Sparpaket

vonapa/red
Freitag, 6. Jänner 2012

ÖGB stellt sich quer

  • "Höhere Abschläge kommen nicht in Frage" - auch in den Ländern rührt sich Protest

 

Einspruch vom Gewerkschaftsbund: Der ÖGB besteht darauf, über das geplante Sparpaket mitzuentscheiden. "Nach Vorlage der Regierungsvorschläge erwartet sich die Gewerkschaft eingebunden zu werden", erklärt Gewerkschafterboss Erich Foglar. Den von der Regierungsspitze propagierten Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst hält er für "total praxisfern". Unterdessen rührt sich in den Ländern Protest gegen die von der ÖVP geplante Subventionsreform.

Einschnitte im Pensionssystem? Nicht mit Erich Foglar. "Höhere Abschläge kommen für uns nicht in Frage", stellt der Gewerkschaftsvorsitzende in Richtung der ÖVP klar.

Foglar verweist auf das von den Sozialpartnern vergangenen Herbst in Bad Ischl präsentierte Paket, das den Pensionsantritt bis 2020 um zwei Jahre nach hinten verschieben soll. Zudem laufe ab 2014 die Hacklerregelung mit der Anhebung des Antrittsalters, der Einführung von Abschlägen und der Nichtmehranrechenbarkeit etwa von Schul-, Studien- und Krankengeldbezügen de facto aus. Das heiße, es sei schon eine ganze Menge passiert und man solle nicht den Eindruck erwecken, dass die Pensionen für alles und jedes verantwortlich seien.

Foglar: Keine Abschläge nötig
Deshalb sind für ihn auch keine gröberen Einschnitte abseits der Sozialpartner-Vorschläge mehr vonnöten. Weder höhere Abschläge für die Frühpensionen noch eine Anhebung des Verlustdeckels für Einbußen gegenüber dem alten günstigeren Pensionssystem hält Foglar für nötig. Und auch beim Frauenpensionsalter will er keine raschere Angleichung an jenes der Männer als bisher vorgesehen.

Was auch immer die Regierung vorlegt, es soll jedenfalls einer kritischen Betrachtung der Sozialpartner unterzogen werden, betonte der Präsident. Verhandlungen erwartet sich Foglar bei allen Maßnahmen, die etwa Pensionen, Gesundheit, Sozialversicherung und Arbeitsmarkt betreffen.

Sehr viel hält Foglar von einer stärkeren Besteuerung von Vermögenden. Hier sei er für eine Diskussion ohne Dogmen. Ein deutliches Nein des ÖGB kommt hingegen zu einer Anhebung der Massensteuern. Das würde nämlich eine 1:1-Abschöpfung der Kaufkraft bedeuten.

"Förderdschungel lichten"
Einsparungen lukrieren könnte man nach Ansicht des Präsidenten mit mehr Effizienz im öffentlichen Bereich, Stichwort Spitäler. Lichten sollte man zudem den "Förderschungel", vorstellen könnte sich Foglar etwa, bei den Agrarsubventionen nur mehr jene Mittel auszuschütten, die von der EU co-finanziert werden.

Im Gegensatz zu Foglar stoßen die Reformpläne der ÖVP bei den Subventionen in den Ländern aber auf Widerstand. Nach dem Vorbild der Tourismusförderung möchte VP-Chef Spindelegger die Länder nur noch kleine Projekte bis zu 100.000 Euro selbst fördern lassen, darüber wären sie allenfalls noch zur Kofinanzierung der Bundessubvention zuständig. Oberösterreichs VP-Landeshauptmann Josef Pühringer lehnt eine derartige Aufgabenteilung ab, ebenso Burgenlands SP-Landeschef Hans Niessl. Auch Vorarlberg will beim Sparpaket jede Verschiebung zulasten der Länder verhindern.

Österreich ist Subventions-Europameister
Österreich gilt im EU-Vergleich als Subventions-Spitzenreiter. Die ÖVP zählte zuletzt 44.000 unterschiedliche "Förderansätze" und vermutet auch Mehrfachförderungen von Bund, Ländern und Gemeinden. Spindelegger schlägt nun eine Entflechtung nach Vorbild der Tourismusförderung vor. Dort gilt seit Februar 2011, dass die Länder nur mehr kleine Investitionsprojekte mit förderbaren Kosten von bis zu 100.000 Euro alleine unterstützen. Darüber ist allein der Bund zuständig, erst ab drei Mio. Euro Projektkosten sind die Länder im Rahmen einer Kofinanzierung wieder mit an Bord.

6.1.2012 12:57
Autor:apa/red
PAstorPeitl, 08. 01. '12 15:38
Anweisungen aus Brüssel
Es scheint dem ÖGB nicht bewusst zu sein, aber es gibt einen guten Grund warum die Verhandlungen geheim verlaufen:

Unser Herr Bundeskanzler wartet auf Anweisungen aus Brüssel.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://jachwe.wordpress.com
christian95, 08. 01. '12 14:05
"Dürfen die das"?
Seit heute verhandeln SPÖ+ÖVP im geheimen (ganz ohne Foglar) über die nächsten Belastungen der Bürger.

