Syrien
Massenexekution?
- Aktivist sah auf Platz 34 Leichen liegen - Kluft wird durch Machtkampf immer größer

·OK zu Friedensplan?
Laut TV-Sender sollen Beobachter nun doch ins Land gelassen werden
·Neue EU-Sanktionen
Handelsstopp und Einreisesperren - OMV von Embargo aber nicht betroffen
·Iran plant Anschlag
US-Stützpunkte im Visier - Ermittlungen gegen Geschäftsmann, der Agent sein soll
·Briten stinksauer
Nach Stürmung der Botschaft: Iranische Diplomaten werden ausgewiesen
·Sanktionen treffen
Zwangsmaßnahmen von EU und Arabern dürften dem Regime ordentlich weh tun
·Harte Strafen für Syrien
Sanktionen nach blutiger Niederschlagung der Protestbewegung verhängt
Der blutige Machtkampf in Syrien führt zu einer immer größeren Kluft zwischen regimekritischen Sunniten und den mehrheitlich regimetreuen Alawiten. In der Nacht meldete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, in einem vorwiegend von Alawiten bewohnten Viertel der Stadt Homs habe ein Aktivist auf einem Platz 34 Leichen liegen sehen.
Bei den Getöteten soll es sich um sunnitische Zivilisten handeln, die wenige Stunden zuvor von Angehörigen der Shabiha-Miliz aus den "Vierteln der Revolutionäre" verschleppt worden waren. Am Montag sollen landesweit 50 Menschen von Angehörigen der Sicherheitskräfte und der Milizen getötet worden sein, die meisten von ihnen in der Protesthochburg Homs. Am Dienstag starben nach Angaben von Aktivisten 23 Zivilisten.
Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen, die Regierungstruppen hätten am Vortag in Homs drei "Terroristen" getötet. Außerdem berichtete Sana, eine bewaffnete Bande habe in Homs das Feuer auf einen Bus mit Beamten der lokalen Landwirtschaftsbehörde eröffnet und zwei Menschen verletzt.
Zur Behandlung in die Türkei gebracht
Die Aktivisten, die seit März versuchen, den Rücktritt von Präsident Assad zu erzwingen, berichteten ihrerseits von 13 Verletzten beim Beschuss eines Dorfes im Bezirk Jisr al-Shoghour nahe der türkischen Grenze. Drei der verletzten Zivilisten seien zur Behandlung in die Türkei gebracht worden, hieß es. Wegen der Medienblockade sind Berichte über Militäroperationen in Syrien nur schwer nachzuprüfen.
Die syrische Opposition bemüht sich seit Beginn der Proteste, eine Spaltung zwischen sunnitischen und alawitischen Muslimen zu vermeiden. Nach Einschätzung unabhängiger Beobachter vor Ort gibt es inzwischen jedoch große Spannungen zwischen den Religionsgruppen, da sich das Regime vor allem auf Alawiten im Sicherheitsapparat stützt.
