Proteste gegen Burschenschafter-Ball:
300 lassen sich von Verbot nicht abhalten
- Laut Polizei vier Festnahmen, keine Verletzten
- Großaufgebot der Polizei. Vier Festnahmen

Der Ball des Wiener Korporationsrings hat auch in diesem Jahr für Proteste gesorgt. Obwohl eine angekündigte Demonstration untersagt worden war, versammelten sich rund 300 Personen in der Nähe des Wiener Gürtels, um ihren Unmut über die tanzenden Burschenschafter auszudrücken. Ihnen stand ein Großaufgebot der Exekutive gegenüber. Dabei kam es bis in die Abendstunden zu vier Festnahmen.
Mehrere Grüppchen, die sich an unterschiedlichen Stellen in Wien zusammengefunden hatten, trafen letztendlich in der Westbahnstraße zusammen. Ein Großaufgebot der Polizei stand den Demonstranten, die zum Großteil aus der linken Szene kamen, gegenüber. Zu einer Festnahme kam es, da laut Angaben der Exekutive ein Schaufenster eines Modegeschäftes auf der Mariahilferstraße eingeschlagen wurde. Bei etlichen Demonstranten wurden Identitätsfeststellungen vorgenommen. Aufgrund der Polizeisperren kam es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen.
Die Veranstalter selbst sprachen in Internet-Blogs von etlichen Festnahmen und "äußerster Brutalität", mit der gegen die Demonstranten vorgegangen worden sein soll. Bereits gegen 21 Uhr schien sich die Kundgebung aber langsam aufzulösen, kleinere Gruppen zogen weiter. Es wurde zudem zu einer Solidaritätskundgebung für einen Festgenommenen vor dem Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände aufgerufen.
Ursprünglich hätte eine Standkundgebung im Votivpark gegen den Ball in der Hofburg stattfinden sollen, nachdem ein längerer Demonstrationszug von der Polizei bereits untersagt worden war. Aber auch diese Demonstration wurde nicht genehmigt, da es bereits am Vorabend zu Ausschreitungen gekommen war.
Die Polizei sah das Verbot der geplanten Demonstration als gerechtfertigt an. Die "Ausschreitungen und Straftaten haben die Notwendigkeit für die Untersagung der Versammlung bestätigt", hieß es in einer Aussendung.
(apa/red)
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