Angst vor Börsencrash
Politik und EZB gefragt
- Beruhigung übernervöser Investoren nach Herabstufung der US-Bonität erforderlich

Die Angst vor einem Börsencrash und unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft hat am Wochenende die Spitzenpolitiker aus den führenden Industriestaaten und Schwellenländern zum Handeln getrieben. Neben zahlreichen Telefonkonferenzen der G-7 und der G-20 wegen der US-Schuldenkrise richteten sich die europäischen Hoffnungen am Sonntag vor allem auf die Europäische Zentralbank (EZB).
Der Aufkauf auch von Staatsanleihen des angeschlagenen Italien würde nervösen Anlegern das Signal geben, dass die Euro-Zone ihre Investitionen absichert. EZB-Chef Trichet setzte nach Informationen aus dem Umfeld der Euro-Notenbank eine Telefonkonferenz des obersten Gremiums an. "Trichet will, dass der Rat eine Entscheidung über den Kauf italienischer Bonds trifft", sagte ein Vertreter. Sollten die Währungshüter den heftig umstrittenen Schritt tun, könnten die EZB und andere Notenbanken der Euro-Zone am Montag mit den Käufen beginnen.
Nächstes Sorgenkind Italien
Die EZB übte zuletzt enormen Druck auf Italien aus, im Gegenzug für eine Aufnahme in das Programm den Schuldenabbau schneller und glaubwürdiger anzugehen. In Italien formiert sich bereits die Opposition gegen einen schärferen Sparkurs, wie ihn Ministerpräsident Berlusconi am Freitagabend unter dem Druck der europäischen Partner ankündigte.
Mit Italien und Spanien drohen die dritt- und viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in den Schuldenstrudel gerissen zu werden. Beide Staaten müssen ihren Geldgebern inzwischen Rekordzinsen zahlen. Die Unsicherheit über Vorgehen und Kosten bei einer Notrettung der beiden Schwergewichte, die ungelöste Schuldenkrise der USA und wachsende Signale für eine weltweite konjunkturelle Abkühlung lösten in der vergangenen Woche regelrechte Panikverkäufe an den Märkten aus. Die Unternehmen verloren insgesamt 2,5 Billionen Dollar an Börsenwert.
Lufthansa20:45
Freitag keine FlügeStreikende Flugbegleiter legen am Freitag bundesweit die Arbeit nieder
BAWAG-Prozess10:54
Verfahren fortgesetztVerärgerter Richter hat Prozess gegen Elsner vom Hauptverfahren vorerst ausgeschieden
Ratingagentur Moody's09:17
EU-Ausblick gesenktSpitzennote "AAA" für Deutschland & Co. von "stabil" auf "negativ" zurückgenommen
