen. Zudem will der Chip-Riese eine Spracherkennung auf die Geräte bringen und kooperiert dafür mit dem Software-Spezialisten Nuance.
Keine Erfolgsgarantie
Werden die Verbraucher die in Las Vegas so hoch gelobten Ultrabooks annehmen? Zumindest was den Erfolg im Massenmarkt angeht, sind die Experten beim britischen Marktforschungsunternehmen Ovum skeptisch: "Es ist in keiner Weise garantiert, dass das große Angebot an Ultrabooks sich bis Ende des Jahres auch in nennenswerten Marktanteilen niederschlagen wird."
