Portugal benötigt Riesenkredit der EU:
Rettungspaket von 80 Mrd. Euro geschnürt
- Portugal muss bei Ausgaben Gürtel enger schnallen
- Spanien befürchtet derzeit keine "Ansteckungsgefahr"
·Portugal benötigt Riesenkredit der EU
Rettungspaket von über
80 Mrd. Euro geschnürt
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Staatsdefizit ist auf neun Prozent angestiegen

Das von der Pleite bedrohte Portugal kann mit einem Rettungspaket von etwa 80 Milliarden Euro rechnen. Das erste Geld könnte schon vor den Neuwahlen Anfang Juni fließen. Nur wenige Stunden nach dem offiziellen Hilferuf aus Lissabon setzte die EU das Hilfsverfahren für das gebeutelte Land in Gang. Das Hilfspaket solle am 16. Mai offiziell geschnürt werden, kündigte EU-Währungskommissar Olli Rehn im ungarischen Gödöllö an. Zahlungen wären dann innerhalb von zehn Tagen möglich, wie der Direktor des Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, sagte.
Das Rettungspaket werde auch ein Privatisierungsprogramm enthalten, erklärten die Minister. Der finnische Finanzminister Katainen hatte vor dem Treffen der Euro-Finanzminister ein härteres Anpassungsprogramm als das kürzlich im portugiesischen Parlament gescheiterte Konzept gefordert. "Haushaltskonsolidierung reicht nicht, es sind auch beachtliche Strukturänderungen notwendig", sagte er.
Das spanische EZB-Direktoriumsmitglied Gonzalez-Paramo sieht nach der Flucht Portugals unter den Euro-Rettungsschirm derzeit keine akute Ansteckungsgefahr für sein Heimatland. "Bislang hatte diese Nachricht keine Auswirkungen", sagte Gonzalez-Paramo. Damit dies so bleibe, müsse die Regierung in Madrid jedoch die eingeleiteten Reformen umsetzen. "Alles hängt von der Entschlossenheit der Regierung ab." Der Geldpolitiker forderte insbesondere, die Reform des Sparkassensektors voranzutreiben.
Unterdessen will der Finanzminister Irlands in bilateralen Gesprächen mit seinen deutschen und französischen Amtskollegen eine Lösung im Streit über die Konditionen des Euro-Hilfspakets für sein Land suchen. Er werde mit ihnen über niedrigere Zinsen sprechen, erwarte aber noch keine Entscheidung, sagte Finanzminister Noonan.
(apa/red)
