Sonntag, 17. April 2011

Eine ganze Stadt schnürt die Laufschuhe:
Vienna City Marathon wieder auf Rekordjagd

  • Top-Läufer attackieren Streckenrekord von 2:07:38
  • Lauflegende Haile Gebrselassie beehrt die Halbdistanz

 

Sechs Läufer mit Bestzeiten unter 2:08, sechs weitere, die bereits unter 2:10 geblieben sind - der Vienna City Marathon (VCM) wartet mit einem der stärksten Felder aller Zeiten auf. Die Kenianer Paul Kirui, Patrick Ivuti und Co. peilen heute mit Superstar Haile Gebrselassie im Nacken den Streckenrekord von 2:07:38 Stunden an. Die Wetterprognosen sind vielversprechend.

Die äthiopische Lauflegende startet zwei Minuten hinter der Marathon-Elite und will diese bis zur Beendigung seines Halbmarathons eingeholt haben. Kirui hat eine persönliche Bestleistung von 2:06:44 stehen, der 31-Jährige hat 2008 in Amsterdam gewonnen und zweite Plätze in Rotterdam, Rom und Seoul zu Buche stehen. Er ließ sich auf der Pressekonferenz am Donnerstag in Wien nicht in die Karten blicken. "Wir werden sehen, wie das Rennen wird", meinte der Läufer aus dem Management von Gabriele Rosa, dem u.a. auch Robert Cheruiyot angehört. Das Training sei sehr gut verlaufen, die Form stimme.

Kirui gab zu, dass es ein spezielles Gefühl sei, Gebrselassie als Verfolger zu haben. "Zwei Minuten sind nicht sehr viel", meinte der seit Jahren konstant auf hohem Niveau laufende Athlet, der wohl auch davon ausgeht, eingeholt zu werden. Er betonte jedoch, dass es zwei verschiedene Rennen seien. "Wir laufen die Pace für den Marathon, Haile jene für den Halbmarathon. VCM-Rennleiter Mark Milde gab bekannt, mit einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 63:30 Minuten zu planen. Das würde bedeuten, dass die Marathon-Elite mit großer Wahrscheinlichkeit von Gebrselassie geschnappt werden würde. "Ich glaube, keiner ist so verrückt, es auf eine 62er-Zeit anzulegen. Die Jungs sind auf den Marathon ausgerichtet, sie wollen dort ihre Leistung zeigen", glaubt Milde nicht, dass es die Spitzenläufer ob der Gebrselassie-Anwesenheit zu übermotiviert angehen könnten.

Fällt der Streckenrekord?
Landsmann Ivuti hofft auf gutes Wetter und ein gutes Funktionieren der Gruppe, den Streckenrekord hält er für möglich, aber vorhersagen könne man dies natürlich nie. Vier Tempomacher ziehen die Topgruppe (einer bis Halbmarathon, drei bis 30 km), drei die zweite und einer die dritte Abteilung.

Österreichs Beitrag im Elitefeld ist der 36-jährige Kärntner Roman Weger (persönliche Bestleistung 2:16:18). Bei den Frauen erwartet sich der Rennleiter ein starkes Debüt von Peninah Arusei (KEN), die beste Entry-Zeit hat Genet Getaneh (ETH) mit 2:26:37 vorzuweisen.

Wetterprognose gut
Der Wettergott scheint es in diesem Jahr mit den Teilnehmern des Vienna City Marathons ganz gut zu meinen. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dürfte der Sonntag trocken, zumindest zeitweise sonnig und mild werden. Die erste Tageshälfte des Sonntags bringt nach Angaben der Meteorologen recht sonnige Verhältnisse. Wind weht schwach aus Nordwest mit etwa 20 km/h. Ab Mittag zeigen sich zunehmend Haufenwolken am Himmel, es bleibt aber trocken. Auch der Wind legt nur geringfügig zu. Zu Startbeginn bewegt sich die Temperatur um zehn Grad und steigt bis zum Nachmittag innerstädtisch auf etwa 16 Grad an.

(apa/red)

17.4.2011 07:48