Fukushima
Pannen bei Kühlung
- Bei neuem Kühlungsverfahren im AKW ist Wasser aus Schläuchen getreten

Ein neues Verfahren im Kampf gegen die Atomkatastrophe von Fukushima hat sich beim ersten Einsatz als pannenanfällig erwiesen. Nach eineinhalb Stunden sei Wasser aus Schläuchen getreten, daraufhin habe man das System abschalten müssen, teilte die Betreiberfirma Tepco am Montag mit. Die Regierung hatte große Hoffnungen auf das Verfahren gesetzt, bei dem radioaktiv verstrahltes Wasser gereinigt und gleichzeitig zur Kühlung der beschädigten Reaktoren benutzt wird.
Das von der französischen Areva und der US-Firma Kurion entwickelte System kann täglich bis zu 1.200 Tonnen Wasser aufarbeiten. Tepco lagert auf dem Gelände des nach einem Erdbeben im März havarierten Atomkraftwerks Fukushima rund 110.000 Tonnen hoch radioaktiv verseuchter Flüssigkeit - genug, um 40 Sport-Schwimmbecken zu füllen.
Um Platz für das besonders stark verstrahlte Wasser auf dem Kraftwerksgelände zu schaffen, ließ Tepco im April weniger schwer belastete Flüssigkeit in den Pazifik ab, was für Irritationen bei Nachbarländern wie China und Südkorea sorgte.
Japaner gegen Hochfahren der AKWs
Die japanische Bevölkerung pfeift unterdessen auf Atomstrom: Mehr als zwei Drittel sind einer Umfrage zufolge gegen ein Wiederhochfahren der wegen Wartungsarbeiten derzeit abgeschalteten Atomkraftwerke. Dies geht aus einer veröffentlichten Studie der Tageszeitung "Nikkei" hervor. Derzeit sind 35 der 54 Reaktoren in Japan nicht am Netz, darunter die sechs Reaktoren von Fukushima des Betreibers Tepco.
Wegen der Unterbrechungen werden die Japaner in den Sommermonaten höchstwahrscheinlich mit Stromausfällen und höheren Preisen rechnen müssen. Seit dem Atomunglück in Fukushima im März wächst die japanische Anti-Atomkraft-Bewegung. Der Umfrage zufolge plädieren heute 47 Prozent dafür, die Zahl der Meiler zu reduzieren. Im Mai waren es lediglich 42 Prozent.
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