Sonntag, 27. März 2011

CDU verliert in Deutschland an Macht:
Grün-Rot gewinnt in Baden-Württemberg

  • Historischer Wechsel nach insgesamt 60 Jahren?
  • Rheinland-Pfalz: Sozialdemokraten verlieren Stimmen

 

Grüne und SPD haben nach Stimmenanteilen die Landtagswahl im deutschen Bundesland Baden-Württemberg gewonnen. Grün-Rot lag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vor der schwarz-gelben Regierungskoalition von CDU-Ministerpräsident Stefan Mappus. Die Grünen gewinnen kräftig dazu und werden zweitstärkste Kraft hinter der CDU und vor der SPD.

Damit könnte ihr Spitzenkandidat Winfried Kretschmann in einer Koalition mit der SPD der erste grüne Ministerpräsident in Deutschland werden. Unklar war zunächst, ob Grüne und SPD auch die Mehrheit der Mandate im Landtag haben.

Hochrechnung Baden-Württemberg
Dem von der Landeswahlleiterin verkündeten vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge entfallen auf die Grünen 24,2 Prozent und auf die SPD 23,1 Prozent. Die CDU kommt auf 39,0 Prozent, während die FDP mit 5,3 Prozent knapp den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schafft.

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich deutlich ab, dass SPD-Regierungschef Kurt Beck künftig eine Koalition mit den erstarkten Grünen eingehen muss. Seit 2006 regierte Deutschlands dienstältester Ministerpräsident mit absoluter Mehrheit in Mainz. Die CDU konnte mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner zulegen, hat aber wegen der Schwäche der FDP keine Aussicht auf eine Regierungsmehrheit. Die Liberalen verfehlten den Wiedereinzug in den Mainzer Landtag.

Hochrechnung Rheinland-Pfalz
Laut Hochrechnung verliert die SPD in Rheinland-Pfalz deutlich und kommt auf 36,0 bis 36,4 Prozent (2006: 45,6). Die CDU verbessert sich auf 35,0 bis 35,3 Prozent (2006: 32,8). Die Grünen schaffen mit 15,1 bis 15,4 Prozent klar die Rückkehr ins Parlament (2006: 4,6). Die FDP stürzt auf 3,8 bis 4,0 Prozent ab (2006: 8,0). Die Linke kommt mit 3,2 bis 3,5 Prozent (2006: 2,6) ebenfalls nicht in den Landtag. Die Sitzverteilung: SPD 41 bis 42, CDU 40 bis 41, Grüne 18 bis 20. Die Wahlbeteiligung lag höher als 2006 (58,2).

Mehr Wähler durch Atomdiskussion
Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben in Zuge der Atomdiskussion deutlich mehr Wähler abgestimmt als bei den vorherigen Wahlen. In Baden-Württemberg stieg die Wahlbeteiligung nach den ersten Prognosen auf 66,0 Prozent. Vor fünf Jahren hatte sie mit 53,4 Prozent einen Tiefststand erreicht. In Rheinland-Pfalz nahmen 64,5 Prozent der Wahlberechtigten an der Landtagswahl teil nach 58,2 Prozent.

(apa/red)

27.3.2011 22:05
powervomland, 27. 03. '11 22:17
Der Wille des Volkes ist zu respektieren! Weg von Atomenergie!!
Die Menschen haben Sorge, ja Angst vor der Atomgefahr. Trotz aller Tragik in Japan werden allgemein die Energie (Atom) Konzerne und die amtierende Politik dafür verantwortlich gemacht. Man will also einen Wechsel der Energiestrategie, und der diesen verspricht, der wird gewählt. Natürlich muß sich auch der Energiekonsum der Wähler ändern. Die Politik muß also weg vom Einmauern und Lobbyieren auf bisherige Strategien und hin zu neuen Energieformen. In Österreich ist man da allgemein auf gutem Weg, nur ein Ex-Kanzler Schüssel arbeitet für einen Atomstromkonzern. Hat ers nicht verstanden? Traurig!