Arbeitsmarkt

vonapa/red
Samstag, 1. Oktober 2011

Mehr Arbeitslose im September

  • Anstieg um 1,9 Prozent - Sozialminister Hundstorfer kündigt Gegenmaßnahmen an

 

Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist im September im Vergleich zum Vorjahresmonat wieder um 1,9 Prozent oder 4.040 Betroffene auf 218.207 gestiegen. Sozialminister Hundstorfer (SPÖ) kündigte umgehend ein "Maßnahmenpaket, von dem insbesondere Frauen profitieren werden" an. Die trüben Wirtschaftsaussichten nehme er "sehr ernst".

Parallel zur steigenden Arbeitslosigkeit hat die Zahl der Schulungen im September um 10,9 Prozent (7.563) auf 61.920 abgenommen. In Summe waren damit 280.127 Menschen auf Jobsuche - um 3.523 (1,2 Prozent) weniger als im September 2010, teilte das Sozialministerium am Samstag mit.

Die Zahl der aktiv Beschäftigten ist um 68.000 gestiegen, aber es zeichnet sich bereits eine Abschwächung der Wirtschaftsdynamik ab. So ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 2.357 (6,7 Prozent) auf 32.707 zurückgegangen, schreibt das Sozialministerium.

Top-Quote im EU-Vergleich
Österreich bleibt aber das EU-Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote und das einzige Mitgliedsland, das - mit 3,7 Prozent - weniger als vier Prozent Arbeitslosenrate aufweist. Auf den Rängen folgen die Niederlande (4,4 Prozent) und Luxemburg (4,9 Prozent), im Schnitt der 27 EU-Staaten beträgt die Arbeitslosigkeit 9,5 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit hat im September vor allem bei Frauen um 2,7 Prozent zugelegt, bei Männern machte der Anstieg 1,1 Prozent aus. Bei Jugendlichen gab es in Summe weniger Jobsuchende.

Auch die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ging zurück und erreichte den geringsten Wert seit zehn Jahren. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 7,9 Prozent, der zweitbeste Wert in der EU.





Ausländer stark betroffen
Ausländer sind von der steigenden Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich stark betroffen, hier gab es einen Anstieg um 9,3 Prozent. Auch bei Menschen über 50 wie bei behinderten Personen lag der Zuwachs der Arbeitslosigkeit mit 5,7 Prozent überdurchschnittlich hoch.

In Niederösterreich (- 1,2%), Oberösterreich (-2,5%) und Vorarlberg (- 14,5%) ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. In der Steiermark (+ 2,0 %) und in Tirol (+ 0,7 %) wurde der Anstieg der Arbeitslosigkeit noch von rückläufigen Schulungen kompensiert, im Burgenland (+ 4,5 %), Kärnten (+ 3,7 %), Salzburg (+1,2 %) und Wien (+6,7 %) gab es dagegen deutliche Zuwächse.

Hundstorfer: "Kein dramatischer Anstieg"
Sozialminister Hundstorfer (SPÖ) erwartet angesichts der schlechten Wirtschaftsprognose auch in den nächsten Monaten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser werde aber "nicht dramatisch" ausfallen, denn wenn auch die Finanzmärkte verrückt spielten, sei die "Realwirtschaft stabil". Österreich sei für die schwierige Situation aber gerüstet. Für "Riesenkonjunkturprogramme" sei zwar angesichts der hohen staatlichen Gesamtverschuldung kein Geld da, bestehende Maßnahmen wie Kurzarbeit und Bildungskarenz sollen aber beibehalten werden, sagte Hundstorfer in der Ö1-Sendereihe "Im Journal zu Gast". Er kündigte zudem ein Maßnahmenpaket insbesondere für Frauen an.

AK und ÖGB auf Seite des Ministers
Auch Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund sprachen sich für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für spezielle Gruppen aus. Die Daten würden nämlich zeigen, "dass es für einzelne Gruppen immer schwieriger wird, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen", sagte ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske. AK-Präsident Herbert Tumpel forderte vor allem Maßnahmen für Frauen sowie für ältere und junge Arbeitnehmer. Beide Arbeitnehmervertreter äußerten die Befürchtung, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verschlechtern werde.

1.10.2011 13:27
Autor:apa/red
Polit, 01. 10. '11 12:53
Panikmache
Liebe Medien , hört auf Panik zu verbreiten!!!!!!!