Nach Anschlägen

vonWalter Pohl
Freitag, 29. Juli 2011

"Gibt es auch bei uns"

  • Internet-Forensiker und Polizist Uwe Sailer über Norwegen und die Gefahr in Österreich

 

Hätte man einen Attentäter wie Anders Behring Breivik hierzulande schon früher gefangen? Internet-Forensiker und Polizist Uwe Sailer spricht im NEWS-Interview über Täterfahndung im Web und welche Probleme dabei auftreten. Außerdem verrät er, dass es Typen wie den 32-jährigen Norweger auch in Österreich gibt. Und zwar Dutzende Male ...

NEWS: Was muss getan werden, um Taten wie jene in Norwegen schon im Vorfeld zu erkennen?
UWE SAILER: Viel. Sehr viel. Die Kontrolle von auffälligen Personen im Internet muss so intensiv werden wie physische Patrouillengänge der Polizei. Außerdem müssen sich gefährdete Staaten logistisch zusammenschließen, sozusagen ein IT-Netzwerk bilden.

NEWS: Schöne Worte, aber wer macht das?
SAILER: Die von der Innenministerin geforderten 300 Beamten sind das absolute Minimum. Ein Anfang. Aber die müssten übermorgen zu arbeiten anfangen.

NEWS: Woher nehmen? Man kann doch nicht einfach Streifenpolizisten umschulen.
SAILER: Das ist das nächste Problem. Es ja nicht nur eine eigene IT-Ausbildung nötig. Diese Leute sollten alle Vollprofis auf höchstem Level sein: Sie müssen hochanalytisch denken können, sich sozial in die Szene oder die Täter hineinempfinden und auch noch perfekt ihr Idiom beherrschen. Die Gruppen, vor allem die deutschsprachigen, haben sozusagen alle eine eigene Codesprache, die man erkennen muss. Die Amerikaner nennen diese Arbeit „computerbased social engeneering“, kurz CBSE. Wer diese Technik beherrscht, kommt über jede Firewall und schafft es, an die Tätergruppen und deren Schnittstellen heranzukommen.

NEWS: Sie waren ja schon erfolgreich im Kampf gegen die Nazi-Seite „alpen-donauinfo“.
SAILER: Das ist ein gutes Beispiel, wenn auch mit einem weniger großen Gefahrenpotenzial. Aber auch die haben ihre eigenen Sprachformen, die nicht immer erkennbar sind.

NEWS: Ein reines Filterprogramm zur Auffindung solcher Seiten reicht nicht?
SAILER: Nein. Letztlich muss bei der Fahndung immer noch der Mensch selbst ran. Der neugierige Polizist, Fahnder, Staatsbürger. Es muss einen Zusammenschluss der Intelligenten und Vernünftigen geben. Nur so geht das.

NEWS: Wer kann da herangezogen werden?
SAILER: Verschiedene Gruppen. Ich habe auch kein Problem, in Bezug auf rechtsextremen Terror mit den Leuten von der „Antifa“ zusammenzuarbeiten. Manchmal ergeben sich ganz nützliche Synergien für die Fahndung.

NEWS: Gibt es in Österreich Menschen mit dem „Profil“ des norwegischen Attentäters?
SAILER: Ich sage Ihnen: Solche „Typen“ kommen auch in Österreich vor. Wahrscheinlich Dutzende Male …

Weitere Infos zum Terror in Norwegen lesen Sie im aktuellen NEWS 30/11

29.7.2011 10:09
Autor:Walter Pohl
higgs70, 29. 07. '11 12:12
Was für ein Vollschmarrn...
....dieses Attentat als Rechtfertigung für einen Bespitzelungsstaat herzunehmen. Hätte es sich um eine Gruppe gehandelt, hätte man vielleicht noch argumentieren können, dass diese sich im Internet abgesprochen haben, aber es war ein Einzeltäter.

Und natürlich gibt's diese Paranoiden auch hierzulande, aber zu glauben, dass jeder Einzelne, der ein Verbrechen plant, dies vorher online stellt, ist doch absurd. Es gibt keine Garantie einen Durchgeknallten daran hindern zu können über Leichen zu gehen, wenn dieser skrupellos und schlau genug ist. Auch nicht durch Überwachung auffälliger Typen im Internet.

Und jedes System, auch wenn's noch so gut gemeint ist, ist dem Missbrauch ausgesetzt und deshalb soll man gefälligst die Griffel von meinen verfassungsmäßigen Rechten lassen. Pasta!
strizzi49, 29. 07. '11 19:36
Re: Was für ein Vollschmarrn...
Hey, Mann, wovor hast DU angst? Bist DU rechtsextrem? Treibst DU Dich auf rechtsextremen (Chater-)Seiten herum?
Nein? Wovor fürchtest DU Dich dann?
Wenn nächstes Mal bei uns vielleicht was passiert und Du oder Deine Familie zu Schaden kommt, gehörst Du wahrscheinlich zu den ersten Schreiern, die bemängeln, dass das nicht verhindert wurde, weil man die oder den Betreffende(n) nicht ausführlich überwacht hat !!!?
Also, lasst die Kirche im Dorf und die Leute, die von der Materie eine Ahnung haben, eine bessere Überwachung aufbauen, als wir zur Zeit haben!
Ich habe nichts angestellt, ich brauche auch nichts zu fürchten! Und - ich stelle auch nichts ins Netz, was andere nicht wissen dürften und bin auch bei keinem soz. Netzwerk, wie z.B. Twitter! Was kann also passsieren?
higgs70, 29. 07. '11 22:08
Re: Was für ein Vollschmarrn...
Naja mit einem Männchen hat mich bisher noch niemand verwechselt, aber jetzt wischen wir uns mal den Schaum vom Mund und denken nach. Es ist völlig wurscht,ob ich was zu verbergen habe oder nicht ich will ganz einfach selber entscheiden,was ein Anderer über mich weiß - und der Staat oder die Polizei als solche wissen immer null über mich,es sind immer konkrete Menschen,die etwas wissen oder wissen wollen und die Missbrauchsgefahr ist groß ( gibt ja schon viele Beispiele).


