Filmpiraterie
Internetseite kino.to gesperrt
- Das Portal wurde vom Netz genommen, mutmaßliche Hintermänner festgenommen.

"Diese Seite wurde wegen Verstoß gegen das Urheberrecht gesperrt! ließ man nurmehr, wenn man auf die Internetseite "kino.to" geht. Zahlreiche zeitlose Klassiker sowie aktuelle Kinofilme und TV-Serien waren davor dort zu sehen. Jetzt wurde das Portal vom Netz genommen und mutmaßliche Hintermänner verhaftet.
Nachdem aufgrund der mehrfach kritisierten Rechtslage in Österreich kriminalpolizeiliche Ermittlungen nicht möglich waren, hat der Verein für Antipiraterie Österreich einen erstinstanzlichen Beschluss beim Landesgericht erwirkt, wonach der größte österreichische Internet Service Provider UPC verpflichtet ist, das Internetportal kino.to zu sperren. Inzwischen wurden im Zuge groß angelegter Razzien in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden die Domain des Filmraubkopiererportals kino.to beschlagnahmt.
Alleine in Deutschland wurden umfangreiche Erhebungen gegen kino.to durchgeführt, 13 Personen wurden verhaftet. Nach derzeitigen Ermittlungsergebnissen haben die Betreiber von kino.to auch die meisten Streaming-Server, auf denen die Filme physisch gespeichert waren, selbst betrieben.
"Pirateriebekämpfung im Internet nicht aussichtslos
"Das Netz zieht sich also endlich zu und ganz offensichtlich haben nach langjährigen, stagnativ scheinenden Versuchen die Antipiraterieorganisationen des DACH-Bereichs auf verschiedenen Wegen einen wesentlichen Erfolg erreicht. Pirateriebekämpfung im Internet ist also keineswegs ein aussichtsloses Unterfangen", stellt der Geschäftsführer des Vereins für Antipiraterie, Dr.Werner Müller, fest.
Trotzdem sieht der VAP weiterhin sein Ziel auch darin, neben dem zivil- und strafrechtlichen Möglichkeiten andere, möglicherweise freiwillige Kooperationsmodelle mit allen gutwilligen Betroffenen zu suchen, um dem Urheberrechtsdiebstahl in allen auftretenden Formen Paroli bieten zu können und gleichzeitig die Akzeptanz legaler Angebote bei den Konsumenten zu forcieren.
"Noch viel Aufklärungsbedarf"
"Zumindest die Reaktion auf unsere Aktivitäten hat gezeigt, dass noch viel Aufklärungsbedarf besteht. Umso mehr müssen wir den derzeitigen Durchbruch nun nutzen, um für mehr Kooperationsbereitschaft mit betroffenen gesellschaftlichen Verbänden - vom Konsumenten-, Jugendschutzverbänden bis zu den auch an legalen Angeboten interessierten Anbietern von Telekommunikationsleistungen - zu suchen und konstruktiv (wieder?) zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz von Eigentumsrechten im Web beizutragen," stellt dazu Ferdinand Morawetz, Präsident des VAP, fest.
