Terror in Norwegen
Angst um Breiviks Leben
- Mögliche Vergeltungsanschläge: Essen des Attentäters wird auf Gift untersucht

·Le Pen unter Druck
Wegen Äußerungen ihres Vaters, der die Anschläge als "Unfall" bezeichnet hatte
·Staus retteten Leben
Fahrplan zum Massenmord: Breivik kam durch Staus verspätet auf Insel Utöya an
·Nachahmer befürchtet
Sicherheitsbehörden: Breivik könnte zum Vorbild militanter Islamgegner werden.
Der rechtsradikale Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, wird aus Sorge vor möglichen Vergeltungsanschlägen, Flucht und Selbstmordversuchen extrem stark überwacht. Wie die Zeitung "VG" ("Verdens Gang") in ihrer Online-Ausgabe berichtet, lässt die Gefängnisleitung der Haftanstalt Ila bei Sandnes westlich von Oslo sogar das gesamte Essen für Breivik auf Gift untersuchen. Der 32-Jährige hatte vor eineinhalb Wochen mit einer Autobombe im Osloer Regierungsviertel und bei einem Massaker auf der Insel Utöya 77 Menschen getötet.
Der Gefängnisdirektor Knut Bjarkheid bestätigte "VG", dass der geständige Massenmörder "mehrfach innerhalb einer Stunde" in seiner Einzelzelle in der Untersuchungshaft in Augenschein genommen werde. Weitere Einzelheiten wollte er nicht mitteilen: "Aber wir haben an alle möglichen Gefahren gedacht."
In ganz Norwegen wurde am Dienstag die Reihe der Begräbnisse für die Opfer fortgesetzt. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Jens Stoltenberg wollte dabei an der Beisetzung der 18-jährigen Muslimin Mona Abdinur auf einem Friedhof in Oslo teilnehmen. Sie gehörte zu den 69 fast durchweg jugendlichen Opfern des fanatischen Islamhassers Breivik bei seinem Angriff auf das Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF am 22. Juli.
