Bundeshymne
Wieder Wirbel um "Töchter"
- Thomas-Sessler-Verlag überlegt rechtliche Schritte wegen Änderung in Hymne

Der Kampf um die veränderte Bundeshymne geht weiter: Längst wurde die Erweiterung des Textes um das Wort "Töchter" im Parlament beschlossen, doch der Thomas-Sessler-Verlag überlegt nun rechtliche Schritte.
Der Verlag vertritt die Rechte der Erben der Bundeshymnen-Textdichterin Paula von Preradovic und hat jahrelang gegen die Textumgestaltung gekämpft. "Das ist eine Verfälschung des Werkes von Paula von Preradovic. Egal ob jetzt die Töchter drinnen sind oder nicht", sagte Verlagsleiter Ulrich Schulenburg im "Ö1-Mittagsjournal".
Er sieht außerdem den Rückhalt in der Bevölkerung für die neue Hymne nicht gegeben. Viele würden sich fragen, ob das Parlament nichts anderes zu tun hat, so Schulenburg. Auch rechtliche Schritte schließt er nicht aus: "Was die Töchter anbetrifft, gäbe es die Möglichkeit zum Europäischen Gerichtshof zu gehen." Bevor jedoch das Gericht entscheidet, will der Verlag laut "Ö1-Mittagsjournal" noch einmal das Gespräch mit der Republik suchen. Die Textänderung tritt ab 1. Jänner 2012 in Kraft.
Bereits 2010 ist der Verlag wegen eines Rechtsstreits um die Bundeshymne vor Gericht gegangen. Damals hatte Christina Stürmer bereits die "Töchter" in die Hymne eingebaut - und wurde prompt geklagt. Der Verlag und die Erben gingen damals mit einer Unterlassungsklage bis vor den Obersten Gerichtshof (OGH) und scheiterten.
Weiterführender Link:
"Ö1-Mittagsjournal"
