Hans Brinker Budget Hotel

vonCatharina Heindl
Donnerstag, 27. Oktober 2011

Ekel-Hotel und stolz drauf

  • Das Hans Brinker ist nichts weiter als eine Absteige. Und damit wirbt es auch noch.
 

Schmutzige Bettlaken, abgewohnte, schmierige Räume, schlechter Service - alles Dinge, die Budget-Hotels normalerweise unter den Teppich kehren, wenn es um ihr Image geht. Nicht so das Hans Brinker in Amsterdam. Mit kontroversieller Anti-Werbung sorgt es landesweit für Furore. Ob das so eine gute Idee ist?

"Es kann gar nicht schlimmer werden", "Überleben Sie das Hans Brinker", "Zahlen Sie für ein Bett, das Sie nicht benutzen werden" - sogar Hundekot mit kleinen Fähnchen darin ("Jetzt noch mehr davon vor unserer Eingangstüre"), sollen Gäste ins Budget-Hotel locken. Dreist, bitterböse oder einfach nur dumm - viele wissen nicht, was sie mit der seltsamen Anti-Werbung des Hotels anfangen sollen. Tatsache ist: Jeder spricht darüber, sogar über die Landesgrenzen hinaus.

Keinen schlechter Ruf zu verlieren
Und genau das soll Anti-Werbung bewirken: Aufmerksamkeit. Aber um welchen Preis? Gute Frage, fanden wohl auch die verantwortlichen Werbeleute von KesselsKramer. Den Preis, den ein Hotel zu verlieren hat, ist vor allem sein guter Ruf. Und wie kann man einen guten Ruf verlieren, wenn man niemals einen hatte? Jeder, der sich auch nur ein klein wenig im Vorneherein über das Hans Brinker informiert, weiß: Das Hotel ist genauso schlimm wie sein Ruf, wenn nicht sogar schlimmer. Warum sich dann hinter beschönigenden Bildern und Werbekampagnen verstecken? Dann doch lieber auf schonungslose Ehrlichkeit setzen.

Wer das Schlimmste erwartet, wird nicht enttäuscht
Ehrlichkeit kommt bei den Holländern gut an, und das Hans Brinker ist damit gleichzeitig aus dem Schneider: Denn wer trotz alledem bucht, ist selber schuld. Und wenn sich dann doch einer aufregt, heißt es simpel: "Wenn's dir nicht passt - raus hier!"



Weiterführende Links:
Hans Brinker Budget Hotel, Kerkstraat 136-138, 1017 GR Amsterdam, Holland
KesselsKramer

27.10.2011 13:45
Autor:Catharina Heindl
pixel