Und diese Freiheit gehört zu meinen menschlichen Grundrechten und ist unverzichtbarer Bestandteil eines Rechtsstaates. Weder Staat und schon gar nicht die Exekutive hat einen Bürger a priori als verdächtig einzustufen, sondern in einem konkreten Verdachtsfall zu ermitteln. Punkt.

Ich brauch keine Neuauflage Stasi 2.0.
higgs70, 29. 07. '11 22:23
Re: Was für ein Vollschmarrn...
Übrigens: Erst am Mittwoch wurde in Graz eine KRIPO-Beamtin vom Dienst suspendiert, weil sie über jeden, den sie kennengelernt hat in der Polizeidatenbank schnüffelte und unerlaubte Anfragen über ihren Ex-Freund und dessen Lebnesgefährtin einholte. Wie lange hätte sie wohl weiter geschnüffelt, wenn man sie nicht zufällig erwischt hätte? Klarer Fall von Missbrauch und sie wird nicht die einzige sein..... aber vielleicht eine der Wenigen, die erwischt wurden.
stabilis, 29. 07. '11 08:17
Also das riecht jetzt nach Polizeistaat
Bitte mal am Boden bleiben!

Nur weil ein Irrer so einen Mist verbricht muss man kein ganzes Land überwachen, alle Emails, Msg etc. der Bürger nur weil vielleicht einer mal wieder dabei sein könnte etc.

Warum nicht: ganz klar weil dann diese hoch intelligentern Spinner das einfach vermeiden würden, d.h. wir wären alle toll überwacht, aber der Irre um die Ecke sprengt uns in die Luft und postet dann erst im ANSCHLUSS DARAN!

Also dient diese ganze Thematik nicht dem Schutz vor Spinnern sondern um uns Bürger immer mehr überwachen zu können - Politik goes Internet!

Echter Mist! Das Web soll frei bleiben!
wintersun, 29. 07. '11 09:43
Re: Also das riecht jetzt nach Polizeistaat
Ich verstehe das Denken von Herrn Sailer zu einem gewissen Grad, es treiben sich im Internet sehr sehr sehr viele rechtsradikale sowie Neonazis herum, das weiß ich denn ich kenne einschlägige Foren und zumindest vor ein paar Jahren gabs die wie Sand am Meer. Nur wie schon angesprochen, bei solchen Maßnahmen triffts auch nur wieder die Falschen, das harmlose Volk das dann auch schon eine Internetpolizei ertragen und sich für alles rechtfertigen muss. So einen Polizeistaat brauchen wir sicher nicht, das wird solche Taten nicht verhindern, das versteht jeder der etwas Hausverstand hat. Ich halte so eine Idee sogar für gefährlich für das Volk denn dann wird die letzte freie Bastion auch zugedreht.
PAstorPeitl, 29. 07. '11 07:58
Internetpolizei, zum stoppen des investigativen Journalismus?
Kann nur hoffen, dass eine Internetpolizei nicht dazu dienen würde, investigative Journalisten abzudrehen.

Es scheint nämlich manchmal durchaus notwendig zu sein, investigativ zu handeln:


Eigentlich erstaunlich.

Nachdem ich nämlich zur Zeit das Brewick Kompendium übersetze, war ich darüber überrascht gleich in den ersten fünf Seiten die Begründung des Anschlags (er konnte sein Kompendium nicht einmal verschenken) und auch seine genau Zugehörigkeit zu erfahren.

Mitglied der Templer Europa und leitendes Mitglied der Pan Europa Bewegung.

Von Pan Europa hatten wir bisher interessanter Weise aber noch nichts erfahren.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://www.oebote.gnx.at
stabilis, 29. 07. '11 08:18
Re: Internetpolizei, zum stoppen des investigativen Journalismus?
War PAN EUROPA nicht die Bewegung von Otto Habsburg oder täusche ich mich da jetzt?
PAstorPeitl, 29. 07. '11 09:21
Re: Internetpolizei, zum stoppen des investigativen Journalismus?
Stimmt. Es schaut also fast so aus, als würden die EU Mitglieder des östlichen Establishments mit dem Adel Europas aufeinander geraten.

Verständlich wäre es, denn: Der Adel wollte ein Europa noch Coudenhove - Kalerghi und da wäre für eine Kommission oder sonstige diktatorische Einrichtungen kein Platz.