Seit 1945 haben sich SPÖ+ÖVP den Staat im Proporz untereinader aufgeteilt. Nun werden die Belastungen wieder einmal im Proporz "gerecht" aufgeteilt.
derpradler, 07. 01. '12 11:51
Wenn ein Arbeiter
oder kleiner Angestellter gegen den ÖGB ist, dann kann bei diesen Leuten etwas nicht stimmen. Es gibt anscheinend immer noch genug Leute, die nur aus NEID zu ihren Nachbarn mit dem Teufel einen Pakt eingehen. Ich wünsche Euch allen viel Glück im Neoliberalismus! Und bitte, schaut ja nicht in die U.S.A. sonst könntet Ihr vielleicht noch aufwachen!
christian95, 07. 01. '12 12:26
Re: Wenn ein Arbeiter
Viel hält der ÖGB nicht auf die kleinen Arbeiter.

Einkommensvergleich in 10 Jahren:

Beamte + 26%
Abgestellte - 9%
Arbeiter - 16%

In keinem EU Land gibt es gleich zwei Arbeitnehmerorganisationen nebeneinander. (AK+ÖGB)
wall-e, 07. 01. '12 15:21
Re: Wenn ein Arbeiter
Seit 1984 verliert der ÖGB kontinuierlich Mitglieder. Aktuell sind meines Wissens die Pensionisten die größte Gruppe.

Kompetenz ist im ÖGB nicht gefragt. Sehen Sie doch mal die 'Karieren' der Mitglieder an. Da wird ein Gewerkschafter plötzlich Chef einer Krankenkasse, die Befähigung hat er sich in der Gewerkschaft 'erarbeitet'.

Ist doch ein trauriger Verein. Wann hört man was von der Gewerkschaft: Wenn die Lohnverhandlungen anstehen oder wenn es darum geht, irgendwas zu verhindern. Dabei ist das Verhindern gar nicht bös gemeint. Die können gar nicht anderes. Wenn die zustimmen, sind die Arbeiter bös und die Austrittswelle geht noch schneller von statten.

Bedenklich finde ich aussagen, dass die Gewerkschaft wieder mehr politischen Einfluss nehmen möchte. Na gute Nacht.
Viennese, 07. 01. '12 16:18
Re: Wenn ein Arbeiter
Sehr viel Ahnung von den U.S.A dürften Sie ja nicht aben. Was hat der ÖGB mit den USA zu tun?
Viennese, 07. 01. '12 11:11
Der ÖGB und seine Wirtschaftskompetenz
Der Hr. Foglar ist doch der typische Vertreter von "mir san dagegen". Kompetenz im Bereich Wirtschaft hat der ÖGB noch nie gehabt. Siehe Konsum und Bawag. Auch was die Behandlung ehemaliger Angestellter betrifft ist der ÖGB kein Vorbild. Die Vertreter dieses FREIWILLIGEN Vereins sitzen in den Kammern, dem Nationalrat und haben Machtpositionen in Österreich ausgebaut. Nur mit den lautstark verkündeten Aktionen da hapert es. Eine supermondäne Zentrale an der Donau ist eigentlich alles was von dieser Seite gekommen ist. Auch das Verschwinden des Hr. Verzetnitsch aus allen Medien ist absolut gekonnt inszeniert. Aber sonst? Eigentlich nur heisse Luft. Inklusive des Hr. Hundstorfer.
christian95, 06. 01. '12 20:35
Der ÖGB ist doch maßgeblich eingebunden!
Der Vorgänger von Foglar, Sozialminister Hundsdorfer war jahrelang ÖGB Präsident.

Ein ehamilger ÖGB Präsident verhandelt das Sparpket, was will man noch mehr?
wall-e, 06. 01. '12 17:30
Jö schau, da macht sich schon wieder ein Wichtl wichtig.
Schon vergessen wie die Gewerkschaft nach ihrer Pleite mit der BAWAG, mit ihrer eigenen Belegschaft umgegangen ist?

Das sind doch wirklich mit Abstand die unnötigsten dies überhaupt gibt.
Ist von dieser Ecke eigentlich irgendwann einmal etwas vernünftiges gekommen? Ich denke nicht.

Dieser in erster Linie auf Selbstversorgung getrimmte Haufen ist doch überhaupt nicht ernstzunehmend.

Und jetzt Reißen die auch noch den Mund auf. Wie soll den da mal was gescheites herauskommen. Die Gewerkschafter sind in erster Linie: VERHINDERER:
Kontrollorgan, 06. 01. '12 20:00
Re: Jö schau, da macht sich schon wieder ein Wichtl wichtig.
... ob von dieser Ecke schon einmal was vernünftiges kam?
Nun, Kreisky hätte mit "lernen Sie einmal Geschichte", geantwortet.
christian95, 06. 01. '12 13:56
Wozu sind dann die Gewerkschaftsvertreter von SPÖ+ÖVP im Parlament?
(Hundsdorfer, Haberzettel, Katzin, Neugebauer)

Niemand braucht wirklich Herrn Folglar dazu!

Wir haben ohnehin 94 Regierungsmitglieder, über 770 Abgeordnete, 10 verschiedene Regierungen in Bund und Ländern - alle mit gleichen Aufgaben ; eine Nebenregierung (Sozialpartnerschaft) alles neben der EU - und nun nimmt sich Herr Folgar auch noch besonders wichtig.

Steuern erhöhen können Faymann & Co auch ohne Foglar!