Ungeliebte Geschenke
"Nicht schon wieder Socken"
- Was machen mit ungeliebten Geschenken? NEWS.AT hilft Unbrauchbares loszuwerden

·Kassen klingeln
Keine Spur von Schuldenkrise: Handel rechnet mit Umsatzplus von 1,6 Mrd. Euro
·Wer verpackt wie?
Frauen erwarten vor allem schöne Geschenke - Männer brauchen oft Hilfe
Was soll ich denn damit anfangen? Diese Frage werden sich auch dieses Jahr wieder unzählige Österreicher stellen, wenn auf Geschenke-Vorfreude kalte Ernüchterung folgt. Beim Anblick des liebevoll verzierten Päckchens ist die Spannung groß, doch nach dem Auspacken folgt dann oft der große Schock. Doch was tun mit ungeliebten Geschenken? NEWS.AT hat die Tipps um Unbrauchbares unterm Baum doch noch loszuwerden.
Selbst gehäkelte Socken von der Großmutter, Feinripp-Unterwäsche von der Tante und am besten noch ein stinklangweiliges Buch vom Vater was klingt wie die Szene aus einer schlechten Weihnachts-Komödie ist nicht selten bittere Realität. Meist nimmt man es am Anfang noch mit Humor - doch die immer wiederkehrenden Grässlichkeiten, die Jahr für Jahr die Mundwinkel im ganzen Land weiter sinken lassen, führen nicht selten zum Familienstreit am Weihnachtstag. Nicht umsonst ist das Fest der Liebe auch gleichzeitig das Fest für Streit und Trennungen.
Statt sich zu ärgern, sollte man lieber schauen, wie man all die Scheußlichkeiten loswerden kann und aus dem Graus doch noch Profit schlagen kann. Dass man damit nicht alleine ist, zeigt die Tatsache, dass die Online-Auktionshäuser nach Weihnachten Hochkonjunktur haben. Auch, wenn das schlechte Gewissen zwickt: Im Zweifelsfall ist die Freude nach erfolgreichem Umtausch oder einem Verkauf meist groß genug, um die letzten Gewissensbisse verschwinden zu lassen.
Eine aktuelle Studie des Hightech-Verbandes BITKOM zeigt, dass satte 13 Prozent ihre ungeliebten Geschenke weiterverschenken wollen, 7 Prozent der Beschenkten wollen sie online verkaufen oder versteigern. Wegwerfen kommt nur für 0,3 Prozent in Frage. Jeder Fünfte lässt das schlechte Gewissen den Ramsch dann doch behalten. Wer der Großmutter nach dem Verkauf noch in die Augen schauen kann, muss allerdings einiges beachten, bevor er sich von seinen Geschenken trennt:
1. Fristen einhalten
Zwar ist das Umtauschen von Geschenken oft problemlos möglich, wichtig ist allerdings, dass man die Fristen genauestens einhält. Generell gilt zwar, dass der Händler die Ware nicht zurücknehmen muss, die meisten Geschäfte haben allerdings einen Zeitraum, in denen das Umtauschen problemlos möglich ist. Besser schaut es allerdings beim Online-Kauf aus: Dort gilt generell eine 14 tägige Rückgabefrist ab dem Datum der Lieferung. In dieser Zeit kann der Besteller den Kaufvertrag jederzeit ohne Angaben von Gründen widerrufen. Viele Online-Händler bieten sogar einen deutlich längeren Zeitraum an. Kommt die Ware allerdings aus dem EU-Ausland, kann es sein, dass die Frist lediglich eine Woche beträgt.
Extra-Tipp: Wenn das Geschenk mit der Kreditkarte bezahlt wurde, gibt es oft ein erweitertes Rückgaberecht für die gekauften Waren. So gut wie alle großen Kreditkarten-Institute bieten solche Zusatzleistungen an. Wer unsicher ist, kann einfach bei seiner Bank anrufen oder direkt beim entsprechenden Unternehmen nachfragen.
2. Originalverpackungen behalten
Wer versiegelte CDs, DVDs oder Software öffnet, kann schnell durch die Finger schauen. Denn einmal geöffnet, muss der Händler die Ware nicht mehr zurücknehmen. Generell gilt: Will man seine Geschenke loswerden, geht das am besten mit der Original-Verpackung. Unabhängig von der Tatsache, dass das Umtauschen sonst nicht möglich ist, erzielen auch bei Online-Auktionshäusern Produkte mit einer unbeschädigten Verpackung höhere Preise.
3. Faustregeln für ebay, willhaben.at und Co
Die Online-Marktplätze erleben nach Weihnachten immer einen regelrechten Boom. Wer Schnäppchen finden will, ist dann genauso richtig, wie alle, die Geschenke ohne Rechnung diskret verscherbeln wollen. Jedoch gibt es einige Dinge zu beachten:
Der richtige Zeitpunkt
Jeder, der einen Artikel verkaufen will, sollte auf den richtigen Zeitpunkt zur Einstellung eines Artikels achten. Dabei sollte man sowohl die Zielgruppe, wie auch die eigentlich logischen Aspekte beachten. Um 3.00 Uhr früh werden sich die wenigsten Interessenten noch eine Bieterschlacht liefern.
Extra-Tipp: Hausfrauen sind meist vormittags im Internet unterwegs, generell gilt aber: Angebote, die am Wochenende zwischen 19 Uhr und 21 Uhr online gestellt werden, erzielen meistens die besten Resultate. Dies zeigen diverse Studien immer wieder.
Gute Fotos machen
Wer sich Mühe beim Fotografieren gibt, wird meist dafür belohnt. Ein ordentlich abgelichteter Artikel erweckt bei Interessenten immer mehr Begehrlichkeiten als ein dunkles, unscharfes Bild. Kleine Artikel am besten vor einem weißen Hintergrund in mehreren Perspektiven fotografieren, um ein bestmöglichstes Resultat zu erzielen.
Auch der Text ist wichtig
Das beste Foto nützt allerdings nichts ohne einen vernünftigen Text. Wer gut beschreibt, hat schon halb gewonnen. Wichtig ist eine genaue Produktbeschreibung. Vor allem bei technischen Geräten empfiehlt es sich, sämtliche Spezifikationen des Artikels sauber mit in die Beschreibung zu nehmen. Diese kann man meistens auf den Hersteller-Seiten ohne großen Aufwand finden.
4. Ehrlichkeit
Das Wichtigste zum Schluss: Ehrlich sein. Auch, wenn es noch so schwerfällt. Wenn das Geschenk überhaupt nicht gefällt, dann raus mit der Sprache. Wenn der geschenkte Pullover nie beim Familientreffen angezogen wird und auf Nachfrage der Mutter jedes Mal die wildesten Ausreden nach panikartigen Schweiß-Attacken die Folge sind, sollte man lieber klar sagen, dass der Versuch zwar nett gemeint sei, aber man wirklich nichts damit anfangen kann.
Wer wissen will, wie man es richtig macht, sollte einfach einen Blick auf die Kinder werfen: Auch für Erwachsene kann ein Wunschzettel vielen Ärgernissen vorbeugen und letztlich doch für Freude am Heiligen Abend sorgen.
