Luftfahrt
Flugangst vor 2012
- NEWS: Luftfahrt-Boss Tyler prognostiziert Verlust von 600 Mio. Dollar für Airlines

·Preisschub bei Tickets
Passagiere müssen fürs Fliegen wohl bald noch tiefer in die Tasche greifen
Die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften bereiten sich auf ein schwieriges Geschäftsjahr vor. Die AUA hatte die Weihnachtsfeier geschmissen, die Swiss trotz Gewinn das gesamte Weihnachtsgeld gestrichen. Schuldenkrise in der Eurozone und eine marode Konjunktur setzten Fluggesellschaften zu. Am schlimmsten werde es im neuen Jahr europäische Airlines treffen. Das prognostiziert unter anderen der mächtige IATA-Generaldirektor Tony Tyler im Interview mit NEWS.
Für 2012 rechnet er mit einem Verlust von 600 Millionen Dollar für Europas Airlines. Sollte es zudem den europäischen Regierungen nicht gelingen, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, käme es zu einer Banken- und damit zu einer Wirtschaftskrise. Dann drohe Europas Airlines ein Verlust von 4,4 Milliarden Dollar. Davon betroffen ist auch die AUA. Die Lufthansa rät den Austrian Airlines, 2012 weitere Linienflüge einzustellen. Eine Indien-Strecke soll fallen. Trotz der enormen Anstrengungen und Fortschritte der AUA, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, reicht dies im jetzigen Marktumfeld nicht aus, sagt Lufthansa-Vorstand Christoph Franz gegenüber NEWS.
NEWS: Wie geht es der zivilen Luftfahrt international?
Tony Tyler: 2011 ist die Marge auf 1,2 Prozent gesunken. 2012 wird noch schwieriger, wobei Europas Fluglinien voraussichtlich 600 Millionen Dollar Verluste einfliegen. Wir sind weit entfernt davon, wenigstens die Kosten des eingesetzten Kapitals erwirtschaften zu können.
NEWS: In welchen Teilen der Welt verdienen Fluglinien?
Tyler: Europa legt den Fluglinien zu viele Steine in den Weg: Steuern, Emissionshandel, Nachtflugverbote und vieles mehr. Lateinamerika und die Karibik sind Lichtblicke. Die Fluglinien dort dürften 2011 Margen von 3,4 Prozent und einen Netto-Profit von 600 Mio. Dollar erzielt haben.
NEWS: Europa bleibt absolutes Schlusslicht?
Tyler: Europa belastet die Airlines, aber ist weit entfernt vom Wirtschaftsaufschwung. Die europäische Politik sollte Fluglinien als Partner sehen, nicht als Möglichkeit der Abzocke. Denn Europa ohne stabile Fluglinien wird keinen Aufschwung mehr erleben. Die Luftfahrt hat weltweit 33 Millionen Jobs und bringt der globalen Wirtschaft 3,5 Milliarden Dollar.
Mehr über die Zukunft der Airlines lesen Sie im NEWS 01/12!
