EM-Qualifikation
DFB-Team wärmt sich auf
- Deutschland nach zwei Wochen Spielpause mit Härtetest gegen Uruguay

"Alles wird auf den nächsten Freitag gegen Österreich ausgerichtet sein", kündigte der deutsche Teamchef Jogi Löw an. Das Testspiel gegen Uruguay wurde zum Aufwärmprogramm erklärt. Seine 22 Spieler trafen sich am Freitag zur Vorbereitung auf den Länderspiel-Dreierpack in Frankfurt.
"Wir wollen das Spiel nutzen, nach der ungewohnten Situation in die Gänge zu kommen", erklärte Löw, für den nicht nur durch den ungünstigen Terminplan einige Ungewissheiten bleiben. "Wir hatten seit zwei Wochen kein Pflichtspiel, da nimmt man so einen Härtetest vor den Qualifikationsspielen gerne an", betonte Kapitän Philipp Lahm. "Die Termine sind nicht glücklich, aber wir müssen damit leben", formulierte Arne Friedrich die Haltung des Teams.
Nationalmannschafts-Neuling Marco Reus bezog zwar stolz sein Zimmer im Teamhotel "Villa Kennedy", kündigte aber als erstes den Gang zur medizinischen Abteilung an. "Ich muss erstmal zum Arzt und schauen, wie es aussieht", sagte der angeschlagene Gladbacher. Sami Khedira, der sich nach einem Muskelriss in der Rehabilitation befindet, reiste ebenfalls an. Doch gegen Uruguay ist sein Einsatz noch kein Thema.
Stammelf soll sich einspielen
Der Bundestrainer will weitgehend seine Stammelf aufbieten, die sich für Wien und Baku einspielen soll. Er plane aber auch mit den Debüts der Neulinge Reus und Benedikt Höwedes, den er nach den Ausfällen von Bastian Schweinsteiger und Sven Bender nachnominiert hatte. "Motiviert bin ich absolut. Ich kann nur versuchen, positiv auf mich aufmerksam zu machen", sagte der Schalker Höwedes, der seinen schon gebuchten Urlaub gerne absagte.
In der Innenverteidigung, wo mit Arne Friedrich, Holger Badstuber, Mats Hummels und Höwedes vier Kandidaten bereitstehen, soll es gegen Uruguay wie im Angriff zur Pause wohl einen Personaltausch geben. "Ich bin froh, dass ich zwei solche Stürmer habe", sagte Löw zum Duo Miroslav Klose und Mario Gomez, das sich beim Toreschießen abwechseln soll.
Dagegen ist die Besetzung der Mittelfeldzentrale gegen Uruguay nach den Ausfällen von Schweinsteiger und Bender sowie dem Verzicht auf Khedira und dem faktisch beschlossenen Nationalmannschafts-Aus von Michael Ballack vakant. "Wir haben Spieler, die diese Position besetzen können", sagte Löw mit Hinweis auf Auswahlrückkehrer Simon Rolfes, Toni Kroos und Christian Träsch.
Testspiel für einen guten Zweck
Beim Benefizspiel gegen Uruguay, bei dem das Nationalteam 4,3 Millionen Euro für Stiftungen des DFB und der Liga einspielt, möchte der WM-Dritte von Südafrika zudem die ernüchternde Testspiel-Serie beenden. Fünf Siegen in den Punktspielen der EM-Qualifikation stehen vier sieglose Testpartien gegenüber.
