terror in norwegen

vonapa/red
Freitag, 29. Juli 2011

Er plante noch mehr

  • Attentäter hatte noch weitere Anschläge im Kopf - Zahl der Opfer nach oben korrigiert

 

Der Norwegen-Attentäter Breivik hat laut seinem Anwalt bei den Anschlägen vor einer Woche umfassendere Pläne gehabt. Verteidiger Geir Lippestad sagte der norwegischen Zeitung "Aftenposten", Breivik habe "noch mehrere Pläne in unterschiedlicher Größenordnung" gehabt.

Die Pläne Breiviks seien "genau so konkret" gewesen wie die Bombe im Osloer Regierungsviertel und das Massaker auf der Insel Utöya, sagte sein Verteidiger. Über den Verlauf sagte Lippestad: "Es sind an dem Tag Dinge geschehen, auf die ich nicht eingehen kann. Sie hatten zur Folge, dass alles etwas anders verlief, als er sich vorgestellt hatte." Konkret nannte der Anwalt in "Aftenposten" Breiviks Absicht, zwei weitere Gebäude "zu bombardieren".

Die norwegische Polizei hat die Zahl der Opfer der Anschläge unterdessen nach oben korrigiert. Bei den Anschlägen vor einer Woche seien 77 Menschen ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Zuvor war von 76 bestätigten Opfern und einer nicht genannten Zahl von Vermissten die Rede.

Zweites Verhör
In der Osloer Polizeizentrale verhören Ermittler Breivik zum zweiten Mal ausführlich zur Ermordung von 77 Menschen vor einer Woche. Der 32-Jährige wurde unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in einem gepanzerten schwarzen Jeep von der Haftanstalt Ila in die norwegische Hauptstadt gebracht. Von dem zweiten Verhör seien aber keine neuen Angaben zu erwarten, so ein Polizeisprecher. Die Ermittler würden lediglich das Protokoll des ersten Verhörs vom letzten Wochenende nach der Festnahme durchgehen.

Der Attentäter hatte am vergangenen Freitag um 15.26 Uhr direkt vor dem Osloer Regierungs-Hochhaus eine Autobombe detonieren lassen, durch die acht Menschen starben. Zwei Stunden später begann er auf der 40 Kilometer entfernten Insel Utöya mit einem Massaker an Teilnehmern eines sozialdemokratischen Jugendlagers. Er tötete dort bis zu seiner Festnahme 68 Menschen.

Keine Vermissten mehr
Nach dem Massaker wird niemand mehr vermisst, teilte die Polizei mittlerweile mit. Die Zahl von 68 Opfern galt bisher noch als unsicher.
Polizeisprecher Pal Hjort Kraby bezeichnete den geständigen Attentäter als weiter "ausgesprochen ruhig". Kraby sagte: "Er ist mehr als willig, alles zu erklären." Zwei norwegische Rechtspsychiater sollen Breivik auf seine Zurechnungsfähigkeit untersuchen und bis 1. November ihr Gutachten vorlegen.

29.7.2011 19:09
Autor:apa/red