Anders Behring Breivik

vonapa/red
Dienstag, 7. Februar 2012

Die Horror-Show des Attentäters

  • Massenmörder fordert bei Haftprüfungstermin seine sofortige Freilassung
 

Erstmals wurde der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik der Presse direkt vorgeführt - sein Auftritt bei einem Haftprüfungstermin in der norwegischen Hauptstadt Oslo geriet zur rechtsextremen Horror-Show. Seine beiden Attentate vom Juli, bei denen er insgesamt 77 Menschen tötete, nennt Breivik "vorbeugende Anschläge gegen Staatsverräter" zur Verteidigung der "ethnisch norwegischen Bevölkerung". Seine Inhaftierung sei unrechtens, er fordert daher seine sofortige Freilassung.

In den Zuschauerreihen des Gerichtssaals, wo Überlebende und Angehörige von Opfern saßen, brach Gelächter aus, als der Angeklagte seine sofortige Freilassung aus der U-Haft forderte. Breivik hatte am 22. Juli des vergangenen Jahres zunächst im Regierungsviertel von Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet. Anschließend erschoss er in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer. Mitte April soll in Oslo der Prozess gegen Breivik beginnen. Die Untersuchungshaft wurde bis dahin verlängert.

Rechtsextremer Gruß
Bei dem Haftprüfungstermin wurde der 32-Jährige erstmals öffentlich von einem massiven Medienaufgebot fotografiert und gefilmt. Er hob seine gefesselten Hände kurz in Richtung Zuhörer und Medien, was der Verteidiger Geir Lippestad später als "Versuch zu einem rechtsextremistischen Gruß" darstellte. Der erklärtermaßen an öffentlicher Aufmerksamkeit interessierte Attentäter hatte sein Einverständnis für Fotos und TV-Bilder gegeben. Das Gericht wollte nach der kurzen Verhandlung im Tagesverlauf über die Verlängerung der Untersuchungshaft entscheiden. Sie galt als sicher.

Vor der Haftrichterin, knapp hundert Angehörigen von Opfern und Überlebenden sowie 160 Medienvertretern begründete er seinen Bombenanschlag in Oslo und das Massaker auf Utöya damit, dass er "in Notwehr" Norwegen vor einer "ethnischen Säuberung" habe bewahren müssen. Breivik nannte das rechtspsychiatrische Gutachten "lächerlich", mit dem ihn zwei Gutachter als nicht zurechnungsfähig eingestuft haben.

Neue Untersuchung angeordnet
Seine Einstufung durch zwei Rechtspsychiater als psychotisch und paranoid-schizophren - und damit als nicht straffähig - war in Norwegen auf ein stark geteiltes Echo gestoßen. Kurz nach dem Jahreswechsel hatte das Gericht eine erneute psychiatrische Untersuchung des geständigen, rechtsradikalen Islamhassers angeordnet.

Norwegens größte TV-Sender übertrugen live, wie Breivik in dunklem Anzug und Krawatte den Gerichtssaal betrat. Internetmedien ließen ihre Reporter direkt und nach Möglichkeit wörtlich aus dem Gerichtssaal wiedergeben, was Breivik dort äußerte. Überlebende der Anschläge und Angehörige der 77 Toten hatten sich wiederholt kritisch über die massive Medienaufmerksamkeit für den Attentäter geäußert.

7.2.2012 09:07
Autor:apa/red
freud0815, 07. 02. '12 09:18
dieser blick reicht doch schon
um ihn einzusperren und den schlüssel zu verlieren-dann noch das blöde grinsen dazu und man fragt sich ehrlich wie der solange in freiheit sein konnte. eigentlich rege ich mich sehr sehr sehr selten auf, aber dieses jahr gibt es jede woche etwas wo mein blut zum wallen bringt-diese woche ist es das grinsen von diesem teufel. der hat voll den seuchenblick.....dem könnt ich den ganzen tag auf den kopf klopfen....ekelhaft der kerl
Ivoir, 06. 02. '12 23:59
massive Medienaufmerksamkeit
Mein Beileid gilt nach wie vor den Angehörigen. Durch den ganzen Medienrummel wird diesem Massenmörder eine "Ehre" zu Teil, die er nicht verdient hat und auch meiner Meinung nicht Rechtens ist.
Sein Tun und seine verwirrten Ideologien bleiben in den Köpfen, der Leser und Hörer hängen, wenn auch nur Bruchstückhaft, aber doch; Genau diese Brüchstücke sind die Nahrung seiner "Fans" und die Medien machen sie diesen Fans auch noch schmackhaft.
Wem interessiert es ob er 10 oder 1000 Jahre Gefängnis erhält. Ich bin sicher es wäre die größte Strafe, wenn jeder Journalist sich umdrehen würde und diesem Mann sagen: Nein über Dein Leben wollen wir den Menschen nichts verkünden!
Du sollst hier verfaulen und ungehört sollen deine Worte auf Ewigkeit hinter diesen Mauern bleiben.
alex2345, 07. 02. '12 01:37
Re: massive Medienaufmerksamkeit
1000 Jahre kann er leider nicht bekommen. Das ist ja gerade in Dänemark das Problem. Wenn er laut Gutachter zurechnungsfähig sein sollte, wäre er nach (glaube ich) 20 Jahren wieder frei. Bei Unzurechnungsfähigkeit kann er auf unbestimmte Zeit eingewiesen werden.
brabus, 13. 01. '12 12:21
Untersuchungen eines Mörders
Was das alles kostet. Und ob es der Gerechtigkeit wirklich nutzt um den Tod der vielen Opfer zu sühnen wage ich zu bezweifeln.
alex2345, 13. 01. '12 17:04
Re: Untersuchungen eines Mörders
Was hat das mit Kosten zu tun? Es ist eine fundamentale Frage herauszufinden ob er zurechnungsfähig war oder nicht und wenn es Zweifel am früheren Gutachten gibt, dann müssen die ausgeräumt werden.
freud0815, 06. 02. '12 15:58
Re: Untersuchungen eines Mörders
wenn ein typ (mensch ist der nicht) sich als polizist verkleidet und auf kinder ballert, nachdem er eine bombe hochgehen liess, stellt sich die frage der zurechnungsfähigkeit eigentlich gar nicht- so ein schauspieler ist nie und nimmer zurechnungsfähig, egal was er vorgaukelt. hier sollte man allerdings alle seine kumpanen aufs heftigste überwachen und wo immer möglich extreme strafen verhängen. je weiter rechts die stehen, desto heftiger die strafen-es wird zeit dass die leute die sich rechts oder auch links soweit nach aussen bewegen, dass andere menschen zu schaden kommen gehörig eins auf den schädel bekommen.
higgs70, 06. 02. '12 18:17
Re: Untersuchungen eines Mörders
Man sollte ihm in Italien den Prozess machen. 15 Jahre Haft für jede getötete Person. Dort würde diesem Irren das Grinsen dann vergehn.