Atomkraft
Japans Verwirrspiel
- Regierungschef kündigte Atomausstieg an. Regierungssprecher rudert zurück.

In der japanischen Regierung zeichnet sich ein Konflikt über die angekündigte Kehrtwende in der Energiepolitik mit dem Ziel Atomausstieg ab. Die von Ministerpräsident Kan in Aussicht gestellte Abkehr von der Kernkraft nach der Fukushima-Katastrophe sei nicht offizielle Regierungslinie, sagte Sprecher Edano. Eine Gesellschaft ohne Atomkraft sei lediglich eine "Hoffnung für die ferne Zukunft".
Am Mittwoch hatte der politisch angeschlagene Regierungschef Kan angekündigt, sein Land wolle "systematisch und in Etappen" aus der Atomkraft aussteigen. Er gab aber keinen genauen Zeitplan an. Nach einem Erdbeben im März war es in mehreren Reaktorblöcken der Atomanlage Fukushima zu Kernschmelzen gekommen, in deren Folge die Region radioaktiv verstrahlt wurde.
Die Aussagen Kans seien als Beginn einer nationalen Debatte über Atomenergie zu verstehen, betonte Regierungssprecher Edano. Japan werde seine Atomkraftwerke noch viele Jahre nutzen. Der Anteil der Atomenergie müsse aber reduziert werden. Das japanische Parlament debattierte am Donnerstag über ein neues Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energie.
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