Terror in Norwegen
Film vom Massaker?
- Mutmaßlicher Attentäter Breivik soll sein Massenmorden auf Kamera festgehalten haben

Grausige Dokumentation: Der mutmaßliche Attentäter Anders Behring Breivik soll sein Massenmorden in Norwegen selbst gefilmt haben. Polizeistaatsanwalt Kraby bestätigt gegenüber norwegischen Medien, dass mehrere Überlebende des Massakers Breivik mit einer Kamera gesehen haben.
Außerdem habe der mutmaßliche Täter in seinem so genannten "Manifest" von einer Kamera geschrieben und die Bedeutung filmischer Dokumentation betont, so der Behördenvertreter.
Der 32-jährige Breivik hatte am 22. Juli 2011 mit einer Autobombe im Osloer Regierungsviertel und bei einem Massaker auf der Insel Utöya 77 Menschen getötet.
Fieberhafte Suche nach Kamera
Hjort Kraby sagte gegenüber der Tageszeitung "Adresseavisen", die Polizei habe mehrere hundert elektronische Aufnahmegeräte, darunter Handys und Kameras auf Utöya sichergestellt. Derzeit würden diese Geräte untersucht und aufgenommenes Material von einem speziellen Team analysiert. Es sei aber noch keine Kamera gefunden worden, die ausdrücklich zeigt, wo der Verdächtige gewesen ist, oder die er selbst verwendet habe, zitierte die Zeitung den Polizeianwalt.
Die Ermittler schließen nicht aus, dass auf der immer noch zur Spurensicherung gesperrten Insel in einem Fjord nordwestlich von Oslo noch eine möglicherweise bewusst versteckte Kamera gefunden werden könnte.
Polizei schließt Selbstmordversuch nicht aus
Seit zwei Wochen sitzt Breivik nun in Isolation in Untersuchungshaft. Weil die norwegische Polizei einen Selbstmordversuch befürchtet, befindet sich der Gefangene unter ständiger Beobachtung. Vor kurzem hat Breivik um ein Gespräch mit dem Gefängnispfarrer gebeten. Sein Mandant spüre die Härte der vom Richter angeordneten Isolation, sagte Breiviks Anwalt Geir Lippestad am Montag der Internet-Ausgabe der Zeitung "Aftenposten".
Unterdessen nahmen die beiden Psychiater ihre Arbeit auf, die die Zurechnungsfähigkeit des 32-Jährigen untersuchen sollen. Noch in dieser Woche seien Gespräche der Experten mit Breivik geplant, sagte der Polizeistaatsanwalt. Bis zum 1. November soll ein Gutachten der Sachverständigen über den Geisteszustand des Attentäters vorliegen. Breiviks 1.500-seitiges Manifest dürfte ein wichtiger Schlüssel bei den Bemühungen sein, den Täter und seine Motive einzuschätzen.
